Eishockey
Eisbären siegen zu Hause gegen Köln mit 4:1
Rund 13.800 Fans waren am Dienstag in Berlin heiß darauf, endlich wieder Eishockey zu sehen. Doch wer sich mit olympischem Spielen über die Pause getröstet hatte, der musste sich erst wieder an die deutlich langsamere deutsche Liga gewöhnen. Dennoch dominierten die Eisbären gegen die Kölner Haie wie erwartet.
Ein neuer Wettbewerb müsste her, das wär’s. Nicht immer nur Tore erzielen und so die Punkte sammeln. Sympathie könnte doch auch mal ein Maßstab sein. Dann hätte der EHC Eisbären, der in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) das Toreschießen und Punktesammeln perfektioniert hat, derzeit wohl keine Chance auf den ersten Platz. Den würden sicher die Kölner Haie einnehmen.
Mit dem althergebrachten System funktioniert es bei den Rheinländern seit geraumer Zeit nicht mehr so gut, wie auch am Dienstag beim 4:1 (2:0, 0:0, 2:1) der Eisbären gegen die Haie vor 13.800 Zuschauern in der O2 World zu sehen war. Dafür werden die Kölner gerade erdrückt vom Zuspruch der Eishockeyfans aus ganz Deutschland. Wegen der sportlichen Misere: Vergangene Saison wurde das Play-off verpasst – selbiges droht nun erneut beim Tabellenzehnten – und verursachte eine Lücke von 1,5 Millionen Euro im Etat, 500.000 davon sind kurzfristige Verbindlichkeiten, die sogar zur Insolvenz führen können.
Doch Köln hat im Eishockey eine große Tradition, niemand mag die Haie untergehen sehen. Daher die plötzliche Sympathie, oder besser, das Mitgefühl. Viele Fans, nicht nur aus Köln, haben sich sogar schon das eigens aufgelegte "Retter"-T-Shirt gekauft.
In Berlin war diese Oberbekleidung allerdings nicht zu sehen. Überhaupt hielt man es eher mit der eigenen Mannschaft. Vielleicht war der Entzug auch einfach zu groß, um den Befindlichkeiten anderer zu viel Aufmerksamkeit beizumessen. Vier Wochen lag das letzte Heimspiel zurück, zwei Wochen lang pausierte die Liga wegen der olympischen Winterspiele. Die Welle, die schon zu Spielbeginn durch die Arena schwappte, illustrierte eindrucksvoll die Sehnsucht der EHC-Fans.
Diejenigen von ihnen, die das olympische Turnier verfolgt hatten, mussten sich schnell wieder mit der hiesigen Normalkost anfreunden. Mit den Bildern des Finales im Kopf kam einem die Partie vor, als würde sie in Zeitlupe ablaufen. Dabei sind die Eisbären die Mannschaft in der DEL, die noch am ehesten eine Idee vom großen Eishockey vermittelt. "Wir spielen unser Spiel und setzen sie früh unter Druck, so dass die gar nicht mehr rauskommen", sagte Constantin Braun nach dem ersten Drittel, in dem Stefan Ustorf (12.) und Tyson Mulock (17.) für den EHC getroffen hatten.
Das gnadenlose Tempo, das permanente Forechecking, das kompromisslose Körperspiel, die faszinierende Dynamik, all die Dinge, die das Turnier in Vancouver ausmachten, waren nur in Ansätzen zu sehen. Mehr von den Eisbären, weniger von den Haien, die durch den Ex-Berliner Marcel Müller zum Anschluss kamen (43.).
Entschuldigend muss aber erwähnt werden, dass die Eisbären, für die Jeff Friesen zum 3:1 traf (47.) und Olympia-Fahrer Sven Felski zum 4:1 (56.), sich nach der Olympia-Pause erst ihrer Topform annähern wollen. Bei noch acht Spielen in der Hauptrunde und 17 Zählern Vorsprung in der Tabelle geht es ihnen nicht mehr primär um Punkte. Die Eisbären üben für den neuen Wettbewerb: das Play-off.
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