Aus im Play-off
Eisbären Trainer Don Jackson macht weiter
Die Panther haben die Eisbären umgehauen, vom Meistersockel gestoßen. Nach ihrer 2:6-Niederlage in der Berliner 02-World im entscheidenden Play-off-Spiel muss sich der noch amtierende, aber gestürzte Deutsche Meister neu finden. Trainer Don Jackson will auf jeden Fall bleiben, auch Sven Felski will es noch mal wissen.
Die großen Eisbären sind erlegt: Der letzte Biss der kleinen Augsburger Panther und das Sensations-Aus im Viertelfinale traf den gestürzten deutschen Eishockey-Meister bis ins Mark. Trainer Don Jackson hielt am späten Mittwochabend fast schon eine Abschiedsrede, will aber in Berlin bleiben. Die Spieler rätselten in der Kabine über das 2:6 im entscheidenden fünften Spiel.
Manager Peter John Lee fand sofort klare Worte. "Das tut weh im ersten Moment, das ist ein Sch...gefühl", sagte der Vater von vier Meisterschaften seit 2005. Augsburgs Siegertrainer Larry Mitchell genoss ein paar Meter daneben den heißen Triumph mit einem kalten Schluck Sekt aus dem Plastikbecher. "Wir haben bewiesen, dass wir alles andere als satt sind", sagte der Coach der Panther nach dem ersten Halbfinal-Einzug des DEL-Gründungsmitglieds.
Der Vorrunden-Achte, der in den Vor-Playoffs schon DEL-Rekordmeister Adler Mannheim ausgeschaltet hatte, tritt nach dem größten Favoritensturz der vergangenen Jahre im Halbfinale der Außenseiter an diesem Freitag beim EHC Wolfsburg an. Die Hannover Scorpions erwarten den ERC Ingolstadt.
Die beste Mannschaft seien immer noch die Eisbären, meinte Mitchell. Aber ein Jahr nach der Meisterparty auf dem Balkon der O2 World werden sich die Berliner am Freitag nur zum verfrühten Abschied treffen – in dieser Besetzung danach wohl nicht mehr. Denis Pederson wurde nach dem letzten Spiel seiner Karriere von den treuen Fans in der Arena gefeiert. Kapitän Steve Walker will im Sommer über seine Zukunft entscheiden, Urgestein Sven Felski wird dagegen weitermachen. Nach einem Viertelfinal-Aus aufzuhören, gehe nicht, stellte der 33-Jährige fest, obwohl er sich ziemlich leer fühle.
"Wir müssen uns jetzt alle besinnen und dann wieder angreifen. Vielleicht ist es gar nicht so gut, wenn man so weit weg ist in der Vorrunde", sagte Felski nach dem Punkterekord der Berliner. Wer 123 Zähler hole, müsse etwas richtig gemacht haben, diktierte Trainer Jackson, der Spielern und Fans für die Saison dankte und klang, als würde er im nächsten Moment den Ausstieg aus seinem bis 2011 laufenden Vertrag erklären. Doch anders als Meistercoach Pierre Pagé, der nach dem Pre-Playoff-Aus 2007 den angekündigten Abschied vollzog, kommt Jackson wieder. "Ich habe eine Minute nach dem Aus zu Peter Lee gesagt, ich freue mich auf das nächste Jahr, ich kann es kaum erwarten", erklärte der Amerikaner.
An Einsatz und Bemühen habe es nicht gelegen, stellte Jackson fest, dessen Mannschaft aber nur beim 5:3 am Ostermontag in Augsburg und den ersten 14 Minuten am Mittwochabend Playoff-Form zeigte. Nach der Führung durch Walker brachen sich die Eisbären durch Strafzeiten und krasse Fehler praktisch selbst das Genick. "Wir haben genau das getan, was wir wollten. Dann schaust Du auf die Anzeigetafel, und es steht 1:3", sagte der geknickte Walker. Unbelohnt blieb die Aufholjagd gegen die unermüdlichen Panther, bei denen Dennis Endras den Vergleich der Nationaltorhüter gegen Rob Zepp klar gewann.
"Die Stimmung ist auf dem Höhepunkt. In zwei Playoff-Runden zehn Titel rausgeworfen – das schafft man nicht so oft. Wir hatten das größere Herz. Alles, was jetzt kommt, ist Bonus", sagte Endras, der in Augsburg bleiben wird – anders als die meisten Ausländer, die laut Trainer Mitchell in der kommenden Saison für mehr Geld bei anderen Clubs spielen werden. "Das macht mich noch stolzer, dass sie mit dem Herzen noch bei den Augsburger Panthern sind", sagte Mitchell.
Seine Mannschaft will sich gegen Wolfsburg für das letztjährige Aus in den Vor-Playoffs revanchieren – und das mit Eisbären-Hilfe. Die Panther durften am Donnerstag in der O2 World trainieren und werden dann erneut in der Hauptstadt übernachten. Wegen des Europa-League-Spiels der VfL-Fußballer gegen den FC Fulham fanden die Augsburger in Wolfsburg keine Hotel-Zimmer mehr.
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