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04.03.10

Eishockey

EHC Eisbären gewinnt gegen Hannover Scorpions

Meister Eisbären Berlin zieht an der Tabellenspitze der Deutschen Eishockey Liga (DEL) weiter einsam seine Kreise. Die Mannschaft siegte gegen die Hannover Scorpions mit 3:2 nach Penaltyschießen. Dabei schaffte Ersatzmann Kevin Nastiuk etwas, das Stammtorhüter Rob Zepp bislang verwehrt blieb.

© picture alliance / ZB
Die Eisbären Berlin müssen in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mehrere Monate auf Denis Pederson verzichten. Der 35 Jahre alte Kanadier, mit 37 Punkten (16 Tore, 21 Vorlagen) drittbester Scorer der Eisbären in der aktuellen Saison, erlitt einen Riss des hinteren Kreuzbandes und des Außenbandes im rechten Knie
Im Penaltyschießen machte Denis Pederson den Berliner Sieg perfekt

Die Perspektive war neu für Kevin Nastiuk. Bisher kannte der 24-Jährige die O2 World nur von seinem Platz auf der Bank. Betreten durfte er das Eis nur bei der Vorstellung des EHC Eisbären, mit seiner Gittermaske unterm Arm. Weil er als Ersatztorhüter zum Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gekommen ist.

Doch auch ein Ersatzmann benötigt Spielpraxis. Die genehmigte ihm Trainer Don Jackson gegen die Hannover Scorpions zum ersten Mal vor heimischer Kulisse. Der Kanadier, vor sechs Wochen engagiert, schaffte dabei etwas, das Stammtorhüter Rob Zepp bislang verwehrt blieb. Er feierte am Donnerstagabend mit dem Meister einen Heimsieg gegen die um den Einzug ins Playoff kämpfenden Niedersachsen. Im insgesamt vierten Versuch gelang dem EHC ein 3:2 (2:1, 0:0, 0:1, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen.

Zuvor hatte Jackson Nastiuk nur ein Mal eingesetzt. In Hannover. Vor gut einem Monat setzten sich die Berliner dort mit 4:3 nach Penaltyschießen durch. Der Gegner, mag es Jackson durch den Kopf gegangen sein, könnte dem jungen Goalie also liegen. Da den Protagonisten im Eishockey ein gewisser Grad an Aberglauben bescheinigt werden darf, besaß der Entschluss des Trainers eine eigene Logik.

Wo die genau gelegen haben soll, mochten sich wohl einige nach 99 Sekunden fragen. Da musste Nastiuk den Puck bereits aus dem Netz holen. Allerdings war die Abwehrmöglichkeit für den Torhüter stark eingeschränkt. Die Scorpions fuhren einen Konter, den Thomas Dolak mühelos verwertete. Nur 20 Sekunden später sah es wieder freundlicher aus, Travis Mulock hatte umgehend ausgeglichen.

Für Nastiuk ergaben sich genug Möglichkeiten, die Entscheidung des Coaches zu rechtfertigen. Wenn auch nicht sofort, denn die Berliner forcierten das Tempo. Sie bewegten sich schneller und koordinierten ihre Angriffe besser als zwei Tage zuvor gegen Köln (4:1). Was sich im Powerplay auszahlte, als Richie Regehr das Spielgerät kraftvoll in die Maschen beförderte (16.).

Sein Leistungsvermögen konnte der Torhüter demonstrieren, als seine Vorderleute ihre Linie verloren. Die Partie wurde hektisch, verlief sich zunehmend in Zweikämpfen, die oftmals nicht regelgerecht geführt wurden. Meistens von den Eisbären. Ein Grund dafür könnte ein Mangel an frischem Personal gewesen sein, vier Spieler fehlten Jackson. In den zahlreichen Unterzahlsituationen aber hinterließ Nastiuk einen guten Eindruck.

Im letzten Dritten konzentrierten sich die Berliner wieder mehr dem eigenen Spiel. Was für Nastiuk weniger Arbeit bedeutete. Doch als Adam Mitchell aus kurzer Distanz abzog, konnte er den Puck erst Zentimeter hinter der Linie stoppen (54.).

Was letzten Endes aber nichts machte, denn im Penaltyschießen setzten sich die Berliner dank eines Treffers von Denis Pederson und zweier Paraden von Nastiuk durch. Die Hannover Scorpions liegen ihm offenbar. Und die EHC-Fans feierten den Neuen mit lauten Sprechchören.

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