Mit einem 5:2-Sieg gegen Mannheim sind die Berliner Eisbären als eindeutiger Spitzenreiter in die Liga-Pause gegangen. Es scheint , als wäre der Titelverteidiger wieder nicht zu stoppen. Ein Erfolgsgeheimnis ist Kontinuität: Die Berliner haben aufgehört, ihren Kader nach jeder Saison wild umzubauen.
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Das sind die Berliner Eisbären: Angreifer Chris Hahn. Die vergangenen vier Jahre verbrachte der 23-Jährige, der in Kanada als Sohn eines deutschen Vaters geboren wurde und den deutschen Pass besitzt, an der Universität von Maine in den USA. Berlin ist seine erste Profistation.
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Im Januar 2010 wurde Kevin Nastiuk als Ersatz-Torhüter verpflichtet. Der 24 Jahre alte Kanadier spielte zuvor in den nordamerikanischen Minor-Leagues bei den Idaho Steelheads und Corpus Christi Icerays. Der 1,85 Meter große und 82 Kilogramm schwere Spieler erhielt einen Vertrag bis Saisonende.
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Es ist noch immer kaum zu glauben, dass einer wie Jeff Friesen seine Schlittschuhe für die Berliner schnürt. Der Stürmer ist ein wirklicher Champion: Zweimal Weltmeister, Stanley-Cup-Sieger. In der nordamerikanischen Profiliga NHL stand er in 977 Spielen auf dem Eis. Doch vor 2007 zog er sich eine Leistenverletzung zu. Er wurde operiert, die Schmerzen blieben. Jetzt startet er in Berlin neu durch.
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Nationalstürmer Travis James Mulock, der Bruder von EHC-Stürmer Tyson, durfte sich zuletzt bei der WM zeigen. Kurioserweise als Akteur, der bei Bad Tölz in der Zweiten Liga spielte. Dort tat sich der 23-jährige Kanadier mit deutschem Pass mit 22 Toren und 38 Vorlagen (Platz 5) hervor.
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Tyson Mulock spielt seit der Saison 2007/2008 in Berlin. Er wurde am 20. Januar 1983 in North Delta, British Colombia (Kanada) geboren. Der Verteidiger mit der Nummer 62 schießt mit rechts.
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Mit Marvin Degon, zuvor in Wolfsburg aktiv, kommt ein Abwehrspieler, der zu den Eisbären passt. "Er ist offensivstark und hat Entwicklungspotenzial", sagt EHC-Manager Peter John Lee über den 25-jährigen US-Amerikaner, der in der abgelaufenen Spielzeit mit elf Toren und 29 Vorlagen viertbester DEL-Verteidiger war.
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Verteidiger Derrick Walser spielte schon einmal bei den Eisbären, von 2004 bis 2006. Dann kehrte der Kanadier (Spitzname Wally) den Berlinern den Rücken und probierte andere internationale Teams aus. Nach seiner letzten Station, Chekhov Vityaz (Russland), ist er nun wieder zurück an der Spree.
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Der Stürmer Florian Busch wurde am 2. Januar 1985 in Tegernsee geboren. Der Linkshänder mit der Nummer 26 mit der Schwäche für Rap und Schweinebraten spielt seit 2002 für den EHC. Er erzielte das entscheidende Tor zum Gewinn der Meisterschaft am 20. April 2008 in Köln in der 68. Spielminute zum 2:1. Bisherige Vereine: TEV Miesbach, Jungadler Mannheim, Star Bulls Rosenheim, EHC Klostersee.
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Sven Felski stürmt mit der Nummer 11. Er ist seit Anfang an beim EHC, ging durch alle Höhen und Tiefen mit den Berlinern. Felski begann erst in der Eiskunstlaufabteilung des SC Dynamo Berlin und wechselte dann zum Eishockey. seine Spitznamen lauten "Felle", "Svenne" und "Bürgermeister".
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Stürmer Stefan Usdorf wurde am 3. Januar 1974 in Kaufbeuren geboren. Die Nummer 14 mit dem Spitznamen "Hooligan" spielt seit 2004 für die Berliner - und das mit Links. Ustorf ist verheiratet und hat zwei Kinder. Bisherige Vereine: ESV Kaufbeuren, Portland Pirates, Washington Capitals, Berlin Capitals, Las Vegas Thunder, Detroit Vipers, Cincinnati Cyclones, Adler Mannheim, Krefeld Pinguine.
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Der Verteidiger Jens Baxmann wurde am 24. März 1985 in Wernigerode im Harz geboren. Der Linkshänder mit dem Spitznamen "Bäxi" und dem Hobby Schlafen spielt seit 2000 in Berlin. Bisheriger Verein: EC Harz Braunlage.
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Verteidiger Andy Roach (Nummer 6) ist gebürtiger Amerikaner und spielt seit 2006 beim EHC. In der Saison 2007/08 war er mit 47 Scorperunkten drittbester Verteidiger der Liga. Ihm gelangen drei Tor-Doppelpacks während der Spielzeit. Seine bisherigen Stationen waren: Waterloo Black Hawks, Ferris State University, San Antonio Dragons, Long Beach Ice Dogs, Utah Grizzlies, Krefeld Pinguine, Adler Mannheim, Lausanne HC, St.Louis Blues, Peoria Rivermen und ZSC Lions.
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Der Kanadier Richie Regehr wurde am 17. März 1983 in Bandung (Indonesien) geboren. Regehrs Eltern waren als Missionare unterwegs. Bisherige Vereine: Kelowna Rockets (WHL), Portland Winter Hawks (WHL), Lowell Lock Monsters (AHL), Omaha Ak-Sar-Ben Knights (AHL), Calgary Flames (NHL) und die Frankfurt Lions (DEL).
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Hier freuen sich Daniel Weiß (links) und Alexander Weiß in der O2 World über das legendäre 11:0 gegen die Augsburger Panther. Daniel Weiß wurde am 22. Februar 1990 in Titisee-Neustadt geboren. Er spielt mit der Nummer 57.
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Rob Zepp steht bei den Eisbären im Tor. Die Nummer 72 wurde am 7. September 1981 in Newmarket, Ontario (Kanada) geboren. Bisherige Vereine: Newmarket Hurricanes, Plymouth Whalers, Florida Everblades, Lowell Lock Monsters, SaiPa Lappeenranta, SaPKo Savonlinna.
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Der Mann mit der Trikotnummer 1 heißt Sebastian Albrecht, kommt aus Berlin und hütet für die Eisbären das Tor. Der 19-Jährige spielte bislang bei den Eisbären Juniors Berlin.
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Frank Hördler spielt seit 2003 als Verteidiger bei dem EHC Eisbären. Hördler trägt in Berlin die Nummer 7 und wurde am 26. Januar 1985 in Bad Muskau geboren.
Doug Mason ist ein Mann mit Humor, seine Spielanalysen gleiten nicht selten
ins Komödiantische ab. Der Kanadier mit niederländischen Vorfahren bietet
alles andere als langweiligen Einheitsbrei. Wenn Mason, Trainer der Adler
Mannheim, Spaß beiseite lässt, muss also etwas passiert sein.
Was ihn am Sonntagabend zu ungewohntem Ernst zwang, war das Aufeinandertreffen
seiner Mannschaft mit dem EHC Eisbären zuvor, dem Titelverteidiger in der
Deutschen Eishockey-Liga (DEL), den die Adler so gern entthronen würden.
Schmallippig sprach Mason Sätze wie diesen: „Wir haben eine Lektion
erhalten.“ In Zahlen lautete sie 2:5.
Durch den Sieg sind die Berliner wieder dort, wo sie sich am wohlsten fühlen:
an der Spitze. Einen Punkt dahinter folgen die Adler, die allerdings schon
zwei Spiele mehr absolviert haben. Unbeirrt setzen die Berliner ihren
Siegeszug im deutschen Eishockey fort. Wieder einmal stellt sich nach etwas
mehr als einem Viertel der Saison nur eine Frage: Wer soll diese Mannschaft
überhaupt stoppen? „Ich, mein Team und die Zuschauer haben gesehen, wie gut
diese Berliner sind“, sagte Mason ehrfurchtsvoll. Pendant Don Jackson hatte
zuvor Muße, die Partie unaufgeregt und mit einem genüsslichen Lächeln im
Gesicht zu verfolgen. Er sah nicht aus, als würde ihm die Treibjagd auf
seine Mannschaft irgendwelche Sorgen bereiten.
Jacksons Ruhe ist Ausdruck des Selbstverständnisses der Berliner. „Wenn man
immer erwartet zu gewinnen und hart dafür arbeitet, gibt es kein Limit
dafür, wie oft man gewinnt“, sagt der US-Amerikaner. Es ist keine Arroganz,
die ihn dabei leitet, sondern die Gewissheit, dass bei den Eisbären jeder
alles dafür tut, Erfolg zu haben.
Scheinbar egal ist es deshalb, ob wie in Mannheim wichtige Spieler fehlen. Die
Berliner sind in der Lage, ihre vielfältigen Fähigkeiten den jeweiligen
Erfordernissen anzupassen. Daran haben sie viele Jahre gefeilt. Sie haben
aufgehört, ihren Kader nach jeder Saison wild umzubauen. Stattdessen
konzentriert sich Manager Peter John Lee darauf, ausländische Profis
höchster Qualität lange zu binden und das Team mit selbst ausgebildeten
deutschen Spielern zu ergänzen. Daraus entstand eine große Ausgeglichenheit,
vor allem aber ein Zusammenhalt, der so nirgends sonst zu finden ist.
Niederlagen wirken nur wie ausrutscher
Für das Spielsystem der auf Offensive und Tempo dressierten Eisbären bildet
diese Kontinuität die perfekte Basis. Das Verständnis untereinander gleicht
einem Automatismus, jeder weiß in jeder Situation genau, was er zu tun hat.
Wenn sie die Schwächen des Gegners erkannt haben, erlaubt das den Eisbären
zu spielen ohne nachzudenken. „Wir müssen versuchen, auf das Niveau der
Berliner zu kommen. Dabei geht es um Schnelligkeit, darum, schnelle
Entscheidungen zu treffen“, sagt Doug Mason. Seine zur Hälfte neu besetzte
Mannschaft musste gegen die Eisbären zu viel überlegen – und handelte zu
spät.
Unverwundbar sind die Berliner, deren Torhüter Rob Zepp am Wochenende beim
Deutschland Cup in der Nationalmannschaft debütiert – begleitet wird er von
den Stürmern Sven Felski, André Rankel und Travis James Mulock, trotzdem
nicht. Lässt die Konzentration nach, entstehen Lücken in der Defensive. Der
Tabellendritte Augsburg hatte dies zuletzt beim 6:4 aufgedeckt. Allerdings
wirken die seltenen Niederlagen bei den Eisbären nur wie Ausrutscher.
Mannheim, das noch wenig konstante Düsseldorf und inzwischen sogar Augsburg
gelten als die Mannschaften, die den Berlinern am ehesten gefährlich werden
können. „Mannheim hat den stärkten Kader der Liga“, sagt EHC-Kapitän Steve
Walker. Aber die Konkurrenz hat nicht viel von dem, was die Eisbären haben.
Verlängert sich also das Titelabonnement? „Das Interessante am Sport ist,
dass man nie weiß, was passiert“, sagt Jackson. In der DEL war dieser Satz
zuletzt außer Kraft gesetzt.