19.02.13

Eishockey

Warum Ex-Eisbär Rob Leask der ewige Verteidiger ist

Der Ex-Berliner Rob Leask ist mit 41 Jahren der älteste Spieler der Liga und gastiert am Abend mit den Nürnberg Ice Tigers in Berlin.

Von Marcel Stein
Foto: pa/ dpa

Rob Leask erledigt seinen Job überaus zuverlässig
Rob Leask erledigt seinen Job überaus zuverlässig

Das nächste Wochenende wird Mirko Lüdemann gehören, da erobert der Kölner als erster Spieler die Marke von 1000 Partien in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). So etwas braucht Zeit, 39 Jahre alt ist der Verteidiger inzwischen. Aber aufhören will er trotzdem nicht, erst vor ein paar Tagen verlängerte er seinen Vertrag bei den Haien.

Keine große Sache, nicht für einen wie Rob Leask. "39, das ist schon ein bisschen her bei mir", sagt er. Seitdem hat er bereits zweimal verlängert, mit 41 Jahren ist der Verteidiger der Nürnberg Ice Tigers der älteste Profi der Liga. Was der Senior noch drauf hat, können am Dienstag auch die Zuschauer in Berlin sehen, wenn Leask mit den Ice Tigers bei den Eisbären gastiert (19.30 Uhr, O2 World).

Am Montag kamen die Franken in Berlin an, übernachteten in Hohenschönhausen. Heimspiel für Leask, zehn Jahre lebte er dort, und zwar in den zehn Jahren, in denen er für die Eisbären spielte. Erst vor zwei Wochen, in der Länderspielpause, war er dort gewesen. "Mit meinen Kindern bin ich zum öffentlichen Eislaufen im Sportforum gegangen", sagt der Abwehrspieler. Seine Bindung an die Stadt ist noch immer groß, es ist die Heimat seiner Frau, auch die der Kinder.

Kaum ein Spiel verpasst

Mittlerweile ist Leask schon fast wieder so lange aus Berlin weg, wie er damals im Klub war. Trainer Pierre Pagé sah den Kanadier mit deutschem Pass 2006 mehr oder minder vor dem Karriereende. Der verpasste stattdessen weder in Hamburg noch in Nürnberg kaum noch ein Spiel. Als ob die Zeit ihm nichts anhaben könnte, als würde das Alter keine Rolle spielen. Rob Leask, ein anatomisches Wunder? "Da gehört wohl eher Glück dazu. Gegen muskuläre Dinge kann man viel vorbeugen, von großen Verletzungen bin ich einfach verschont geblieben, seit ich nicht mehr in Berlin bin", erzählt Leask. Bei den Eisbären hatte auch er nicht nur Glück, erst war der Rücken dran, später das Knie.

Wechsel werden kürzer

Das war damals ein Moment, in dem er gemerkt hat, dass etwas anders ist. "Nach der Knieverletzung war ich nicht mehr so schnell. Das kommt auch nicht mehr wieder", sagt Leask. Ansonsten hat sich nicht so viel verändert. Schmerzen, die gibt es immer mal. "Aber das gehört dazu im Eishockey." Merkt er das Alter also gar nicht? "Meine Wechsel sind etwas kürzer, ich erhole mich auch nicht mehr ganz so schnell", sagt der Verteidiger. Seine Leistung bringt er trotzdem, vergangene Saison verbuchte er 20 Punkte. Damit wäre er beim EHC zweibester Defensivspieler gewesen.

Starkes Stellungsspiel

Die Punkte sammelten sich vor allem deshalb an, weil er Überzahl spielen durfte. Sonst fühlt er sich vor dem eigenen Tor wohler. Schnelligkeit ist da nicht mehr ganz so wichtig. "Dafür muss das Gehirn besser arbeiten", sagt Leask. Dank Auge und Erfahrung ist sein Stellungsspiel noch immer stark. Bei den Ice Tigers läuft es dennoch nicht gut, die Play-off-Teilnahme ist gefährdet. "Es wurde viel investiert, die Erwartungen waren hoch, aber wir kommen nicht voran", erzählt der Routinier. Bei den Eisbären gilt das auch. "Aber ich würde sie nicht abschreiben. Ich dachte auch vergangene Saison schon, dass sie nicht mehr so stark sind, dann wurden sie doch Meister." Im Duell am Dienstag zählt für beide Teams nur ein Sieg.

Studium und Trainerschein in der Tasche

Von den Kollegen, mit denen Leask in seiner Anfangszeit bei den Eisbären zusammenspielte, ist keiner mehr aktiv. Als letztes beendete Sven Felski vor wenigen Monaten seine Karriere – mit juvenilen 38 Jahren. Denkt einer wie Leask auch mal ans Aufhören? "Ewig geht es nicht weiter, ich hätte schon mit dieser Saison nicht mehr gerechnet", sagt er. Vorbereitet ist er, hat nebenher ein Sportmanagement-Studium abgeschlossen und einen Trainerschein erworben. Aber fest steht derzeit nur eines, Leaks will im Eishockey bleiben. Welche Seite es nächste Saison sein wird, die der sportlichen Leitung oder der Aktiven, darüber muss er noch nachdenken.

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