25.02.13

Eishockey

Berliner Eisbären verlieren erst Rhythmus und dann Spiel

Das Team unterlag vor heimischem Publikum Krefeld mit 3:4. Bei den Berlinern läuft einiges nicht mehr so schön rund wie in den Vorjahren.

Von Marcel Stein
Foto: picture alliance/Augenklick/ ROTH

Frust pur: Eisbären-Kapitän André Rankel ist enttäuscht über die Leistung des EHC
Frust pur: Eisbären-Kapitän André Rankel ist enttäuscht über die Leistung des EHC

Auf den Rängen wurde am Sonntag gefeiert, auf dem Eis freute sich die Mannschaft mit ihren Fans. Aber irgendwas stimmte nicht. Die Trikots hatten die falsche Farbe, waren gelb und schwarz. Der Gegner hatte die Regie in der O2 World übernommen und ein Fest im Pinguinfrack gestartet.

Die Spieler des EHC Eisbären, dem Hausherren, saßen derweil in der Kabine und hörten alles mit an. Sie mussten nicht rauszugehen nach dem 3:4 (2:0, 0:2, 1:1, 0:1) in der Verlängerung gegen die Krefelder. Aber sie hatten zuletzt ohnehin ihre Probleme mit dem eigenen Anhang.

Diesmal schienen die Wogen immerhin wieder etwas geglättet. "Die Fans haben uns sehr gut unterstützt", sagte Kapitän André Rankel. Im Stadionheft hatte er sich ans Publikum gewandt und das Verhalten bei der Partie gegen Düsseldorf kritisiert, als nach schwachem Spiel (5:4 i.P.) unfeine Worte fielen. Als Strafe hielt das Team den Fans nach dem 6:2 gegen Nürnberg die "Welle" vor. Bei den Berlinern läuft einiges nicht mehr so schön rund wie in den Vorjahren, als die Siege in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nur so eingesammelt wurden. Das geht aufs Gemüt.

Das von Constantin Braun war nach dem Spitzenspiel des Dritten gegen den Vierten ziemlich trübe. "Am Ende stehst du da und ärgerst dich, weil wir so dumm sind", sagte der Verteidiger. Er hatte allen Grund, derart selbstkritisch zu sein. Die Partie erweckte zunächst den Eindruck, als würden die Berliner zum Ende der Hauptrunde wider Erwarten das schöne Spiel wiederentdecken.

Das erste Drittel gegen die Pinguine war eines, das es in dieser Form lange nicht zu sehen gab in der O2 World. Der Meister lief, gab den Puck in den eigenen Reihen schnell weiter, entwickelte viel Zug und vergaß dabei die Defensive nicht. Zwei Treffer, der erste durch Tyson Mulock (10.) und der zweite in Überzahl durch Barry Tallackson (12.) waren Ausdruck der Verhältnisse auf dem Eis. Das sah aus wie die Eisbären, die man aus den Vorjahren kennt.

Überzahl nicht ausgenutzt

In dieser Saison zeigten sich die Berliner allerdings öfter von einer anderen Seite. Das zeigte der zweite Abschnitt. Die Pinguine wurden zunächst stärker und zeigten, dass ihr Aufenthalt in der Spitzengruppe der Liga nicht vorwiegend auf Zufall beruht, sondern Beweis ihrer Fähigkeiten ist. Auf dieser Basis entwickelte die Partie anfangs noch mehr Niveau. Halten konnten es die Berliner jedoch nicht lange, die Konsequenz in allen Aktionen sank rapide. Nach einer Spieldauerstrafe gegen Sinan Akdag, der Tyson Mulock mit einem Kniecheck niedergestreckt hatte (31.), verstrichen insgesamt über sechs Minuten Überzahl am Stück ungenutzt – eine davon mit zwei Spielern mehr auf dem Eis.

Die Eisbären hätten also für eine Vorentscheidung sorgen können, nachdem zuvor Tomas Kruka unbedrängt der Anschlusstreffer gelungen war (25.). Stattdessen vertändelte nach der Überzahlsituation Jim Sharrow vor dem eigenen Tor den Puck, und Francois Methot glich aus (39.). "Das Überzahlspiel hat uns aus dem Rhythmus gebracht, vielleicht haben wir uns zu sehr unter Druck gesetzt", sagte Rankel, der mit seinem späten Treffer zum 3:3 (57.) noch einen Punkt rettete, nachdem Adam Chourchaine die Krefelder Führung gelungen war (51.). In der Verlängerung konnte sich Boris Blank gegen mehrere EHC-Verteidiger durchsetzen und zum Sieg einschießen (65.). "Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren", sagte Trainer Don Jackson.

Die Ursache dafür kannte der Kapitän. "Wir haben ab dem zweiten Drittel einen Schritt weniger gemacht. Bei manchen Leuten war der Kopf nicht im Spiel", bemerkte er kritisch. Konstanz lässt sich so kaum erreichen, die Freude nach zuvor zwei Siegen in Folge verflog schnell wieder. "Wir haben eine große Möglichkeit verschenkt", sagte Jackson, dessen Team nun wieder punktgleich mit Krefeld liegt. "Wir müssen anfangen, daraus zu lernen", forderte André Rankel.

Damit in den kommenden drei Heimspielen wieder die richtige Mannschaft mit ihren Fans feiern kann.

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