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Berlin vs. Düsseldorf

DEL-Spitzenreiter Eisbären Berlin patzt erneut

Eine Scheibe ging zu Bruch - und danach lief es für die Berliner Eisbären einfach nicht mehr rund. Nach der halbstündigen Unterbrechung war die Überlegenheit der Berliner verschwunden. Der Abschuss vor dem Tor gelang nicht, die DEG Metro Stars nutzten hingegen ihre Chancen.

Die DEG Metro Stars gehören zu den Spitzenklubs in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), das macht sie zu etwas Besonderem. Ganz allgemein. Doch wie sieht es im Speziellen aus? Die Düsseldorfer waren einst Meister, aber das waren andere auch. Sie haben eine riesige, schicke Arena, aber die ist oft schlecht besucht. Das ist nicht besonders, sondern eher traurig. Sie verfügen über eine Mannschaft mit viel NHL-Erfahrung, befinden sich aber trotzdem im Mittelfeld der Tabelle. Dieser Mannschaft unterlag Tabellenführer EHC Eisbären 3:7 (1:1, 0:3, 2:3). Doch das wäre an sich auch noch nichts Ungewöhnliches – wäre es nicht in Berlin passiert.

Vier Wochen mussten die zuletzt im Dauer-Auswärtseinsatz befindlichen Eisbären warten, bis sie mal wieder daheim antreten durften. Eine ungewohnt lange Pause mitten in der Saison. Als die Fans die Mannschaft auf dem Eis der ausverkauften O2 World (14.200 Zuschauer) begrüßten, war sogar etwas Sehnsucht zu spüren. „Man, war das eine lange Zeit ohne Eishockey“, stöhnte der Stadionsprecher. Da ahnte noch keiner, wie der Abend enden würde.

Beendet war die Geduldsprobe mit dem ersten Bully noch nicht. Dem stimmungsvollen Beginn – Assistenztrainer Hartmut Nickel bekam per Videobotschaft nachträglich Glückwünsche der Spieler zum 65. Geburtstag und Stürmer Sven Felski gab zu seinem 35. nachträglich und in Unterzahl das erste Tor der Partie aus (8.) – rauschte Denis Pederson mit einem DEG-Spieler in die Bande. Für die betroffene Plexiglasscheibe war das zuviel, sie zerbarst in tausende Splitter. Es folgte ein 31-minütiger Arbeitseinsatz der Hallencrew mit musikalischer Untermalung.

Währenddessen hielten sich die Mannschaften in der Kabine auf. „Es ist gar nicht so leicht, danach wieder ins Spiel zu kommen“, sagte EHC-Stürmer Travis James Mulock. Zumindest für den Meister galt dies, für Düsseldorf weniger. Den Rheinländern gelang durch Brandon Reid der Ausgleich (18.).

Mit jedem Treffer wurden die Berliner wütender

Das vorherige Aufeinandertreffen der beiden Finalisten der vergangenen Saison endete mit einem 2:6. Es war ein schwaches Spiel der Eisbären, aber „die Düsseldorfer wissen auch genau, wie sie gegen uns spielen müssen“, sagte Trainer Don Jackson. Diesmal sei man besser darauf vorbereitet.

Gemessen an Torchancen traf das zu. Davon generierten die Berliner einige, mehr als die Gäste. Die Eisbären spielten hübsches Eishockey, ließen die Scheibe wandern. Nur vor dem Tor brachte ihr Spieltrieb sie nicht weiter. Effektiver arbeiteten die Metro Stars, wenn sie in die Nähe von Rob Zepp kamen, musste der Torhüter der Berliner meist hinter sich greifen. Erst traf Rob Collins (21.), dann Adam Courchaine (32.) und dann wieder Collins (38.). Auffällig am zweiten Drittel war das Muster, nachdem es ablief: Mit jedem Treffer wurden die Berliner wütender, stürmten noch mehr nach vorn und achteten immer weniger auf ihre Verteidigung.

Ganz allein konnte Collins deshalb beim 4:1 für die DEG losmarschieren. Einige Fans der Eisbären mussten das allerdings nicht mit ansehen. Sie hatten sich in der 35. Minute in die Umläufe begeben und protestierten erneut mehr gegen die ihrer Meinung nach unzureichenden Bedingungen in der Arena. Betont wird immer, dass die Proteste sich nicht gegen die Mannschaft richten. Etwas Frust nahmen die Fans aber mit ins letzte Drittel. „Wir wollen euch kämpfen sehen“, gehört normalerweise nicht in ihr Repertoire. Spätestens nach dem 5:1 durch Courchaine hatte der Slogan aber durchaus Berechtigung (42.). Die Eisbären boten nicht das, was man von ihnen gewohnt ist. Ihrem Spiel fehlte, trotz des 2:5 durch Florian Busch (46.) und des 3:5 durch Felski (50.), zu oft die Konsequenz.

Erstaunlich ist, dass ausgerechnet die Metro Stars es verstehen, den Titelverteidiger in eine solche Position zu drängen. Sie sind die einzige Mannschaft der Liga, die die Eisbären in dieser Saison zweimal bezwungen hat. Und sie sind das Team mit der besten Auswärtsbilanz in Berlin, es war der 18. Sieg im 35. Spiel. Insofern ist die DEG schon etwas Besonders in dieser Liga.



Erschienen am 20.11.2009

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