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Eishockey

Warum die Eisbären wieder die Liga dominieren

Mit einem 5:2-Sieg gegen Mannheim sind die Berliner Eisbären als eindeutiger Spitzenreiter in die Liga-Pause gegangen. Es scheint , als wäre der Titelverteidiger wieder nicht zu stoppen. Ein Erfolgsgeheimnis ist Kontinuität: Die Berliner haben aufgehört, ihren Kader nach jeder Saison wild umzubauen.

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Neu bei den Eisbären: Angreifer Chris Hahn. Die vergangenen vier Jahre verbrachte der 23-Jährige, der in Kanada als Sohn eines deutschen Vaters geboren wurde und den deutschen Pass besitzt, an der Universität von Maine in den USA. Berlin wird seine erste Profistation.
Foto: picture-alliance / City-Press
Das sind die Berliner Eisbären: Angreifer Chris Hahn. Die vergangenen vier Jahre verbrachte der 23-Jährige, der in Kanada als Sohn eines deutschen Vaters geboren wurde und den deutschen Pass besitzt, an der Universität von Maine in den USA. Berlin ist seine erste Profistation.

Doug Mason ist ein Mann mit Humor, seine Spielanalysen gleiten nicht selten ins Komödiantische ab. Der Kanadier mit niederländischen Vorfahren bietet alles andere als langweiligen Einheitsbrei. Wenn Mason, Trainer der Adler Mannheim, Spaß beiseite lässt, muss also etwas passiert sein.

Was ihn am Sonntagabend zu ungewohntem Ernst zwang, war das Aufeinandertreffen seiner Mannschaft mit dem EHC Eisbären zuvor, dem Titelverteidiger in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), den die Adler so gern entthronen würden. Schmallippig sprach Mason Sätze wie diesen: „Wir haben eine Lektion erhalten.“ In Zahlen lautete sie 2:5.

Durch den Sieg sind die Berliner wieder dort, wo sie sich am wohlsten fühlen: an der Spitze. Einen Punkt dahinter folgen die Adler, die allerdings schon zwei Spiele mehr absolviert haben. Unbeirrt setzen die Berliner ihren Siegeszug im deutschen Eishockey fort. Wieder einmal stellt sich nach etwas mehr als einem Viertel der Saison nur eine Frage: Wer soll diese Mannschaft überhaupt stoppen? „Ich, mein Team und die Zuschauer haben gesehen, wie gut diese Berliner sind“, sagte Mason ehrfurchtsvoll. Pendant Don Jackson hatte zuvor Muße, die Partie unaufgeregt und mit einem genüsslichen Lächeln im Gesicht zu verfolgen. Er sah nicht aus, als würde ihm die Treibjagd auf seine Mannschaft irgendwelche Sorgen bereiten.

Jacksons Ruhe ist Ausdruck des Selbstverständnisses der Berliner. „Wenn man immer erwartet zu gewinnen und hart dafür arbeitet, gibt es kein Limit dafür, wie oft man gewinnt“, sagt der US-Amerikaner. Es ist keine Arroganz, die ihn dabei leitet, sondern die Gewissheit, dass bei den Eisbären jeder alles dafür tut, Erfolg zu haben.

Scheinbar egal ist es deshalb, ob wie in Mannheim wichtige Spieler fehlen. Die Berliner sind in der Lage, ihre vielfältigen Fähigkeiten den jeweiligen Erfordernissen anzupassen. Daran haben sie viele Jahre gefeilt. Sie haben aufgehört, ihren Kader nach jeder Saison wild umzubauen. Stattdessen konzentriert sich Manager Peter John Lee darauf, ausländische Profis höchster Qualität lange zu binden und das Team mit selbst ausgebildeten deutschen Spielern zu ergänzen. Daraus entstand eine große Ausgeglichenheit, vor allem aber ein Zusammenhalt, der so nirgends sonst zu finden ist.

Niederlagen wirken nur wie ausrutscher

Für das Spielsystem der auf Offensive und Tempo dressierten Eisbären bildet diese Kontinuität die perfekte Basis. Das Verständnis untereinander gleicht einem Automatismus, jeder weiß in jeder Situation genau, was er zu tun hat. Wenn sie die Schwächen des Gegners erkannt haben, erlaubt das den Eisbären zu spielen ohne nachzudenken. „Wir müssen versuchen, auf das Niveau der Berliner zu kommen. Dabei geht es um Schnelligkeit, darum, schnelle Entscheidungen zu treffen“, sagt Doug Mason. Seine zur Hälfte neu besetzte Mannschaft musste gegen die Eisbären zu viel überlegen – und handelte zu spät.

Unverwundbar sind die Berliner, deren Torhüter Rob Zepp am Wochenende beim Deutschland Cup in der Nationalmannschaft debütiert – begleitet wird er von den Stürmern Sven Felski, André Rankel und Travis James Mulock, trotzdem nicht. Lässt die Konzentration nach, entstehen Lücken in der Defensive. Der Tabellendritte Augsburg hatte dies zuletzt beim 6:4 aufgedeckt. Allerdings wirken die seltenen Niederlagen bei den Eisbären nur wie Ausrutscher.

Mannheim, das noch wenig konstante Düsseldorf und inzwischen sogar Augsburg gelten als die Mannschaften, die den Berlinern am ehesten gefährlich werden können. „Mannheim hat den stärkten Kader der Liga“, sagt EHC-Kapitän Steve Walker. Aber die Konkurrenz hat nicht viel von dem, was die Eisbären haben. Verlängert sich also das Titelabonnement? „Das Interessante am Sport ist, dass man nie weiß, was passiert“, sagt Jackson. In der DEL war dieser Satz zuletzt außer Kraft gesetzt.

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