25.10.09

Eishockey

Meister Berlin verliert Topspiel in Augsburg

Einen Sieg brauchen die Adler Mannheim noch, um den Eisbären Berlin die Tabellenführung abzunehmen. Denn der Meister aus Berlin musste sich am Sonntag im letzten Drittel gegen Augsburg doch noch geschlagen geben. Es war ein wahres Spitzenspiel, doch die Berliner mussten zu oft auf die Bank.

Foto: picture-alliance / City-Press

Das sind die Berliner Eisbären: Angreifer Chris Hahn. Die vergangenen vier Jahre verbrachte der 23-Jährige, der in Kanada als Sohn eines deutschen Vaters geboren wurde und den deutschen Pass besitzt, an der Universität von Maine in den USA. Berlin ist seine erste Profistation.

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Ja, starten, das können sie gut, die Augsburger Panther. Aber das hat noch niemandem Angst gemacht in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Denn so sicher wie der gute Start war in der Vergangenheit der Abwärtstrend nach einer handvoll Spielen. Die Panther der Saison 2009/10 wollen nun aber offenbar den Beweis antreten, dass es auch bei ihnen Ausnahmen von der Regel gibt. Ein Viertel der Hauptrunde ist geschafft, und die Schwaben denken nicht daran zu verlieren. Stattdessen bauen sie ihre Siegesserie stetig aus, da kann ruhig der Meister kommen, macht nichts. Mit 6:4 (1:1, 2:3, 3:0) wurde der EHC Eisbären nach rasanten 60 Minuten verabschiedet. Die Augsburger gewannen zum sechsten Mal in Folge.

Oft ist das Prädikat Spitzenspiel allein durch die Platzierung gedeckt. In Augsburg, wo der Dritte den Ersten empfing, wurde die Partie auch auf dem Eis ihrem numerischen Status gerecht. Selbst die Verlierer konnten das nicht bestreiten. "Für die Zuschauer war das ein ziemlich gutes Spiel", fand EHC-Verteidiger Jens Baxmann. Hohes Tempo, harter Körpereinsatz, Chancen im Sekundentakt, viele Tore und Führungswechsel sorgten für hohen Unterhaltungswert.

Das Niveau auf dem Eis gefiel auch EHC-Trainer Don Jackson. Seine Mannschaft spielte gut in Überzahl (drei Tore), konnte aber keine Dominanz aufbauen. Augsburg hielt läuferisch mit und setzte die Berliner nach Bedarf unter Druck. Es hätte alles so viel Spaß machen können, wäre da nicht Schiedsrichter Roland Aumüller gewesen. Der vermieste den Eisbären gehörig den Nachmittag. "Es ist kein schmutziges Spiel gewesen, aber ständig saß einer auf der Strafbank. Da ist es schwer, in einen Rhythmus zu kommen", moserte EHC-Stürmer Stefan Ustorf. Jackson ging nach der Schlusssirene direkt auf Aumüller zu und beschwerte sich. Doch an den letzten beiden Toren (55./59.), die den Sieg für Augsburg brachten, trugen allein die Berliner, die dreimal führten, die Schuld. Jeweils zwei EHC-Profis hatten sich den Platz auf der Strafbank verdient.

In Augsburg hat die neue Konstanz mittlerweile eine heftige Euphorie ausgelöst, nie standen die Panther in 16 Jahren DEL zu diesem Zeitpunkt so gut da. "Hey, was geht ab", klang es aus den Boxen. Diesen Song hatten Fans eines Fußball-Bundesligisten vergangene Saison schon zur Meisterhymne umgedichtet. Etwas voreilig, wie sich zeigte. Andererseits ist das, was gerade in Augsburg abgeht, zu schön, um es nicht zu feiern.

Quelle: BMO
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