06.07.12

Verunglückte Pilotin

Für Alonso wirft Villotas Unfall viele Fragen auf

Der in der Formel 1 führende Ferrari-Pilot Fernando Alonso kann den Horror-Crash der Marussia-Testpilotin Maria de Villota nicht nachvollziehen. Auch Weltmeister Vettel zeigte sich tief betroffen.

Foto: REUTERS
Fernando Alonso
Ferrari-Pilot Fernando Alonso zeigte sich ehrlich betroffen

Die Angehörigen der am vergangenen Dienstag schwer verunglückten Formel-1-Testpilotin Maria de Villota haben erklärt, dass der Zustand der 32-Jährigen nach wie vor kritisch, aber stabil sei. "Es gibt dazu keine weiteren Neuigkeiten. Was uns Mut macht, ist, dass Maria über die ganze Zeit seit dem Unfall in einem stabilen Zustand war", gaben die Angehörigen am Donnerstag per Pressemitteilung bekannt.

Die Testfahrerin des Marussia-Rennstalls und Teamkollegin des deutschen Fahres Timo Glock war am Dienstag bei Testfahrten in Duxford aus noch ungeklärter Ursache mit ihrem Boliden unter die Laderampe des Team-Lastwagens geraten. Wie ihr Rennstall am Mittwoch bekannt gab, ist de Villota infolge des Unfalls auf dem rechten Auge erblindet. Nach einer Operation war ihr Zustand als kritisch, aber stabil bezeichnet worden.

Unterdessen hat WM-Spitzenreiter Fernando Alonso erzählt, dass er vom schweren Unfall de Villotas sehr betroffen und erstaunt sei. Weltmeister Sebastian Vettel hatte er nach eigenen Angaben den Geburtstag getrübt. "Ich war mit dem Fahrrad unterwegs, es regnete und ich hatte einen Platten. Danach hörte ich von dem Unfall, das war kein guter Start in den Tag", sagte Vettel in Silverstone über den vorigen Dienstag, an dem er 25 Jahre alt wurde: "Für sie ist es schlimm. Es wäre gut, zu verstehen, was passiert ist. Aber das Wichtigste ist, dass es ihr bald wieder besser geht."

"Es sind schwierige Tage, traurige Tage"

Ähnlich sieht es Alonso. "Wir warten alle auf weitere Neuigkeiten. Es sind schwierige Tage, traurige Tage. Ich war geschockt, als ich davon hörte", sagte de Villotas berühmter Landsmann am Donnerstag bei der offiziellen Pressekonferenz für den britischen Grand Prix in Silverstone (Sonntag, 14.00 Uhr MESZ/RTL und Sky).

"Maria blieb seit dem Unfall durchweg stabil, vor allem während der ersten Nacht nach so einem langen chirurgischen Eingriff. Wir, die Familie, unterstützen uns gegenseitig an Marias Seite und wir ziehen großen Trost aus der bemerkenswerten medizinischen Fürsorge, die sie erhält", teilte die Familie der verunglückten Fahrerin in einem Statement mit.

"Über die Urachen zu sprechen, ist schwierig, weil wir keine Details kennen. Aber man fragt sich schon, wie so etwas passieren kann. Das ist schwer zu verstehen", sagte Alonso, der de Villotas Familie schon kurz nach dem Unfall via Twitter Mut zugesprochen hatte. Die 32-Jährige ist die Tochter des früheren Formel-1-Piloten Emilio de Villota, der 1977 zu zwei GP-Einsätzen gekommen war.

Vom Marussia-Team gibt es bislang noch keine konkreten Aussagen, wie es zu dem Unfall kommen konnte. De Villota hatte bei den auf zwei Tage angesetzten Aerodynamik-Tests einige neue Teile am Auto ausprobieren sollen.

Piloten setzen Zeichen der Solidarität

Derweil haben die Formel-1-Piloten am Freitag beim Training zum Großen Preis von Großbritannien ein Zeichen des Mitgefühls für de Villota gesetzt. Ob WM-Spitzenreiter Alonso oder Rekordchampion Michael Schumacher – viele Fahrer hatten ihre Helme mit dem Logo der Spanierin beklebt.

Ex-Champion Lewis Hamilton nutzte die Pause wegen des Dauerregens in Silverstone, um den asymmetrischen, orangefarbenen Stern höchstpersönlich auf seinem Kopfschutz anzubringen. "Wir sind alle bei Maria", twitterte Ferrari-Star Alonso über einem Foto seines Helmes.

Mercedes zwitscherte ebenfalls Bilder vom roten Helm Schumachers und dem leuchtend gelben von Teamkollege Nico Rosberg – beide mit dem De-Villota-Stern versehen. Auf ihren Autos hatten Timo Glock und Charles Pic das Logo ihrer Marussia-Ersatzfahrerin.

Quelle: dapd/sid/pk
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