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Eishockey

Eisbären verlieren gegen Rekordmeister Mannheim

Trotz einer unglücklichen Niederlage haben die Eisbären Berlin die Tabellenspitze in der Deutschen Eishockey-Liga zurückerobert. In einem Nachholspiel verloren sie in der O2 World mit 3:4 nach Verlängerung gegen DEL-Rekordmeister Adler Mannheim.

In seinem 500. DEL-Spiel durfte Stefan Ustorf als Kapitän des EHC Eisbären auflaufen
Foto: picture-alliance/City-Press
In seinem 500. DEL-Spiel durfte Stefan Ustorf als Kapitän des EHC Eisbären auflaufen

Ganz sicher gab es welche, die schon drauf gewartet haben. Wer sich mit Statistiken auskennt, wusste ja, dass der Tag bald kommen würde, an dem sie beim EHC Eisbären Berlins schönstes Lächeln in all seiner Pracht präsentieren würden. Und nun stand Stefan Ustorf vor dem Spiel gegen die Adler Mannheim da, das Jubiläumstrikot mit der 500 drauf in der Hand und im Gesicht ein breites Grinsen, das in einen dunklen Abgrund führt.

Ustorf hat sich daran gewöhnt, er zeigt Mut zur Lücke, die vergangene Saison bei einem Arbeitsunfall entstanden ist. Ein Schlagschuss erleichterte ihn um die vordere Zahnfront. Im Spiel kann das sogar von Vorteil sein; wenn der Stürmer seine Gesichtsmuskeln im richtigen Verhältnis anspannt, sieht er wild aus, Furcht einflößend. Bei Mannheim hat das aber nur bedingt gewirkt, im Spitzenspiel der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) unterlag der EHC 3:4 (1:2, 2:1, 0:0, 0:1). Allerdings erst nach Verlängerung, so dass die Berliner mit dem einen Zähler trotzdem die Tabellenführung übernahmen.

In seinem 500. DEL-Spiel durfte Ustorf als Kapitän des Meisters auflaufen. Auf diese Ehre hätte er gern verzichtet, die langwierige Verletzung von Steve Walker (Innenbanddehnung im rechten Knie) machte eine Neuvergabe des „C“ jedoch notwendig. Die Wahl hätte kaum auf einen Würdigeren als auf den 35-Jährigen fallen können.

Ein Kämpfer, einer, der nie aufgibt, sondern sich aufopfert für die Mannschaft – so einer ist Ustorf. Seine Einstellung, das zeigte sich gegen Mannheim auf dem Eis, hat der Routinier an viele der jungen Berliner weitergegeben. Es fing gut an für den EHC, Travis James Mulock erzielte nach einem schönen Pass von Daniel Weiß zeitig das 1:0 (6.). Doch danach verloren die Berliner etwas den Anschluss.

Das zu erwartende Spektakel blieb vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften O2 World aus. Das Stürmische, das beide Mannschaften kennzeichnet, stellte sich nur für kurze Momente ein. Zu ähnlich der Stil, zu groß das Wissen um die Gefährlichkeit des Gegners, als dass bedingungslos auf Angriff gesetzt wurde. Bei den wenigen Ausnahmen agierte Mannheim geschickter, Ahren Spylo (12.), Michael Hackert (19.) und Andy Hedlund (25.) brachten die Adler 3:1 in Führung. Wie dem beizukommen ist, wusste Ustorf. „Wir müssen mehr Druck auf ihr Tor und ihre Verteidigung machen“, sagte er in der ersten Pause. Die jungen Spieler setzten es um. Als die Partie endlich mehr Fahrt aufgenommen hatte, traf der 21-jährige Constantin Braun mit seinem ersten Saisontor zum Anschluss (29.). André Rankel, zum elften Mal erfolgreich, erzielte den Ausgleich (39.).

Ausgeglichen gestaltete sich auch der Rest der Partie. Bis Ronny Arendt in der Verlängerung den Siegtreffer für den DEL-Rekordmeister erzielte. Kurz zuvor hatte Sven Felski ganz allein vor dem Mannheimer Torhüter stehend das entscheidende Tor auf dem Schläger – aufgelegt von Stefan Ustorf.

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