28.12.12

Eishockey

Neun Sekunden vor Schluss erlöst Rankel die Eisbären

Das Berliner Eishockey-Team besiegt Ingolstadt in einem mäßigem Spitzenspiel mit 3:1. Von der Klasse der beiden Teams war wenig zu sehen.

Foto: Bongarts/Getty Images
Hamburg Freezers v Eisbaeren Berlin - DEL
André Rankel (r., hier im Duell mit Hamburgs Christoph Schubert in einem Spiel aus dem November) erzielte kurz vor Schluss das 3:1

Es wäre ein schöner Spaß gewesen, an diesem Abend eine Strichliste zu führen, um die Anzahl der Missgeschicke festzuhalten. Diese Liste hätte sicher leicht eine Din-A-4-Seite gefüllt. Was angesichts der Kontrahenten doch etwas überraschte. Auf der einen Seite stand der EHC Eisbären, der Abonnement-Meister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), auf der anderen der ERC Ingolstadt, seit Jahren einer der Favoriten im Kampf um den Titel.

Doch von der Klasse, die beide Teams fraglos besitzen, war im letzten Heimspiel des Jahres der Berliner lange wenig zu sehen. Stattdessen reihte sich Fehler an Fehler, weil die Eisbären aber ein paar weniger machten, setzten sie sich mit 3:1 (0:0, 0:1, 3:0) durch.

Vor dem Spiel schien der Ärger von Don Jackson, der sich nach dem 5:4 n.V. gegen Wolfsburg zwei Tage zuvor angestaut hatte wegen einer verspielten Zwei-Tore-Führung, wieder verraucht zu sein. Der Trainer der Berliner stand lächelnd auf der Bank. Vielleicht im Vertrauen darauf, dass es diesmal doch klappen müsste mit einem Saisonrekord. Bislang hatte der noch unkonstante Titelverteidiger es lediglich zwei Mal geschafft, drei Spiele in Folge zu gewinnen. Nun war die Gelegenheit da, erstmals eine Serie von vier Siegen hinzulegen.

Der Puck tanzte auf der Linie

Aber große Wirkung schien die kleine Kabinenpredigt, die Jackson nach der Partie gegen Wolfsburg gehalten hatte, nicht gehabt zu haben. Im Duell des Fünften gegen den Sechsten der Tabelle agierten die Berliner sehr konfus. Doch auch die Oberbayern stellten sich nicht viel besser an. Kaum ein Aufbau gelang so, wie er es sollte. Mal ging der Puck weit am Adressaten vorbei, mal wurde mit dem Schläger drüber gehauen, oft falsch antizipiert. Wenn einmal ein schöner Spielzug glückte, war das bei den Eisbären. Aber sie scheiterten dann am ERC-Torhüter Ian Gordon.

Das Durcheinander auf dem Eis verstärkte sich noch, als die Schiedsrichter begannen, viele Strafzeiten auf beiden Seiten zu verhängen. Den Überblick aber behielt Derek Hahn, als er frei vor EHC-Goalie Rob Zepp stand und Ingolstadt in Führung brachte (37.).

Mit dem Rückstand erst stieg endlich die Intensität im Spiel der Berliner, sie bekamen mehr Struktur in ihre Angriffe. Fast wäre das schon durch Mads Christensen belohnt worden, doch nach seinem Schuss tanzte der Puck nur auf der Linie (43.). Im Netz landete er erst, als Daniel Briere nach starker Vorarbeit von André Rankel unter die Latte zielte (45.). Der NHL-Star, der den Eisbären schon gegen Wolfsburg den Sieg gerettet hatte, gab ihnen nun wieder Hoffnung.

Möglichkeiten zum 2:1 ergaben sich dann für die Berliner genügend, doch bei der Vollendung häuften sich die Fehler erneut. Bis Darin Olver den Puck bekam und ihn aus kurzer Distanz einschob (56.). Als Rankel neun Sekunden vor dem Ende den Puck zum 3:1 ins leere Ingolstädter Tor schlenzte, war erstmals in dieser Saison eine Serie mit vier Siegen perfekt. Am Sonntag in Krefeld können die Eisbären am weiteren Ausbau arbeiten.

Quelle: ste
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