10.01.13

Eishockey

Krisensitzung bei den Eisbären nach Niederlage in Hamburg

Meister Eisbären benötigt am Wochenende eine Trendwende. Denn der Abgang von Briere und Giroux hat die Löcher noch vergrößert.

Foto: Bongarts/Getty Images

Bedrängt: Eisbären-Kapitän Andre Rankel (r.) konnte sich gegen Christoph Schubert und die Freezers nicht durchsetzen, kassierte die vierte Niederlage in Folge
Bedrängt: Eisbären-Kapitän Andre Rankel (r.) konnte sich gegen Christoph Schubert und die Freezers nicht durchsetzen, kassierte die vierte Niederlage in Folge

Die Berliner Eisbären bewegen sich auf ungewohntem Terrain, denn eigentlich waren sie dafür bekannt, nahezu in jedem Jahr ein Meisterschaftsbanner unter das Dach der O2 World zu ziehen. Seit fast sechs Jahren ist Don Jackson jetzt für das, was auf dem Eis passiert, verantwortlich. Nach den durchweg positiven Ergebnissen während seiner Regentschaft – vier der Championship-Banner gehen auf sein Konto – bekommen Jackson und sein Team derzeit ungewohnt starken Gegenwind. Mit dem 4:6 bei den Freezers in Hamburg kassierte der Serienmeister die vierte Niederlage in Folge – einen solchen Negativlauf hatte es zuletzt im Februar 2011 gegeben.

"Wir haben momentan nicht die beste Phase", räumt der Eisbären-Trainer ein, "aber ich bin mir sicher, dass meine Mannschaft da wieder rauskommt." Die Möglichkeit dazu bietet sich schon gleich bei den beiden Heimspielen am kommenden Wochenende. Und vielleicht kommen die gerade recht, denn zu Hause kann sich die Bilanz der Bären ohne Weiteres sehen lassen. Von den letzten neun Spielen in der heimischen O2 World hat Jacksons Team acht gewonnen. Übel sieht es hingegen auf fremdem Eis aus: Von den letzten neun Auswärtsspielen (inklusive European Trophy) gingen acht verloren. Und so kam auch diese Serie zustande: 3:4 n.P. in Krefeld, 3:4 in Nürnberg, 1:4 in Hannover und 4:6 in Hamburg – alles in allem wenig meisterlich. Vielleicht kommen die Heimspiele gegen die Augsburg Panther (Freitag, 19.30 Uhr) und die Iserlohn Roosters (Sonntag 14.30 Uhr) gerade recht. Beide Teams sind nicht gerade dafür bekannt, aus Berlin Punkte mitzunehmen.

Der Ernst der Lage scheint nicht nur Jackson und seinen Männern bewusst zu sein. Nach der nächtlichen Rückkehr aus Hamburg standen am Mittwoch nicht nur das Auslaufen, Ergometer-Treten und freiwilliges Training auf dem Programm, sondern auch ein kurzfristig angesetztes Meeting, das man wohl auch als Krisensitzung bezeichnen darf. Auch in der Kabine wird diskutiert und nach den Ursachen gesucht. In Hamburg fehlten den Eisbären wohl nicht zum ersten Mal Geduld und Konzentration. "Wir sind schon besorgt", gesteht Manager Peter John Lee. "Wir schießen Tore, verhindern aber zu selten Treffer des Gegners. Wir müssen uns ganz klar in der Defensive steigern und anfangen, auch mal enge Spiele zu gewinnen."

Leitwölfe für die Eisbären gesucht

Nach der Niederlagen-Serie in 2011 bekamen die Berliner gerade noch die Kurve, gewannen die letzten vier Punktspiele, gingen als Dritter ins Play-off und durften am Ende das nächste Banner in Auftrag geben. In dieser Saison an ein ähnliches Comeback zu glauben, fällt schwer.

Ganz offensichtlich konnte für die Leistungsträger der goldenen Jahre wie Stefan Ustorf, Richard Regehr, Denis Pederson oder Sven Felski kein adäquater Ersatz gefunden werden. Die Zugänge Mark Katic, Matthew Foy oder James Arniel sind weit davon entfernt, eine solche Rolle auszufüllen. James Sharrow, Florian Busch oder Barry Tallackson sind weit von ihrer Höchstform entfernt.

Augenscheinlich werden die Löcher jetzt besonders sichtbar, nachdem sich Daniel Briere mit einer Handverletzung ins heimatliche Philadelphia verabschiedet hat. Er wie auch Claude Giroux werden nicht mehr zurückkehren, da der Arbeitskampf in der NHL beendet ist und beide, wie der US-Sender ESPN meldet, ab dem 19. Januar wieder für die Flyers aufs Eis gehen werden. "Wir sind immer daran interessiert, uns zu verstärken und beobachten den Markt. Wenn wir glauben, dass uns einer helfen kann, holen wir ihn. Zwischen jetzt und dem Ende des Transferschlusses kann alles passieren", sagt Lee. "Jetzt müssen wir aber erst mal die beiden Heimspiele nutzen, um unser Selbstvertrauen aufzubauen."

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