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09.06.12Formel 1
Vettel startet in Kanada von der Pole Position
Beim Qualifying zum Großen Preis von Kanada fährt Sebastian Vettel die schnellste Zeit vor Lewis Hamilton und Fernando Alonso. Nico Rosberg startet von Position fünf, Schumacher nur Neunter.
Foto: DAPD
Für Sebastian Vettel im Red Bull ist es die zweite Pole in diesem Jahr
Weltmeister Sebastian Vettel kann zum ersten "Wiederholungstäter" in dieser Formel-1-Saison werden. Der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim raste am Samstag in Montreal in 1:13,784 Minuten und mit drei Zehntelsekunden Vorsprung vor McLaren-Pilot Lewis Hamilton zum zweiten Mal in dieser Saison nach Bahrain auf die Pole Position und hat damit beste Chancen, wie im Golfstaat daraus auch einen Sieg zu machen. Vettel wäre damit im siebten Rennen des Jahres der erste Pilot, der zum zweiten Mal triumphiert.
"Ich bin natürlich sehr glücklich, denn heute hat endlich mal wieder alles gepasst. Wir haben an den beiden letzten Rennwochenenden sehr viel verstanden und aus unseren Fehlern gelernt", sagte Vettel: "Wenn jetzt auch noch Deutschland gegen Portugal gewinnt, ist es ein super Tag." Für Vettel war es die 32. Pole Position seiner Karriere, womit er in der ewigen Bestenliste zum Briten Nigel Mansell aufschloss. Zu den drittplatzierten Jim Clark und Alain Prost fehlt nur noch eine weitere Bestzeit.
Rosberg zufrieden
Hamilton dagegen könnte im Falle eines Erfolges am Sonntag (20.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) die Serie der wechselnden Sieger fortsetzen. Schon sechs unterschiedlichen Sieger in den ersten sechs Rennen hatte es in der Geschichte der Königsklasse noch nie gegeben. Vettel hofft seinerseits auf seinen ersten Sieg in Kanada, nachdem er im vorigen Jahr den Erfolg durch einen kleinen Ausrutscher in der letzten Runde verpasst hatte. "Es wäre toll, hier zu gewinnen. Die Atmosphäre hier ist fantastisch", meinte Vettel.
WM-Spitzenreiter Fernando Alonso steht auf Startplatz drei vor Monaco-Sieger und Vettel-Teamkollege Mark Webber. Mercedes-Pilot Nico Rosberg wurde Fünfter und war damit recht zufrieden, sein Teamkollege Michael Schumacher belegte dagegen lediglich Rang neun. Nico Hülkenberg geht im Force-India-Mercedes von Rang 13 ins Rennen, Marussia-Pilot Timo Glock vom 22. Startplatz.
Schumacher war sauer, dass ihn sein Team in der letzten Runde in die Box beordert hatte, weil er nach Meinung der Teamführung nicht mehr rechtzeitig vor Ablaufen der Trainingszeit in die Runde gegangen war. "Ich fuhr aber bei grün durch, deshalb verstehe ich das nicht", meinte Schumacher, der in Kanada schon siebenmal gewonnen hat und sich eigentlich für dieses Mal einiges ausgerechnet hatte.
Vor dem 7. von 20 WM-Läufen führt Alonso in der Gesamtwertung mit 76 Punkten knapp vor Vettel und Monaco-Sieger Webber, die jeweils 73 Punkte auf dem Konto haben. Dahinter folgen Hamilton (63) und Rosberg (59).
Hülkenberg war bei seiner ersten Runde von einem Ausrutscher eines Sauber aufgehalten worden. "Diese Runde hätte gereicht", meinte er etwas traurig. Auch Glock war enttäuscht. "Das war kein besonders gutes Qualifying", sagte der Odenwälder, der in Montreal
Morddrohungen gegen Villneuve
2004 sein Formel-1-Debüt gefeiert hatte: "Mit dem ersten Reifensatz hatte ich einen Fehler, mit dem zweiten bin ich nur gerutscht. Normalerweise ist man mit dem zweiten Satz drei bis fünf Zehntelsekunden schneller. Wir müssen analysieren, warum das heute nicht der Fall war."
Unterdessen hat der frühere Weltmeister Jacques Villeneuve, nach dessen 1982 tödlich verunglückten Vater Gilles Villeneuve die Rennstrecke mitten im St.-Lorenz-Strom benannt ist, von den seit Monaten in Montreal gegen zu hohe Studiengebühren demonstrierenden Studenten Morddrohungen erhalten. "Ich habe eine Vielzahl an ausfallenden, beleidigenden und bedrohlichen E-Mails bekommen", sagte der Kanadier. Darunter seien auch "Morddrohungen" gewesen.
Der 41-jährige Villeneuve hatte die Studenten, die die Aufmerksamkeit für den Grand Prix für ihre Zwecke nutzen wollen, zu einem Ende ihrer Kundgebungen aufgefordert. "Die Proteste dauern nun seit drei Monaten an. Ich denke, dass jetzt jeder genug davon hat", sagte der Weltmeister von 1997: "Wir haben es gehört. Jetzt ist es Zeit, in die Unis zurückzukehren." Am Donnerstag und Freitag waren bei Protesten in der Stadt mehr als 50 Personen festgenommen worden.
1. Sebastian Vettel (Heppenheim/Red Bull) 1:13,784 Min.
2. Lewis Hamilton (Großbritannien/McLaren) +0:00,303
3. Fernando Alonso (Spanien/Ferrari) +0:00,367
4. Mark Webber (Australien/Red Bull) +0:00,562
5. Nico Rosberg (Wiesbaden/Mercedes) +0:00,627
6. Felipe Massa (Brasilien/Ferrari) +0:00,681
7. Romain Grosjean (Frankreich/Lotus) +0:00,861
8. Paul Di Resta (Großbritannien/Force India) +0:00,921
9. Michael Schumacher (Kerpen/Mercedes) +0:01,028
10. Jenson Button (Großbritannien/McLaren) +0:01,398
11. Kamui Kobayashi (Japan/Sauber) 1:14,688
12. Kimi Räikkönen (Finnland/Lotus) +0:00,046
13. Nico Hülkenberg (Emmerich/Force India) +0:00,060
14. Daniel Ricciardo (Australien/Toro Rosso) +0:00,390
15. Sergio Perez (Mexiko/Sauber) +0:00,468
16. Bruno Senna (Brasilien/Williams) +0:00,482
17. Pastor Maldonado (Venezuela/Williams) +0:00,543
18. Heikki Kovalainen (Finnland/Caterham) 1:16,2631
19. Witali Petrow (Russland/Caterham) +0:00,219
20. Jean-Eric Vergne (Frankreich/Toro Rosso) +0:00,339
21. Pedro de la Rosa (Spanien/HRT) +0:01,229
22. Timo Glock (Wersau/Marussia-Virgin) +0:01,638
23. Charles Pic (Frankreich/Marussia-Virgin) +0:01,992
24. Narain Karthikeyan (Indien/HRT) +0:02,067
Quelle: sid
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