Formel 1
Schumacher setzt in Montreal auf Glückszahl 7
Mit der Qualifying-Bestzeit in Monaco hat Michael Schumacher gezeigt, dass seine alte Klasse immer noch da ist. In Montreal will er jetzt endlich auch im Rennen seiner Pechsträhne davonfahren.
Die 7 ist seine Glückszahl: Deswegen trägt Michael Schumachers Mercedes-Silberpfeil die Startnummer 7 statt der auch möglichen 8. Sie steht vor allem für die 7 WM-Titel des Rekordchampions, aber zum Beispiel auch für bereits 7 Siege in Montreal.
Und bei der nächsten Auflage des Großen Preises von Kanada am Sonntag (20.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) könnte Schumacher der 7. Sieger im 7. Saisonrennen werden. "Tripel 7 wäre fein: Startnummer 7, bisher 7 Siege, 7. Saisonrennen", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug.
Platz 18 in der aktuellen WM-Wertung mit mageren zwei Pünktchen spiegelt Schumachers Leistungen im dritten Jahr nach seiner Rückkehr in die Formel 1 überhaupt nicht wider. Im Qualifying ist er seit Saisonbeginn seinem Teamkollegen Nico Rosberg ebenbürtig, die Bestzeit ausgerechnet in Monte Carlo hat allen gezeigt, dass Schumachers alte Klasse immer noch vorhanden ist.
Pannenserie beenden
In den Rennen hatte Schumacher aber bereits viermal vorzeitig Feierabend, und davon ging nur der Unfall mit Bruno Senna in Barcelona, für den er in Monaco vom ersten auf den sechsten Startplatz zurückgesetzt wurde, auf seine Kappe.
Die Pannen in Melbourne (Getriebedefekt), Shanghai (Rad nicht richtig angeschraubt) und Manama (Heckflügeldefekt im Qualifying) lagen nicht in seiner Hand. "Ich denke grundsätzlich, dass seine positiven Gefühle in dieser Saison die negativen überwiegen", sagte Teamchef Ross Brawn zuletzt der Sport Bild.
Dennoch soll jetzt auch endlich an einem Sonntag der Knoten platzen. "Unser Ziel ist es, unseren positiven Trend fortzusetzen", sagte Haug, schränkte aber ein: "Was bei der heutigen Wettbewerbsdichte allerdings bei keinem Team ohne Rückschläge passieren kann." Daher hält sich der Schwabe lieber ein bisschen zurück: "Eine Ansage vor dem Rennen ist nicht unser Ding, sie würde uns kein Tausendstel schneller machen."
Gutes Pflaster
Einen Paukenschlag im Rennen traut Haug Schumacher aber auf jeden Fall zu. "Michael war beim Qualifying in Monaco der Schnellste, auf jener Strecke, über die man sagt, der Einfluss des Fahrers sei dort größer als auf jeder anderen", meinte Haug, der an den von vielen Experten prognostizierten Mercedes-Vorteil durch die Stop-and-Go-Charakteristik und die langen Geraden des Circuit Gilles Villeneuve aber (noch) nicht richtig glauben will: "Das wird von vielen behauptet. Ich möchte zumindest den ersten Trainingstag abwarten und erst dann eine Einschätzung der aktuellen Wettbewerbssituation vornehmen."
Für Schumacher ist die Strecke auf einer Insel mitten im St.-Lorenz-Strom aber ein gutes Pflaster. Neben den sieben Siegen stehen dort sechs Pole Positionen für ihn in der Statistik, außerdem zeigte er 2011 dort eine der besten Vorstellungen seiner "zweiten Karriere", wie er selbst es nennt.
Dass dieses "zweite Karriere" auch noch in ein viertes Jahr gehen wird, ist durchaus wahrscheinlich. "Wir haben unsere Ziele mit Michael nicht erreicht. Das lag aber nicht daran, dass das Auto oder Michael zu langsam waren. Es kamen einfach ein paar unglückliche Umstände zusammen", sagte Brawn: "Mit der Pole Position in Monaco hat Michael gezeigt, wozu er noch fähig ist. Es gibt also keinen Grund für uns, nicht mit ihm weitermachen zu wollen."















