EHC Eisbären
Florian Buschs Weg ins Nationalteam ist frei
Dienstag, 29. Dezember 2009 20:11 - Von Marcel SteinEishockey-Nationalspieler Florian Busch von den Eisbären kann wieder für die deutsche Nationalmannschaft spielen. Nachdem seine Dopingsperre annulliert worden war, hat der 24-Jährige nun die Athleten-Vereinbarung des Eishockey-Bundes unterschrieben. Doch auf dem Weg zu den Olympischen Spielen sind noch nicht alle Hürden genommen.

Fragen bitte nur zum nächsten Spiel, macht Florian Busch gleich klar, als er nach dem Training vom Eis kommt. Halb ist er schon in der Kabine verschwunden, eher nicht damit rechnend, dass tatsächlich jemand etwas über die Partie gegen die Kölner Haie wissen will. Aber gut. Also spricht Busch davon, dass das letzte Spiel des Jahres in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) für seine Mannschaft ein sehr intensives wird (Mittwoch, 19.30 Uhr, O2 World). „Der Trainerwechsel hat Köln etwas gebracht.“ Und: „Sie haben eine starke Serie.“ Danke.
Eigentlich sind das wirklich nicht die erhofften Informationen. Einen Gang weiter, im Trainerzimmer des EHC Eisbären, liegt ein Stück Papier. Eines, das 21 Monate lang eine ziemlich zentrale Rolle im Leben des 24-Jährigen gespielt hat. Eines, bei dem ziemlich viele Leute zuletzt rätselten, ob und wann Busch es unterschreiben würde.
Nachdem sich der Stürmer in der Kabine aus seiner Rüstung geschält hat, kommt er noch einmal heraus. In Schwitzwäsche und Badelatschen folgt er Eisbären-Manager Peter John Lee ins Trainerzimmer, in ein paar Sekunden ist alles erledigt. „Ich habe jetzt die Athletenvereinbarung unterschrieben“, sagt Busch. Lee faxt das Papier zum Deutschen Eishockey-Bund (DEB), der Busch wieder in seinen Kader für die Nationalmannschaft aufnehmen kann.
Noch sind einige Fragen zu klären
Wenn am Mittwoch das vorläufige Aufgebot für die Olympischen Spiele in Vancouver bekannt gegeben wird, muss Busch allerdings nicht zwangsläufig dabei sein. „Wir werden nicht vorpreschen, bevor wir nicht mit den anderen Gremien gesprochen haben“, sagte DEB-Präsident Uwe Harnos zum Verfahren. Ein paar Fragen sind nämlich noch zu klären. So muss für Busch eine Sondergenehmigung bei der Nationalen Antidopingagentur (Nada) beantragt werden, denn er war nicht wie vorgeschrieben sechs Monate im Pool der Athleten, die jederzeit getestet werden können.
Busch, zuletzt bei der Weltmeisterschaft im Mai 2008 für den DEB aktiv, hatte sich nach dem Urteil Zeit gelassen mit der Unterschrift. „Wir haben auch erst einmal einige Dinge klären müssen“, sagt Lee. Es wurde etwa anwaltlich geprüft, ob dem 43-maligen Nationalspieler noch Nachteile entstehen könnten. Auch vergewisserte man sich des Wohlwollens der Nada. „Die Zusammenarbeit ist sehr gut“, so Lee.
Kein Einfluss mehr auf Olympia-Teilnahme
Busch selbst will seine Unterschrift nicht überbewerten, er hat ohnehin genug von dem Rummel um seine Person, den er damals ausgelöst hat. „Für mich ist das jetzt kein Fahrschein zu Olympia“, sagt er. Sein Teil ist erledigt, alles andere liegt nicht in seinen Händen.
Kontakt mit Bundestrainer Uwe Krupp gab es bisher nicht. „Er hat versucht anzurufen, aber Buschi ändert seine Telefonnummer so oft, deshalb hat Krupp mit mir geredet“, sagt Lee. Um Konkretes ging es nicht in dem Gespräch, die Vereinbarung fehlte noch. Allerdings hatte Krupp, nun im Besitz von Buschs aktueller Nummer, stets darauf hingewiesen, dass er „einer der besten deutschen Stürmer“ ist und zuletzt auch die Hoffnung geäußert, ihn bald wieder einsetzen zu können.
Sobald der DEB von der Nada, dem Deutschen Olympischen Sportbund und dem Innenministerium das Einverständnis hat, ist der Weg frei für Buschs Rückkehr. Selbst wenn der technisch versierte Stürmer heute noch nicht im Kader steht, muss Busch die Olympischen Spiele nicht abschreiben. Der Termin wurde in Nordamerika nur aus Marketinggründen vorgegeben, um mit der Teilnahme der NHL-Profis werben zu können. Bis zum 14. Februar 2010 kann Krupp den Kader noch nach Belieben ändern.
Florian Busch interessieren diese Eventualitäten nicht besonders, „ich konzentriere mich auf das nächste Spiel“. Fragen also bitte am besten nur dazu.


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