08.06.12

Formel 1

Hamilton dominiert Freies Training, Vettel Vierter

Zwei Trainingseinheiten, zweimal der Schnellste. McLaren-Pilot Hamilton hat am Freitag ein Ausrufezeichen gesetzt. Er könnte das Siegerroulette in dieser Saison weiter am Laufen halten.

Foto: DPA
Lewis Hamilton
Lewis Hamilton war der schnellste Pilot im Freien Training von Montreal

Gutes Tempo auf der Strecke, ein bisschen Glück bei den Rennkommissaren und eine hochkarätige Option für die Zukunft: Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel kann mit dem ersten Tag beim Großen Preis von Kanada zufrieden sein. Im freien Training für den siebten Saisonlauf am Sonntag (20.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) war der Heppenheimer als Vierter nur 0,272 Sekunden langsamer als McLaren-Pilot Lewis Hamilton an der Spitze. Zudem werden die Hoffnungen des von Ferrari begehrten Titelverteidigers Vettel auf seinen ersten Montreal-Erfolg nicht durch eine Strafe erschwert. Nach einer leichten Kollision mit Bruno Senna beließen es die Regelhüter bei einer Verwarnung und einem erhobenen Zeigefinger.

"Wir haben unser gesamtes Programm ohne Probleme durchgebracht und sind mit dem Auto ziemlich zufrieden. Wir hoffen, bis morgen vielleicht noch einen kleinen Schritt zu machen. Die Mauern stehen hier dicht dran, da muss man aufpassen. Aber das macht ja auch Spaß", sagte Vettel.

Glock wird nur Vorletzter

Die beiden Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Michael Schumacher sowie Nico Hülkenberg im Force-India-Mercedes landeten auf den Positionen sieben, acht und neun. Marussia-Pilot Timo Glock war auf Position 23 Vorletzter. "Ein guter Auftakt, bei dem wir uns ganz auf die Rennvorbereitung konzentriert haben und deshalb auch keine schnellen Runden mit weniger Gewicht und dem weicheren Reifen gefahren sind", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Nach Rosbergs zweitem Platz und Schumachers Qualifying-Bestzeit in Monaco trauen die Experten den Silberpfeilen erneut viel zu. "Ich war seit meinem Comeback noch nie so nah am Sieg wie jetzt", sagte Schumacher mit viel Optimismus. Sollte dem 43 Jahre alten Rekordweltmeister tatsächlich sein erster Sieg in seiner "zweiten Karriere" und der insgesamt achte in Kanada gelingen, würde er zu Pilot "007" - zum siebten Sieger im siebten Rennen der Saison 2012, was auch auf Hamilton zuträfe. So etwas hat die Königsklasse seit ihrer Gründung 1950 noch nie erlebt.

Vettel kollidiert mit Senna

Nach der Kollision mit Senna, dem er über den Frontflügel gefahren war, hatte Vettel möglicherweise auch die ehrliche Einsicht vor einer härteren Strafe bewahrt. "Es war ein Missverständnis von meiner Seite", hatte Vettel nach der Befragung durch die Kommissare erklärt. An Sennas vorzeitigem Feierabend in der zweiten Trainingseinheit war Vettel unschuldig. Da hatte der Neffe des 1994 tödlich verunglückten dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna seinen Williams heftig gegen die "Wall of Champions" am Beginn der Zielgeraden gesetzt und wie schon der Finne Heikki Kovalainen (Caterham) am Vormittag eine Unterbrechung ausgelöst.

Für kurze Schrecksekunden sorgten auch ein Fuchs und ein Eichhörnchen, die während des ersten Trainings auf die Strecke auf einer Insel mitten im St.-Lorenz-Strom gelaufen waren. Beide Tiere brachten sich aber wieder hinter den Betonmauern in Sicherheit, bevor das nächste Rennauto heranbrauste.

Offene Tür bei Ferrari

Für die fernere Zukunft steht für Red-Bull-Pilot Vettel eine Tür bei Ferrari offen. "Seb ist ein großartiger und sehr guter Fahrer, sehr gut ist noch untertrieben. In der Zukunft: Sag niemals nie!", sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali in kleiner Runde in Montreal.

Immer wieder schwirren Spekulationen über eine Vettel-Zukunft in Rot durch das Formel-1-Fahrerlager, wird über Ausstiegsklauseln und Vorverträge gemutmaßt, obwohl der Heppenheimer immer wieder beteuert, dass er sich bei Red Bull rundum wohl fühlt. Dennoch hat Domenicali ihn anscheinend mittelfristig auf der Rechnung. "Ich kann sicher sagen, dass er ein großer Champion ist und dass Ferrari Interesse an ihm hat - in der Zukunft", erklärte der Italiener: "Mehr im Moment aber nicht." Auch ein Traumpaar Vettel/Alonso hält Domenicali für möglich: "Das ist keine Frage für heute. Aber wenn man intelligente Leute hat, starke Fahrer, dann ist es einfach zu arbeiten."

Quelle: sid/jr
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