Eishockey
Frustbewältigung – Eisbären siegen gegen Augsburg
Beide Mannschaften hatten eine heftige Niederlage hinter sich, als sie am Sonntag in der Berliner O2 World aufeinandertrafen. Doch der EHC Eisbären bekam den Frust besser in den Griff als sein Gegner, die Augsburger Panther. Während sie sich vor allem im Faustkampf durchzusetzen versuchten, holten die Berliner drei Tore aus dem Überzahlspiel.
Von Marcel Stein
Es war eine Frage der Frustbewältigung. Wer würde den besseren Weg finden, die vielen Gegentore aus dem Spiel zuvor zu verarbeiten? Da gab es durchaus eine Menge zu tun für die beiden Kontrahenten. Der EHC Eisbären ging mit einem 2:6, erlitten in Düsseldorf, in den Sonntag. Die Augsburger Panther hatten ein 2:7 gegen Ingolstadt im Gepäck.
EHC-Coach Don Jackson sagte nach dem Spiel: "Es ist ein Zeichen für ein gutes Team, wenn es die richtige Antwort auf so eine Niederlage gibt." In dem Fall ist seine Mannschaft wohl die bessere, die Eisbären gewannen 5:2 (1:1, 3:0, 1:1), es war der 17. Heimsieg in Serie.
Schlecht fand Jackson die Antwort der Augsburger allerdings auch nicht: "Sie haben mit viel Energie gespielt und waren gut vorbereitet." Ihre Motivation zogen die Schwaben dabei nicht nur aus der vorherigen Partie. Vergangene Saison hatten sie das zweifelhafte Vergnügen, beim Eröffnungsmatch der Berliner in der O2 World das Opfer spielen zu dürfen und wurden mit einem 11:0, dem höchsten Sieg des EHC in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), verabschiedet.
Vielleicht war es die Erinnerung an diesen Tag, die so viele Zuschauer in die Arena trieb, dass sie erstmals in dieser Saison ausverkauft war (14.200). Mit dem Spiel von einst hatte das jetzige aber nur wenig gemein. Augsburg stellte die Berliner mit gutem Forechecking und schnellem Spiel vor Probleme. Das 1:1 nach dem ersten Drittel – für den EHC traf Stefan Ustorf (6.), für die Panther Darin Olver (20.) – hatte volle Berechtigung.
Jedoch versuchte Augsburg danach etwas zu sehr, über den Kampf zu kommen – vorrangig den Faustkampf. Da der ebenso wenig erlaubt ist wie Ellenbogenchecks oder Beinstellen, saßen die Gäste häufig auf der Strafbank. Das führte zu drei Überzahltoren der Eisbären, erzielt durch Richie Regehr (27.), Andy Roach (31.) und Denis Pederson (37.).
"Das Powerplay hat viel besser funktioniert als in Düsseldorf. Und wir haben im zweiten Drittel gut gespielt", sagte Regehr. Insgesamt lag die Überzahl-Quote bei 50 Prozent, in Düsseldorf waren es null, und Durchgang zwei endete 0:4 und nicht wie jetzt 3:0.
Ohne den Übereifer der Gäste, den Trainer Larry Mitchell als "eigene Dummheit" bezeichnete, wäre es schwieriger geworden für die Berliner, bei denen Regehr noch ein zweites Mal traf (60.). Die Augsburger zeigten, dass sie durchaus mitspielen können mit dem Spitzenreiter. Allerdings müssen sie an ihrer Strategie zur Frustbewältigung noch arbeiten. Da sind ihnen die Eisbären ein ganzes Stück voraus.
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