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Deutsche Eishockey-Liga

Eisbären quälen sich zum Sieg

Erst zehn Minuten vor Spielbeginn trafen die Grizzly Adams am Freitag in der O2 World ein. Die Partie begann mit großer Verspätung. Die Wolfsburger kamen dann erst gegen Ende des Spieles in Schwung, und auch die Berliner quälten sich. Er reichte aber schließlich für einen Heimsieg.

Eisbaeren Berlin v Grizzly Adams Wolfsburg - DEL
Foto: Bongarts/Getty Images/Getty
Florian Busch (l.) konnte auf Berliner Seite befreit aufspielen, seine Sperre ist vom Tisch

Nicht alles im Leben läuft nach Plan. Das kann daran liegen, dass unerwartete Ereignisse eintreten. Wie in Düsseldorf, wo nach den Vorkommnissen von Straubing vor einer Woche erneut eine Eismaschine streikte und so den Abbruch der Partie gegen Ingolstadt provozierte. Oder es bleiben bei der Reiseplanung wichtige Faktoren unberücksichtigt – wie in Wolfsburg. Vielleicht hatte man bei den Grizzly Adams die Wetterdaten schlicht ignoriert. Per Bus machte sich das Eishockeyteam aus Wolfsburg am Freitag auf den Weg in die Hauptstadt – und stand lange im Stau auf der vereisten Autobahn. So lange, dass die Mannschaft zur Partie beim Tabellenführer EHC Eisbären erst um 19.20 Uhr, zehn Minuten vor Spielbeginn, an der O2 World ankam.

Der konnte natürlich nicht eingehalten werden, die Gäste brauchten ja auch noch Zeit, um sich zu präparieren. Erst mit gut einer Stunde Verspätung konnte der Puck zum Eröffnungsbully eingeworfen werden. Nur 87 Sekunden später ertönte bereits die Torfanfare für die Eisbären. Mit ihren Gedanken waren die Wolfsburger da wohl noch im Bus, in den sie als Verlierer wieder einstiegen. Mit 4:3 (2:0, 1:0, 1:3) setzte sich der Meister durch, musste aber gerade im Schlussdrittel, als die Wolfsburger aufzuwachen schienen, noch um den Sieg zittern.

Die Umstände des Abends hatten wohl auch die Eisbären beeinflusst. Auch sie quälten sich durch die Partie, in der Florian Busch nach zweimaligem Pausieren wegen einer Fußprellung wieder mitwirkten konnte. Gerade für ihn war das letztlich sekundär. Denn am Freitag erhielt der 24-jährige Stürmer die Begründung für das Urteil, welches das Schweizer Bundesgericht in seinem Fall gesprochen hat. Demnach ist die zweijährige Sperre, die der Internationale Sportgerichtshof Cas im Sommer verhängt hatte, gegenstandslos und das Verfahren beendet.

Busch hatte im März 2008 einen Dopingtest verweigert, ihn mit negativem Reslutat aber wenig später nachgeholt. Da er beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) keine Athletenvereinbarung unterschrieben hatte, unterlag er keiner Schiedsgerichtsbarkeit. Bei seinem WM-Einsatz im Mai musste er jedoch ein entsprechendes Formular unterzeichnen. Woraufhin die Weltantidopingagentur (Wada) vor dem Cas eine Sperre forderte. Das Cas entschied im Sinne der Wada.

Zu Unrecht, sagte das Bundesgericht, das Papier galt nur für den Zeitraum der WM. Somit lag das Vergehen außerhalb der Zuständigkeit des Cas. Busch, der am Sonnabend mit der Mannschaft ab 14 Uhr im Nike Town Berlin Autogramme gibt, kann folglich wieder für das Nationalteam spielen – und sogar wieder auf eine Olympiateilnahme hoffen.



Erschienen am 18.12.2009

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