07.01.13

Eishockey

Briere und Giroux kehren nicht zu Berliner Eisbären zurück

Der Tarifstreit in der NHL ist beendet. Die Zeit der Stars, die den Lockout in der DEL überbrückten, ist damit vorbei. Auch bei den Berlinern.

Von Marcel Stein
Foto: dpa

Große Könner: Daniel Briere (l.) und Claude Giroux brachten in den vergangenen Monaten viel Zauber in das Spiel der Berliner Eisbären.

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In New York war es gerade früher Morgen, als in Deutschland schon die Vorbereitungen auf die bevorstehenden Spiele in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) begannen. In Nürnberg sollten Dennis Seidenberg und Jason Pominville für die Adler Mannheim aufs Eis gehen.

Doch in den USA traten kurz nach zwölf Uhr deutscher Zeit Gary Bettman, der Commissioner der nordamerikanischen Profiliga NHL, und Donald Fehr, Chef der Spielergewerkschaft NHLPA, vor die Presse. Sie verkündeten, dass man sich weitgehend geeinigt habe. Als die Nachricht bei den Adlern ankam, war das Gastspiel von Seidenberg und Pominville erledigt. Sie stiegen in einen Mietwagen und fuhren nach Mannheim. Am Montagmorgen flogen sie in die USA.

NHL-Saison startet demnächst wieder

Eishockey werden die beiden bald wieder dort spielen, bei ihren eigentlichen Klubs. Die haben den Ausschluss der Profis nach 113 Tagen aufgehoben. "Wir haben uns auf einen Rahmen verständigt, aber noch ist eine Menge zu tun", sagte Bettman, der zuvor 16 Stunden mit Fehr und der Hilfe eines staatlichen Vermittlers verhandelt hatte.

Die Saison in der NHL wird also in den wenigen Tagen doch noch beginnen, wenn auch verkürzt. Die Zeit der Stars, die den Lockout in der DEL überbrücken, ist damit vorüber. Der verletzte Daniel Briere kehrt nicht mehr zum EHC Eisbären zurück, auch nicht Claude Giroux.

Beide hielten sich bereits in Nordamerika auf, Giroux schon länger, nachdem er ebenfalls wegen einer Verletzung Berlin verlassen hatte und dann auf eine endgültige Entscheidung bezüglich des Lockouts wartete.

Wegen eines Tarifstreits war es dazu gekommen, erst nach Monaten der Verhandlungen ließen sich beide Seiten auf einen neuen Vertrag ein. Der soll nun zehn Jahre gelten und die Einnahmen der Liga im gesamten Zeitraum zu 50 Prozent an Spieler und Klubs verteilen. Zuletzt hatten die Profis 57 Prozent erhalten.

Mit Ende des Lockout enden auch Verträge der Gastspieler

Die Einigung wirkt sich auch auf die DEL aus, bei manchen Klubs mehr, bei anderen weniger – bei manchen aber auch gar nicht. "Für das Eishockey ist es gut, dass die NHL wieder spielt, aber für uns ist es natürlich richtig schade", sagte Mannheims Manager Teal Fowler. Mit dem Ende des Lockout enden auch die Verträge der Gastspieler.

Krefeld und Ingolstadt mussten am Sonntag schon auf Christian Ehrhoff und Alexander Sulzer verzichten. München verliert zwei Spieler, die Adler im schlimmsten Fall sogar vier. Denn Jochen Hechts NHL-Vertrag war gerade ausgelaufen, doch er spielte in Mannheim sehr gut und könnte bei einem neuen Angebot auch sofort gehen.

Die Berliner erfuhren auf dem Weg von Nürnberg nach Hannover von den Entwicklungen. Sie hatten am Sonnabend dort vor 50.000 Zuschauern das erste "Winter Game" der DEL 3:4 verloren. Eigentlich sollte das Spektakel im umgebauten Fußballstadion die Schlagzeilen bestimmen, doch die NHL grätschte dazwischen – was Manager Peter John Lee ebenso wie vielen Kollegen nun viel Stoff zum Grübeln beschert.

Wie reagieren? "Ich muss erst einmal sehen, wie jetzt alles läuft", sagte Lee. Auf dem Transfermarkt wird sich einiges tun in den nächsten Tagen. Dabei ist viel von den zahlungskräftigen Schweizern abhängig, dort versorgten sich viele Klubs mit NHL-Stars und müssen nun die Lücken füllen.

Auch bei den Eisbären gibt es die. Denn die Briere (21 Spiele) und Giroux (9 Spiele) haben einen großen Anteil daran, dass die Berliner überhaupt an der Spitzengruppe dranbleiben konnten. Beide zusammen kamen auf 14 Tore und 39 Vorlagen und halfen, zur besten Offensiv-Mannschaft der Liga zu werden. "Sie haben der Mannschaft viel gegeben", so Lee. Jeder konnte von ihnen lernen, etwas mitnehmen. Der Schub, den beide dem gesamten Team brachten, hat viele Schwächen kaschiert.

Viel Arbeit für den EHC Eisbären

Auf die Berliner wartet nun also viel Arbeit, sie müssen sich mit den neuen Gegebenheiten arrangieren. Andere, wie etwa die Kölner Haie, stehen dagegen gut da und können gelassen beobachten, was sich bei der Konkurrenz tut. Die Haie verzichteten auf NHL-Spieler, verstärkten sich aber zu Saisonbeginn dennoch mit hochwertigen Profis. Daraus erwuchs eine schlagkräftige Mannschaft, die zusammenbleibt. Vielleicht erweist sich diese Taktik am Ende als die cleverere.

Trotz allem war es für die DEL eine schöne Zeit mit den Topspielern aus der NHL. Profis dieses Formats sind sonst nur im Fernsehen zu erleben, sie haben dem Sport hier einen anderen Flair verliehen, mit ihrem Können das Publikum begeistert. Niemand weiß, wann das wieder möglich ist.

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