17.02.13

Eishockey

Eisbären müssen Dämpfer für die Partylaune einstecken

Die Berliner Eisbären können ihre Fehler nicht abstellen. Und das Publikum will die Spieler nicht mehr feiern.

Die Wahrnehmung ging deutlich auseinander. Vor der Kabine der Eisbären stand Darin Olver, der Stürmer, der gerade den 5:4-Sieg mit seinem Treffer im Penaltyschießen gerettet hatte und erzählte, dass "wir eigentlich ganz gut gespielt haben". Dass das viele Augenzeugen anders empfanden, war ihm allerdings bewusst: "Ich habe gemerkt, dass das Publikum nicht glücklich war."

Als er nämlich nach dem Spiel gegen die Düsseldorfer mit seiner Mannschaft zur Ehrenrunde herauskam, um sich feiern zu lassen, war fast niemand mehr da, der ihn und die Eisbären feiern wollte. Eine zweifelhafte Darbietung gegen den Tabellenletzten trieb die Fans schnell aus der Halle.

Eisbären hatten "Aussetzer"

Ein solches Verhalten ist untypisch für die Anhänger des Titelverteidigers, aber sie haben offenbar langsam genug von ewig fehlerhaften Auftritten der Mannschaft. Die Ansprüche sind auch bei ihnen gewachsen, Siege allein reichen nicht mehr immer. Olver hatte dafür zunächst wenig Verständnis. "Düsseldorf ist doch nicht schlecht, nur weil sie Letzter sind", sagte er.

Und: "Wir haben doch nur ein paar Aussetzer hinten gehabt." Das klang ein wenig, als würde er die Realität verharmlosen. Schließlich gibt es diese Aussetzer schon die ganze Saison und das Team scheitert beständig an der Aufgabe, sie auszumerzen. Das sind Warnsignale, und zwar deutliche.

Schwächen in der Offensive

Zumal in der Offensive auch ständig dieselben Schwachpunkte benannt werden: Das Überzahlspiel und die Präsenz vor dem Tor. In der Summe führte das dazu, dass der Trainer der DEG, Christian Brittig, klagte: "Wir haben den Sieg verschenkt!" Fast eine Demütigung für die Eisbären.

Große Erwartungen für das in gut vier Wochen beginnende Play-off schüren die Berliner gerade nicht. Das muss auch Olver irgendwann gedämmert haben. "Wir können diese Fehler nicht mehr tolerieren", sagte er plötzlich sehr kritisch: "Die Saison ist nicht mehr jung, die neuen Spieler müssten das System langsam drauf haben." In Augsburg bietet sich am Sonntag die nächste Chance, an diesen Dingen zu arbeiten (17.45 Uhr, live in Servus TV).

Aber, und das ist das Gute am Play-off: Top-Form ist eben noch nicht jetzt gefragt, sondern erst später. Obwohl derzeit nicht richtig klar ist, wie die erreicht werden soll, so besteht dennoch die Möglichkeit sich zu steigern. Sicher dagegen ist, darüber wird sich besonders Darin Olver freuen, dass das Publikum ab den K.o.-Spielen wieder bei jedem Sieg zahlreich zur Ehrenrunde in der Halle bleiben wird.

Quelle: ste
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