Eisbären Berlin
Eishockeyspieler Florian Busch nimmt Sperre nicht hin
Freitag, 24. Juli 2009 17:26Die Eisbären steigen wieder ins Training ein - einschließlich Florian Busch. Der Internationale Sportgerichtshof (Cas) hatte ihn wegen einer verweigerten Dopingprobe gesperrt. Doch Buschs Anwälte bezweifeln, dass der Cas überhaupt zuständig war. Nun wird der 25-Jährige zum Saisonauftakt wohl für die Eisbären spielen können.

Die letzten Handgriffe stehen gerade an im Wellblechpalast. Männer spritzen mit großen Schläuchen Wasser in das Oval, sie richten die Eisfläche her. Montag sollen wieder Sportler über den Untergrund rutschen. Beim deutschen Eishockey-Meister EHC Eisbären starten die ersten Spieler mit der Saisonvorbereitung.
Dabei wird auch Florian Busch sein. Vor einem Monat war der Stürmer vom Internationalen Sportgerichtshof (Cas) in Lausanne wegen eines verweigerten Dopingtests für zwei Jahre gesperrt worden, bis zum 21. Februar 2011. Dagegen legten Buschs Anwälte nun beim Schweizer Bundesgericht in Lausanne Rechtsbeschwerde ein. Ein Urteil wird erst in einigen Monaten erwartet.
Damit Busch in Deutschland überhaupt gesperrt werden kann, müsste die Weltantidopingagentur (Wada) beim Berliner Kammergericht aber zunächst die Vollstreckbarkeit des Cas-Schiedsspruches beantragen. Was bisher noch nicht geschehen ist. Nun aber wird das Kammergericht, sofern der Antrag der Wada eingeht, mit einem Verfahren wohl erst beginnen, wenn der Cas-Spruch in der Schweiz rechtskräftig ist, also nach einem Beschluss des Bundesgerichts. Zu prüfen ist dann die Frage, ob dieses Urteil mit deutschem Recht vereinbar ist. Engelbrecht kündigte überdies an, auch in Deutschland weiterzuklagen, sollte das Schweizer Bundesgericht gegen Busch entscheiden.
Es dürfte also noch einige Zeit vergehen bis zu einem endgültigem Urteil. So lange wird der 25-Jährige bei den Eisbären trainieren und sogar spielen. Die Lizenz wurde bei der DEL schon beantragt. „Es ist wohl wahrscheinlich, dass wir ihn Anfang September erst einmal lizenzieren müssen. Ich möchte die DEL nicht für Schadensersatzklagen haftbar machen und lege Wert darauf, dass das Urteil in Deutschland rechtskräftig ist“, sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. Sollte auch das Kammergericht das Cas-Urteil bestätigen, werde die DEL den Spieler sperren.
mst


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