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13.11.10

Eisbären

Florian Busch wird nicht im Nationalteam spielen

Atychiphobie ist die starke Angst davor, Fehler zu machen. Diese Diagnose scheint auch zutreffend für Eisbär Florian Busch zu sein, denn er sagte das nächste Spiel mit dem Nationalteam ab. Grund: Angst wieder einen Fehler zu machen.

© picture-alliance/ dpa
Florian Busch
Florian Busch (hinten) im DEB-Trikot, hier beim Länderspiel gegen die Schweiz im Februar 2008. Bei den nächsten Spielen der Nationalsmannschaft ist er nicht dabei

Ein paar freie Tage, ein bisschen Erholung, Florian Busch kann das gut gebrauchen. Durch das neue internationale Vorbereitungsturnier hat er mit dem EHC Eisbären in der bisher noch jungen Saison schon so viel Eishockey gespielt wie sonst nie zu diesem Zeitpunkt. Eingeplant aber war der Kurzurlaub nicht für ihn, eigentlich sollte Busch während der Ligapause mit der deutschen Nationalmannschaft beim Deutschland Cup in München spielen, wo die erste Partie gegen Kanada auf dem Programm stand.

Busch sagte ab, sehr kurzfristig. Warum, das sagte er nicht. Auch Bundestrainer Uwe Krupp behielt es für sich. Buschs Verein kommentierte die überraschende Entscheidung ebenso wenig. Dafür brachte ein anderer Licht ins Dunkel, Franz Reindl nämlich, der Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). "Er hat panische Angst, wieder einen Fehler zu machen", erzählt Reindl. Vor mehr als zweieinhalb Jahren hatte der 25-Jährige einen Dopingtest verweigert, juristisch ist er längst rehabilitiert und könnte wieder im Nationaltrikot spielen. Doch so weit ist der Angreifer offenbar noch nicht.

Das Thema löst in dem Spieler immer wieder Unbehagen aus, wer Busch kennt, weiß, dass er diese Dinge am liebsten aus der Öffentlichkeit heraushalten würde. Daher verwundern die teils sehr persönlichen Einblicke, die Reindl gestattet, schon etwas. "Er sagt, er ist den Anforderungen nicht gewachsen", berichtet der DEB-Generalsekretär, der von Busch in einem Telefonat einen Tag vor der Nominierung über dessen Verzicht auf den Deutschland Cup informiert worden ist. Um im Nationalteam spielen zu können, müssen sich die Profis den strengen Meldevorschriften der Nationalen Antidopingagentur (Nada) unterwerfen. Genau darin liegt anscheinend das Problem.

Mit den Richtlinien der Nada komme Busch "einfach nicht zurecht". Er habe bereits eine Verwarnung von der Nada erhalten. Offenbar, weil er etwas falsch ausgefüllt hat bei der Meldung des Aufenthaltsortes. Drei Verwarnungen können schon zu einer Sperre führen, die sich auch auf die Liga auswirken würde. Das löse bei dem Spieler "wirklich Karriereangst" aus, erzählt Reindl.

"Florian ist sehr nervös"

Vertraut mit der Problematik ist Eisbären-Manager Peter John Lee. "Florian ist sehr nervös in dieser Angelegenheit", sagt Lee, "er will alles ordentlich machen." Nur fällt ihm das offenbar schwerer als anderen. Und weil er nicht sicher ist, ob er das abstellen kann, bleibt er lieber zu Hause. "Er macht sich viele Gedanken und will vorsichtig sein", erzählt der Manager, der nicht glücklich ist über die Äußerungen des DEB-Generalsekretärs. Das ganze Hin und Her um den verweigerten Test und der anschließende juristische Dauerstreit seien für Busch ein traumatisches Erlebnis gewesen, weshalb er nun großen Druck verspüre.

Busch ist nicht der einzige, der Sorgen mit dem Meldesystem hat. Sascha Goc etwa, seit Jahren einer der besten Verteidiger in der DEL, erschien es zu heikel, wegen eines möglichen Formfehlers seine Karriere zu gefährden. Daraufhin beendete der Profi vom Meister Hannover Scorpions kurzerhand seine Karriere in der Nationalmannschaft. Womöglich gehen Busch ähnliche Gedanken durch den Kopf. "Ich weiß nicht, wie es bei ihm mit der Nationalmannschaft weitergeht", sagt Lee. Er fürchtet, dass das Vertrauen des Spielers zum DEB nach den Äußerungen Reindls Schaden nehmen könnte.

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