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06.08.10

Eishockey

Denis Pederson hat Sehnsucht nach den Eisbären

Kurz vor dem Play-off-Start hatte Denis Pederson sein Karriereende verkündet. Wohl etwas vorschnell, denn jetzt will er wieder spielen - bei den Eisbären in Berlin.

© picture-alliance
Denis Pederson will zurück zu den Eisbären
Denis Pederson will zurück zu den Eisbären

Den größten Teil seiner Sommerarbeit hat Peter John Lee längst erledigt. Der Kader des EHC Eisbären steht, die Mannschaft befindet sich mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). An sich eine gute Gelegenheit für den Manager, sich mal ein bisschen zurückzulehnen. Gebrauchen könnte er es, denn für Urlaub ist in diesem Jahr keine Zeit geblieben.

Ruhige Tage sind Lee allerdings auch jetzt nicht vergönnt. Neuerdings muss er sich mit einem Fall beschäftigen, den er schon bei den Akten glaubte. Verantwortlich dafür ist ein Mann, der im fernen Vancouver sitzt und offenbar von reichlich Sehnsucht geplagt ist. Nach Eishockey, nach Berlin, nach den Eisbären. Die Rede ist von Denis Pederson, dem Denis Pederson, der Ende März kurz vor dem Play-off-Start sein Karriereende verkündet hat.

Wohl etwas vorschnell, wie er nun leidvoll erfahren muss. "Man muss Denis kennen, um das zu verstehen", sagt Lee. Er kennt ihn, schließlich war Pederson sieben Jahren bei den Eisbären und in dieser Zeit eine Attraktion für die gesamte Liga. Er war einer, der stets auf höchstem Niveau spielte, sich dabei immer für das Team aufopferte, der nie aufgab, Professionalität vorlebte. Aber das hat auch Spuren hinterlassen. "Denis hat in allem immer 100 Prozent gegeben, dann hatte er das Gefühl, dass er das vielleicht nicht mehr über eine ganze Saison könnte. Deshalb wollte er aufhören", sagt Lee.

In den vergangenen Wochen hat der EHC-Manager des Öfteren mit Pederson telefoniert. Lee hörte sich an, was in dessen Kopf vorgeht. Sogar entschuldigt habe sich Pederson für seinen Sinneswandel. "Er ist ein ganz ehrlicher Mensch, der alles schnell loswerden muss. Deshalb hat er sich auch damals nicht genug Zeit gegeben, um gründlich über seine Entscheidung nachzudenken", erzählt Lee. Familiäre Gründe führte der Mittelstürmer an für seinen Entschluss, der so ziemlich jeden überraschte. Zumal er erst 34 Jahre alt ist und die vergangene Saison als Topscorer beendete. Jetzt hält es ihn kaum noch in der Heimat, aus den Gesprächen hat Lee das Gefühl mitgenommen, Pederson würde am liebsten schon zum Saisonstart wieder mit dem Eisbären-Trikot in der O* World auflaufen.

Was den Manager nun in einen Gewissenskonflikt stürzt. Zwar sagt er, dass der Kanadier nach jetziger Marktlage zu den besten Offerten zählen würde. Außerdem habe er viel für den EHC geleistet, war stets eine Führungsfigur. Aber ihn einfach so zurückzuholen, das gehe auch nicht: "Wir haben das nicht erwartet und uns anders eingerichtet." Deutlich jünger ist das Team nun, die deutschen Nationalspieler mittleren Alters sollen den Ton angeben. "Im Moment fühle ich mich sehr gut mit der Mannschaft. Obwohl ich manchmal Gänsehaut kriege, weil ich nicht weiß, wie sich das Team entwickelt", so der Manager, "aber ich will das auch nicht gleich wieder kaputt machen."

Andererseits würde ein bisschen mehr Erfahrung in der Mannschaft den einen oder anderen bei den Eisbären sicher etwas ruhiger in die Saison gehen lassen. Da Pederson seine Motivation wiedergefunden hat, ist davon auszugehen, dass er wie gewohnt auf Top-Niveau agieren wird. Deshalb dürften bald andere Vereine ihre Angebote bei Pederson platzieren. "Wir müssen uns Gedanken machen", sagt Peter John Lee. Die ersten Partien der neuen Eisbären könnten dabei eine wichtige Rolle spielen. Nächste Woche haben die Berliner drei Auftritte in Helsinki und Oslo. Vielleicht bekommt Lee dort plötzlich Sehnsucht nach Pederson.

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