Eishockey LIVE
Eisbären spielen erstmals in der O2- Arena
Die Eisbären-Fans treffen sich heute zum letzten Mal vor einem Spiel ihres Teams am Alexanderplatz – als Reminiszenz an alte Zeiten. Denn ab sofort führt der Weg bei Heimspielen in eine andere Richtung, zur O2 World am Hauptbahnhof. Den Anfang macht das Match gegen Augsburg.
Von Marcel Stein
Ein bisschen soll es noch einmal wie früher werden. An der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz treffen sich heute viele Fans des EHC Eisbären. Das haben sie immer so gemacht, wenn die Derbys gegen die Capitals anstanden. Gemeinsam ging es dann Richtung Charlottenburg.
Diesmal ist der Weg ein anderer. Derbys gibt es schon lange nicht mehr. Und vieles, was die Eisbären prägte, fehlt jetzt auch. Der Treffpunkt dient ein letztes Mal als kurze Reminiszenz an alte Zeiten. Dann geht es los, die Fans des Eishockey-Klubs marschieren Richtung Zukunft. Sie nennen es Umzug, denn auch ihr Verein zieht heute um 16.30 Uhr – gegen Augsburg spielt der EHC Eisbären zum ersten Mal in der O2-World.
Der Marsch zur Arena am Ostbahnhof wird kein ausgelassenes Freudenfest werden. Auch eine Menge Wehmut tragen die Fans mit sich herum. Die alte, kleine Eishalle im Sportforum, der Wellblechpalast, war für viele mehr als nur eine Spielstätte. Sie war ein Ort, an dem man unter sich war, an dem die kleine Eisbären-Familie zusammen kam, ein bisschen in der Vergangenheit schwelgte und sich geborgen fühlte.
Jetzt soll die Eisbären-Familie eine ganz große werden. 14200 Zuchauer haben Tickets für die erste Partie erworben – ausverkauft. Auf die Fans der Berliner kommt nun das zu, was sie bislang nur aus anderen Großarenen kannten, das Eventpublikum.
Drei Meisterbanner werden aufgehängt
Darauf ist der Verein angewiesen, das wissen auch die altgedienten Anhänger. Mit der Vergangenheit des Klubs wird deshalb sparsam umgegangen. Nur die drei Meisterbanner der vergangenen vier Jahre werden unter das Hallendach gezogen. Die Tafeln mit den 15 DDR-Titeln bleiben in Hohenschönhausen. "Die DDR ist eher was für den Welli", sagt EHC-Sprecher Daniel Goldstein. Nur nicht zu viel Nostalgie, man will das neue Publikum schließlich nicht verschrecken.
Aber auch dem Stammpublikum wollte der Verein nicht vor den Kopf stoßen. Die alten EHC-Anhänger haben sich eine Fankneipe gewünscht, sie haben sie bekommen. Sie haben sich Stehplätze gewünscht, auch das wurde berücksichtigt. Gut 2000 Stehplätze gibt es in der O2-World. Ob das reicht, um genug Stimmung in der neuen Halle zu verbreiten, sehen manche Fans skeptisch.
Heute kommt es zum ersten Kontakt zwischen den Anhängern der alten Schule und den neugierigen Fans der Unterhaltung. Beide Seiten müssen sich aneinander gewöhnen. Die einen an die sportliche Unbedarftheit der Neulinge. Die anderen an das verklärte "Ost, Ost, Ost-Berlin" der Stammgäste.
Die Mannschaft ist begeistert von der neuen Umgebung. "Ich freue mich, vor über 14000 Leuten zu spielen", sagt Kapitän Steve Walker. Das Schicksal hat ihm und seinen Kollegen für die erste Partie sogar eine Konstellation verschafft, die man sich nicht besser ausdenken könnte. In den Augsburger Panthern empfangen die Eisbären den Tabellenführer. Im Spitzenspiel können die Eisbären nun selbst auf Rang eins klettern. Es wäre der perfekte Auftakt. Das Team könnte das neue Publikum mit Erfolg begeistern und die alten Fans ihre Wehmut vergessen lassen.
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