29.12.12

Eishockey

NHL-Star Brière fehlt den Eisbären bis zu drei Wochen

Gegen Ingolstadt bekam der Top-Angreifer einen Schlag auf die Hand - traf aber trotzdem. Manager Lee tobte aufgrund der harten Spielweise.

Von Marcel Stein
Foto: picture alliance / Augenklick/Ro

Ausfall: Daniel Briere wird den Berliner Eisbären vorerst fehlen
Ausfall: Daniel Briere wird den Berliner Eisbären vorerst fehlen

Eigentlich ist es eine gute Nachricht. In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) genießt der Schutz der Spieler, ihr Wohlergehen, die höchste Priorität. Deshalb werden gefährliche Checks ab dem 1. Januar 2013 noch härter verfolgt und bestraft. "Wir haben lange diskutiert und wollen damit demonstrieren, dass die Gesundheit der Spieler an erster Stelle stehen muss", sagte Jörg von Ameln, der Spielbetriebsleiter der DEL. Alle Sportlichen Leiter der Liga einigten sich auf entsprechende Maßnahmen. Nur einen Tag nach der Bekanntgabe der strengeren Gangart schimpft Peter John Lee, Manager des EHC Eisbären, auf die Regelauslegung in der DEL und ist mächtig sauer.

Zwischen der Nachricht und Lees Reaktion lag ein Spiel der Berliner gegen den ERC Ingolstadt. Der Meister gewann 3:1, schön anzusehen war es nicht, aber erfolgreich. "Wie fandest du das Spiel?", fragte Lee jemanden. "Viele Fehler", lautete die Antwort. "Ich sage dir warum: Weil es nicht besser geht, wenn der Gegner so dreckig spielt", erklärte Lee. Am meisten ärgerte ihn, dass die Spielweise der Ingolstädter personellen Tribut bei den Berlinern forderte. NHL-Star Daniel Brière wird wegen einer Überdehnung im Handgelenk und einer Knochenprellung zwei bis drei Wochen fehlen.

Brières Ausgleichstreffer nach Schlag auf die Hand

Erst einen Tag vor der Partie hatte der Kanadier, der die Zeit des Arbeitskampfes in der NHL in Berlin verbringt, seinen Vertrag verlängert. Sollte es in der NHL nun doch eine schnelle Einigung geben, könnte die Partie gegen Ingolstadt sogar das letzte Spiel von Brière für die Eisbären gewesen sein. Der Topscorer hatte erneut seine Extraklasse gezeigt, erzielte den Ausgleich zum 1:1 und musste kurz dem Ende vom Eis, nachdem er einen Schlag auf die Hand bekommen hatte.

Dergleichen passiert häufiger im Eishockey, nahezu jeder Spieler erhält irgendwann einen Schlag auf die Hand. Das ist kein Grund, jemanden zu verdammen. Aber manchmal sieht Lee doch System hinter vielen Aktionen. "Florian Busch hat einen Stock in den Bauch bekommen, es gab viele unsaubere und verdeckte Checks, viele Schläge mit den Stöcken", sagt Lee. Er will nicht klingen, als würde er jammern. "Köln spielt auch sehr hart, aber sie spielen anders, sie sind fair", so der Manager. Bei den Ingolstädtern habe er dagegen den Eindruck, dass sie Verletzungen des Gegners durchaus in Kauf nehmen würden. Auch André Rankel konnte am Sonnabend wegen einer Prellung nicht trainieren. Für das Spiel am Sonntag beim Zweiten in Krefeld sollte er aber bereit sein.

Das sei die eine Seite, wie Lee erklärt, dass es Trainer gebe, die ihre Spieler an der Grenze des Erlaubten und auch darüber hinaus agieren ließen. Die andere ist, dass das von den Schiedsrichtern zu wenig geahndet wird. "Würden solche Fouls gepfiffen, müssten die plötzlich Eishockey spielen", sagt Lee. Dass inzwischen zwei statt nur einem Hauptschiedsrichter die Partien leiten, habe für ihn kaum zu einer Verbesserung geführt. "Es wird zu oft ohne einheitliche Linie gepfiffen", sagt er. Oft werde zudem nach Möglichkeiten gesucht, zwei Spieler von jedem Team gleichzeitig vom Eis zu schicken.

Die DEL als Ganzes ist gefragt

Manchmal beschleicht ihn das Gefühl, dass es vielen reichlich egal sei, wie mit den Berliner Profis auf dem Eis umgegangen werde. "Was wir in den vergangenen vier Jahren an Verletzungen hinnehmen mussten, ist kein Pech. Zweimal führten Fouls sogar zum Karriereende unserer Spieler. Aber offenbar denke einige, dass das niemanden stört, weil wir ja trotzdem immer gewinnen", findet Lee. Auch Claude Giroux, den anderen NHL-Star, verloren die Berliner nach einem Angriff auf den Körper. Den Schwarzen Peter will er den Schiedsrichtern allerdings nicht zuschieben. "Das ist eine Sache der Liga, da müssen alle Seiten zusammenarbeiten", sagt der Berliner. Jeder müsse sich fragen, was gut ist für den Zuschauer. Ein Sean O"Connor, der Ingolstädter fiel gegen den EHC häufiger negativ auf, oder Spieler wie Briere und Giroux?

Die Antwort darauf dürfte eindeutig ausfallen. Aber sie ist eben rhetorischer Natur. Die Liga ist mit ihrem härteren Vorgehen gegen Checks zum Kopf und Nacken schon vorangekommen. Mit der neuen Verschärfung sollte sich die Situation weiter verbessern. Unsauberes Spiel wird es dennoch weiterhin geben.

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