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17.01.12

EIshockey

Eisbären erspielen sich drei Punkte Vorsprung

Torreiches Spiel der Berliner Eisbären gegen die die Grizzly Adams Wolfsburg: Das Team aus der Hauptstadt siegte beim Nachholspiel mit 6:5 und hat seinen Vorsprung auf die Adler Mannheim damit ausgebaut.

© picture alliance / Eibner-Presse/picture alliance
DEL - Adler Mannheim - Eisbären Berlin
Barry Tallackson traf für die Berliner in der fünften Minute

Er hätte Schlittschuhe tragen sollen, Trikot und Helm, dazu einen Schläger in den Händen halten. So war es gedacht. Doch Sven Felski stand im Anzug da, weil er ein bisschen zu hart eingestiegen ist in Mannheim, bei seinem 901. Einsatz in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Wegen der Sperre sollte die Ehrung für das 900. Spiel des 37-Jährigen aber nicht ausfallen. Nach einer kleinen Zeremonie erhielt der Stürmer des EHC Eisbären die vorbereiteten Geschenke trotzdem vor der Heimpartie gegen die Wolfsburg Grizzlies, auch Gernot Tripcke, der Geschäftsführer der Liga, gratulierte Felski.

Der Abstecher nach Berlin dürfte sich für Tripcke aber auch sonst gelohnt haben. Etwa, weil er Zeuge einer begeisternden Partie wurde. Aber vor allem, weil er erleben durfte, dass die Zukunft im deutschen Eishockey gar nicht so schlecht aussieht. Denn die Berliner stellten sich, übertrieben gesagt, mit einer aufgemotzten Juniorentruppe gegen den Finalisten der Vorsaison. Und schickten den trotzdem ohne Punkte nach Hause, mit 6:5 (2:1, 4:2, 0:2) setzten sich die Eisbären durch.

Gut, die Eisbären sind nicht irgendwer. Titelverteidiger, Tabellenführer – von der Mannschaft darf immer viel erwartet werden. Dennoch stellt sich die Lage gerade nicht so dar, dass die Berliner als Favorit in Spiele gehen. Schon gar nicht gegen Teams wie Mannheim, wo es gerade ein 2:5 setzte, oder wie Wolfsburg, das einen guten Lauf hat. Dafür gibt es genau neun Gründe. Die heißen: Dominik Bielke, Stefan Ustorf, Mads Christensen, Constantin Braun, André Rankel, Tyson Mulock, Denis Pederson, Julian Talbot und Sven Felski. Bis auf Felski sind alle verletzt. Nur weil kurzfristig Nick Angell Einsatzbereitschaft signalisierte, gingen die Berliner nicht mit zehn Ausfällen ins Spiel. Wobei Angell nur sehr wenig Eiszeit hatte.

An so etwas kann sich Eisbären-Manager Peter John Lee trotz seiner 56 Jahre nicht erinnern. "In meiner langen Eishockeylaufbahn als Spieler, Co-Trainer, Coach und Manager habe ich noch nie so viele Verletzte bei einem Team auf einmal erlebt", sagt er. Ein Glück für ihn, dass er sich beim Kooperationspartner FASS aus der Dritten Liga bedienen kann, wo die Eisbären ihre Talente parken. Nun standen gleich fünf von ihnen, Vincent Schlenker, Thomas Supis, Henry Haase, Roman Veber (drittes DEL-Spiel) und Justin Ludwig (DEL-Debüt), auf dem Eis. Alle sind zwischen 18 und 19 Jahre alt. Schlenker spielte sogar in der zweiten Sturmreihe. Überhaupt waren bei den Eisbären nur drei Spieler dabei, die älter als 26 Jahre sind.

Vermutlich dachten sich die Wolfsburger angesichts dieser Ausgangslage, dass ihnen nicht viel passieren kann. Das konnte man ihnen nicht einmal verdenken, nachdem die Eisbären in den vergangenen beiden Spielen elf Gegentore hatten hinnehmen müssen. Doch es kam alles etwas anders. Mit einem Doppelschlag von Barry Tallackson und Schlenker ging es los (5.). In der laufintensiven Partie wechselten die Vorteile dann lange hin und her, Darin Olvers Führungstreffer zum 3:2 (25.) glich Patrick Pohl – Leihgabe des EHC – aus (27.). Doch Daniel Weiß (29.), Laurin Brain in Unterzahl (33.) und erneut Darin Olver (38.) brachten die Berliner mit 6:3 in Front. Trotz hektischer Minunten am Schluss konnten die Eisbären ihren Vorsprung ins Ziel bringen. Es war ein besonderer Sieg, es war auch ein Erfolg der Jugend.

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