EHC Eisbären
Berliner Paradesturm muss ständig ran
Weil es bei den Berliner Eisbären so viele Verletzte gibt, muss die erste Reihe derzeit dauernd raus und sich mit den Gegnern herumschlagen.
Von Marcel Stein
Ein bisschen war es wie früher in den vergangenen Wochen. Eis, Eis, Eis. Gefühlt zwei Drittel und damit doppelt so viele Minuten wie üblich musste die erste Reihe des EHC Eisbären raus und sich mit den Gegnern rumschlagen. Aber zwei von ihnen kennen das ja noch bestens. In Augsburg war es für Darin Olver und Barry Tallackson normal, so viel auf dem Eis zu stehen. Die großen Verletzungsprobleme des EHC ließen nun Erinnerungen aufkommen. "Das kann man so sagen", erzählt Tallackson.
Eigentlich sollte es ja nicht mehr so sein, dass von ihnen Wohl und Wehe der Mannschaft abhängt wie noch in Augsburg, von wo aus sie im Sommer zum Meister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wechselten. Ihre Aufgabe war es, ein ausgeglichenes Team punktuell zu verstärken. Die vielen Ausfälle veränderten jedoch einiges. Gemeinsam mit ihrem Reihenkollegen Florian Busch und den besten Verteidigern wurden Olver und Tallackson wieder zu Dauerläufern. Zu sehr erfolgreichen. Den Stürmern macht das vor allem Spaß, jeder mag viel spielen. "Dann bist du einfach gut im Spiel drin", sagt Tallackson. Es zeigt auch die Wertschätzung des Trainers. Die haben sich Olver und Tallackson nicht nur mit ihren Toren verdient, beide rangieren mit je 18 Treffern ligaweit auf Platz zwei, sondern ebenso mit ihrer verbesserten Defensivarbeit. Die waren sie nicht gewohnt, inzwischen aber leisten sie nach hinten einen respektablen Beitrag. "Für mich ist das ein Plus, das macht mich zu einem besseren Spieler", sagt Tallackson.
Größere Erwartungen
Die viele Eiszeit fordert die Spieler allerdings auch mehr. "Das ist eine andere Verantwortung als in Augsburg", so Tallackson. Die Erwartungen beim Spitzenklub sind riesig, anders als bei den Schwaben etwa. Aber die beiden gehen gut damit um. Die Beanspruchung betrifft ebenso die physische Ebene. "Du wirst natürlich schneller müde", sagt Tallackson. Gut im Rhythmus zu sein helfe jedoch, das zu überspielen. Zudem sei viel auch abhängig davon, wie eine Partie laufe. "Wenn wir den Puck oft verlieren und hinterherlaufen müssen, wird es schwer, das aufzufangen, wenn du sehr oft auf dem Eis bist", erzählt Kapitän und Vielspieler Richie Regehr. Allzu häufig passierte das den Eisbären nicht, sie bauten ihren Vorsprung an der Tabellenspitze sogar aus. "Wenn du weißt, dass du viele Einsätze hast, gehst du viel bewusster in ein Spiel", so Regehr.
Über mögliche negative Auswirkungen, etwa, dass die Kraft später fehlt, denkt der Kapitän nicht nach. "Es ist doch mein Job, mich fit zu halten", sagt er. Außerdem steht Anfang Februar eine zehntägige Pause bevor. Und wenn alles nichts mehr hilft, "dann gehst du zu Bommel auf die Bank und lässt dich massieren", sagt Florian Busch im Vertrauen auf die heilenden Hände des Physiotherapeuten. Trotzdem wäre es schön, wenn bald ein paar Kollegen zurückkämen. Am Freitag in Iserlohn wird das noch nicht der Fall sein.
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