05.07.12

Mercedes-Team

Schumacher lässt sich kein Ultimatum stellen

Michael Schumacher will gegen den Wunsch seines Arbeitsgebers frühestens im Oktober über seine Zukunft in der Formel 1 entscheiden. Doch Teamchef Ross Brawn will schon für die nächste Saison planen.

Foto: DPA
Schumacher und Brawn
Michael Schumacher (l.) und Teamchef Ross Brawn haben unterschiedliche Ansichten über die Zukunftsplanung des Mercedes-Teams

Den ersten Podiumsplatz für Mercedes hat Michael Schumacher seit knapp zwei Wochen in der Tasche, bis zu seiner Entscheidung über ein weiteres Jahr in der Formel 1 lässt er dagegen sein Team und seine Fans noch weiter zappeln. "Ich habe immer gesagt, dass irgendwann die Zeit kommen wird, in der wir uns zusammensetzen. Es ist aber so, dass vor Oktober sicher keine Entscheidung getroffen werden kann und wird", sagte Schumacher am Donnerstag im Vorfeld des britischen Grand Prix in Silverstone (Sonntag, 14.00 Uhr MESZ/RTL und Sky).

Silberpfeil-Teamchef Ross Brawn, unter dessen Regie Schumacher bei Benetton und Ferrari all seine sieben WM-Titel geholt hatte, wünschte sich zu Beginn der Woche noch einen früheren Zeitpunkt. "In den nächsten sechs Wochen müssen wir uns überlegen, was wir nächstes Jahr tun wollen - das ist die wichtigste Entscheidung", hatte Brawn gesagt: "Danach wissen wir, ob wir uns umsehen müssen oder mit den Fahrern weitermachen, die wir haben."

Schumacher will aber ohne Emotionen und wohl überlegt abwägen, ob er auch im kommenden Jahr noch im Mercedes-Silberpfeil sitzen wird - und sich dabei nicht drängen lassen. Daran ändert auch der dritte Platz zuletzt in Valencia nichts. Es war der erste Podiumsplatz in der "zweiten Karriere" des 43 Jahre alten Rekordweltmeisters, die er Anfang 2010 nach dreijähriger Pause gestartet hatte.

Vieles spricht für Verlängerung des Vertrages

Dabei spricht momentan eigentlich vieles für eine Verlängerung der Ehe Mercedes-Schumacher. Im dritten Jahr seit seinem Comeback hat Schumacher nicht nur in Valencia bewiesen, dass er seiner früheren Extraklasse wieder ganz nahe gekommen ist. Auch die Fahrt zur Qualifying-Bestzeit in Monaco war ein deutlicher Fingerzeig, bei der Zeitenjagd ist er auf Augenhöhe mit Teamkollege Nico Rosberg. Dass Schumacher in der WM-Wertung deutlich hinter Rosberg und der Spitze liegt, ist nicht seine Schuld, schließlich ließ ihn sein Auto in dieser Saison schon viermal im Stich.

Es ist aber auch endlich schnell genug, um zumindest phasenweise ganz vorne mitzumischen. Daran hat Schumacher zwei lange Jahre mitgearbeitet. Deshalb wäre es nur logisch, wenn er jetzt auch die Früchte seiner Arbeit ernten möchte. Dafür müsste er wohl nur Ja sagen, denn sein alter Weggefährte Brawn hält ihm das Cockpit wohl frei. Schumacher selbst wies allerdings zurück, dass die Entscheidung allein bei ihm liege. "Das ist eine Sache zwischen dem Team und mir", sagte er. Zuletzt hatte er schon erklärt: "Was meine Zukunft in der Formel 1 betrifft, werde ich mich ganz bestimmt nicht von emotionalen Gedanken treiben lassen. Für Entscheidungen von solcher Tragweite musst du noch ganz andere Dinge miteinbeziehen."

Schumacher fühlt sich pudelwohl

Allerdings fühlt sich Schumacher augenscheinlich momentan in der Königsklasse pudelwohl. Er wirkt gelöst und entspannt wie nie zuvor in seiner Karriere, die er Ende 2006 zum ersten Mal beendet hatte, weil ihm die Leidenschaft und das Feuer abhanden gekommen waren.

Der Aufbau eines neuen Siegerteams - wie einst bei Ferrari - hatte Schumacher nach drei Jahren Erholung aber zur Rückkehr gereizt. Nur zu gerne würde er mit Brawn und Mercedes, die ihm einst den Einstieg in die Formel 1 ermöglicht hatten, seine Karriere abrunden. Zumindest mit einem weiteren GP-Sieg, dem dann 92. für ihn, und möglichst mit dem WM-Titel für Mercedes.

Schumacher sieht das Team gegenüber dem vorigen Jahr deutlich im Aufwärtstrend. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir ein Auto haben, mit dem wir um die Meisterschaft kämpfen können. Durch die Neuorientierung und Umstrukturierungen bin ich absolut positiv gestimmt, was die Zukunft des Teams angeht", meinte der Kerpener, der sich selbst als jemanden beschreibt, der nicht gerne "etwas geschenkt kriegt". Er liebe es, "dass ich meinen Erfolg erarbeiten muss."

Quelle: sid/pk
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Die Norwegerin Margaret Berger gilt als Favorit
17.05.13ESC 2013
Eurovision Song Contest - Stimmen Sie für Ihren Favoriten

Am Sonnabend tritt Cascada mit ihrem Dance-Song "Glorious" für Deutschland beim Eurovision Song Contest in Malmö an. Bei den Buchmachern stehen aber Dänemark und Norwegen ganz vorn. mehr...


Tod im Badeparadies: Ein 15-Jähriger starb in „Tropical Island“
18:28Badeunfall
15-Jähriger stirbt beim Baden im Freizeitparadies "Tropical Islands"

Im Freizeitbad "Tropical Islands" ist ein Jugendlicher leblos im Wasser gefunden worden. Der Junge wurde noch in eine Klinik gebracht. Doch alle Versuche, ihn wiederzubeleben, scheiterten. mehr...


Madleen Borngräber leidet an einer seltenen Krankheit
17:35Krebs-Gen wie Angelina Jolie
Warum sich eine Berliner Studentin die Brüste amputieren ließ

Madleen Borngräber (25) trägt das Krebs-Gen in sich. Deshalb ließ sie sich vorsorglich die Brüste entfernen. Genau wie Schauspielerin Angelina Jolie, die vor kurzem damit an die Öffentlichkeit ging. mehr...


Hoch hinaus: Breakdancer am Blücherplatz stimmen auf das Multi-Kulti-Fest ein
17:20Kreuzberg
Karneval der Kulturen 2013 in Berlin – Was Sie wissen müssen

Der Karneval der Kulturen hat mit dem obligatorischen Straßenfest am Blücherplatz begonnen. Höhepunkt ist wieder der große Umzug am Pfingstsonntag. Infos zum Fest und die Übersicht der Straßensperrun… mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Der Futiklub Absolutely Ferguson
Zeit für Neues Beckham beendet seine aktive Fußballkarriere
Parlament Bundestag debattiert über Atommüllendlager
Cannes Emma Watson spielt Kriminelle in Coppolas Film
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Großeinsatz

Feuer in Berliner Autowaschanlage

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote