26.12.12

Eishockey

Berliner Eisbären siegen knapp gegen Wolfsburg

Dank eines Tores von NHL-Star Daniel Brière setzen sich die Berliner gegen den Vorletzten nach Verlängerung mit 5:4 durch - mit viel Mühe.

Foto: picture alliance / Augenklick/Ro

Entscheidend: Daniel Brière bewies gegen Wolfsburg mit zwei Treffern seine Klasse
Entscheidend: Daniel Brière bewies gegen Wolfsburg mit zwei Treffern seine Klasse

Frank Hördler hatte bereits zu Erklärungen angesetzt, die starken Wolfsburger gelobt und gesagt, dass die zwei Punkte wichtig waren. Da stand Don Jackson vor der Kabine und holte den Verteidiger wieder zurück.

Weihnachtsgrüße wollte der Trainer des EHC Eisbären da sicher nicht mehr loswerden, sondern vor der gesamten Mannschaft noch einmal energisch darauf hinweisen, dass ihm die zwei Punkte zu wenig waren. "Ich bin frustriert, wir suchen immer noch nach uns selbst", sagte Jackson am Mittwoch nach dem 5:4 (2:0, 1:2, 1:2) nach Verlängerung vor 13.900 Zuschauern in der O2 World.

Eigentlich versucht sich Jackson immer in deutscher Sprache. Darauf verzichtete er diesmal, vertraute auf das Englische, um sich nicht zu verhaspeln.

Mal wieder hatte seine Mannschaft einen Vorsprung nicht über die Zeit gebracht. Dabei ist die Zeit gerade günstig, Spitzenreiter Adler Mannheim hat sich aus dem Ligageschäft ausgeklinkt. Die Kurpfälzer sind beim Spengler Cup in der Schweiz, dadurch verpassen sie in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) drei Partien. Eine gute Gelegenheit, etwas näher heranzurücken. Bedarf ist vorhanden, denn der Titelverteidiger hat einen großen Rückstand von jetzt immer noch neun Punkten.

Der hätte zuletzt durchaus noch größer ausfallen können, die Adler zeigten sich nämlich in starker Form. Doch auch die Eisbären fanden wieder zu ihrem Spiel, schlugen die Kölner Haie (4:1) und die Straubing Tigers (8:0) deutlich. Mit dem Vorletzten der Tabelle, den Grizzly Adams, als Gast schien dem Aufholvorhaben nur wenig im Weg zu stehen angesichts des guten Rhythmus'.

In den kamen die Berliner auch sehr schön hinein nach dem Fest. Mit viel Tempo und Engagement brachten sie die Partie sofort unter ihre Kontrolle, starteten zielstrebig einen Angriff nach dem anderen. Durch die Führung von André Rankel, der den Puck ins Netz stocherte (8.), wurde der Kombinationsfluss des EHC noch intensiver. Aus der Abwehr konnten sich die Gäste da kaum noch lösen, ein Befreiungsschlag landete noch im Wolfsburger Drittel direkt bei Hördler, der auf den freistehenden Laurin Braun spielte und anschließend mit ihm und dem Rest des Teams das 2:0 bejubelte (11.).

Starker Briere rettet den Sieg

Aus dem festlichen Schongang, der sich da andeutete, wurde allerdings nichts. Mit Unachtsamkeiten gaben die Berliner ihre komfortable Position aus der Hand. Erst ließen sie Kai Hospelt entwischen (22.). Dann wurde Matt Dzieduszycki vor dem Tor übersehen (30.). Zwischendurch hatte zwar Mark Katic in Überzahl das 3:1 erzielt (27.). Doch Wolfsburg fasste Mut angesichts der Berliner Konzentrationslücken und setzte nach, die Partie war offen.

Das galt auch nach dem 4:2 des EHC durch Daniel Briere im Powerplay (41.), denn die Berliner blieben unaufmerksam. Norm Milley gelang so erneut der Anschluss für die Gäste (46.). Das war noch nicht alles. Statt das Spiel kontrolliert zu Ende zu bringen, verfielen die Eisbären in ein zuletzt oft gesehenes Muster und kassierten kurz vor Schluss den Ausgleich durch Christoph Höhenleitner (56.).

Immerhin ging die Partie nicht verloren, was vor allem am starken Daniel Briere lag – in der Verlängerung traf er zum Sieg (62.). "Letztlich haben wir heute nicht immer hart genug gearbeitet. Das scheint das Manko der letzten Wochen zu sein. Wir sind mal gut, mal schlecht, mal gut mal schlecht", sagte Briere, dessen Vertrag am 31. Dezember 2012 ausläuft. Pläne, woanders hinzugehen, habe er nicht, mit der Verlängerung für die Zeit des Lockouts in der NHL sehe es gut aus.

Für die Eisbären, die an diesem Freitag den ERC Ingolstadt empfangen (19.30 Uhr, O2 World) wäre sein Verbleib hilfreich, wie das Spiel gegen Wolfsburg zeigte.

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