Eishockey
Die Eisbären schlagen endlich zurück
Die Negativserie ist gebrochen: Nach drei Niederlagen in Folge ist dem Meister in Wolfsburg ein Sieg gelungen. Die Berliner behaupteten ihren Zehn-Punkte-Vorsprung in der Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga. Ein Mittel gegen die Trägheit haben die Eisbären aber offenbar noch nicht gefunden.
Von Marcel Stein
Es waren nur fünf Tage, in denen es beim EHC Eisbären mal etwas anders lief als gewohnt. Aber weil eben nichts so war wie sonst, weil drei Niederlagen hintereinander eine Sache sind, mit der sie nur schwer umgehen können bei den Berlinern, fühlten sich die fünf Tage wie eine Ewigkeit an. Aber nun ist es vorbei, in Wolfsburg endete die böse Serie. Die Berliner gewannen 3:2 (0:1, 1:1, 2:0) und behaupteten ihren Zehn-Punkte-Vorsprung in der Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).
Zuletzt hieß es ab und zu bei den Eisbären, dass Erfolg nachlässig macht. Etwas präziser müsste es aber wohl heißen, dass der Erfolg bei den Berlinern müde macht. Das ist zwar durchaus kein neues Problem, seit Wochen geraten sie regelmäßig in Rückstand. Inzwischen werden sie nur wesentlich später wach. Zumindest auf die letzte der zuvor drei Niederlagen, die gegen Hannover (3:4), traf dies fraglos zu.
Ein Mittel gegen die anfängliche Trägheit haben die Eisbären offenbar auch in Wolfsburg nicht gefunden. Etwas schläfrig wirkte nicht nur die Abwehr des Meisters, auch Torhüter Rob Zepp war nicht ganz auf dem Posten, als Andreas Morczinietz ihn mit einer bauerntrick-ähnlichen Bewegung überwand. Gerade sechs Minuten waren da gespielt.
Ihres Problems sind sich die Berliner durchaus bewusst. "Wir dürfen nicht nur 45 Minuten Eishockey spielen, sondern wir müssen 60 Minuten spielen", lautete die einfache Formel von Verteidiger Derrick Walser. Mit den momentanen Bedingungen scheint das aber eine zu große Herausforderung zu sein. Wie gegen Hannover fehlten auch in Wolfsburg drei Spieler wegen Sperren oder Verletzungen aus, darunter Kapitän Steve Walker.
Immerhin schlugen die Wolfsburger aus der Schläfrigkeit der Berliner nicht so schamlos Kapital wie die niedersächsischen Nachbarn es zwei Tage zuvor mit vier Toren taten. Den Gastgebern gelang durch Kai Hospelt nur noch ein Treffer (27.), bevor auch die Eisbären ihre Betriebstemperatur erreichten und Tyson Mulock Grizzly-Torhüter Jochen Reimer austanzte und auf 1:2 verkürzte (32.).
Der Treffer wirkte wie ein Adrenalinstoß auf den Titelverteidiger. Er riskierte mehr, spielte schneller nach vorn, machte Druck. Das Spiel gewann an Dynamik. Doch nicht nach einem flinken Spielzug traf Derrick Walser zum Ausgleich, in einem Moment der Unaufmerksamkeit überraschte er mit einem Schuss, den keiner der Wolfsburger erwartet hatte (43.).
Verblüfft waren Reimer und sein Kollege Jason Ulmer auch, als der Puck kurz vor Schluss plötzlich zwischen ihnen lag. Sie konnten sich nicht entscheiden, wer ihn nimmt – bis Sven Felski ihnen den Entschluss abnahm und den Siegtreffer erzielte (56.). Glücklich zwar, aber auch hart erarbeitet.
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