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Eishockey

Dopingsperre - Florian Buschs Anwalt will kämpfen

Eishockey-Profi Florian Busch von den Eisbären ist nach einer verweigerten Dopingprobe vom Internationale Sportgerichtshof für zwei Jahre gesperrt worden. Die Sperre soll auch für die neue Liga gelten. Doch Buschs Anwalt will dies nicht akzeptieren. Der Sportler müsse in Deutschland seinem Beruf nachgehen können, sagt er.

Florian Busch knetete, er malte, sogar auf einem Schwebebalken balancierte der 24-Jährige. Völlig entspannt sah er aus, als wären die Termine am Mittwoch in zwei Kindergärten im Auftrag seines Arbeitgebers, dem Eishockey-Meister EHC Eisbären, für ihn ein Ausflug in eine andere, eine heile Welt.

Die Realität ist für Busch weniger idyllisch. Für zwei Jahre sperrte der Internationale Sportgerichtshof Cas den Berliner am Dienstag, weil er am 6. März 2008 einen Dopingtest verweigerte und erst später mit negativem Ergebnis nachholte. Busch will darüber nicht reden, das sei jetzt am besten.

Das findet auch der Anwalt, der Busch vor zwei Monaten bei der Anhörung vor dem Cas in Lausanne begleitet hat. „Diese Urteile kann er nicht überschauen“, sagt Georg Engelbrecht. Er selbst hat sich einen Überblick verschafft und kommt zu dem Schluss: „Eine internationale Spielgenehmigung hat er nicht. National gehen wir davon aus, dass er sie doch hat.“

Das Urteil zur Berufung der Weltantidopingagentur (Wada) gegen die Entscheidung des Eishockey-Weltverbandes (IIHF), Busch bei der WM 2008 spielen zu lassen, sagt etwas anderes. Demnach ist Busch auch für die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) gesperrt. „Das bewerte ich als falsch, nicht durchsetzbar und schlecht begründet“, sagt Engelbrecht. Schließlich habe der Cas in einem zweiten Verfahren das letztinstanzliche nationale Sport-Schiedsgerichtsurteil (5000 Euro Geldstrafe plus Sozialstunden) anerkannt. Sollte daher die Sperre auch für die DEL durchgesetzt werden, will der Anwalt dagegen vorgehen. „Busch muss seinem Beruf nachgehen können in Deutschland, das werden wir mit allen notwendigen und rechtlich möglichen Mitteln sehr selbstbewusst vertreten“, sagt Engelbrecht.

Bei der DEL weiß man nicht, was die nächste Zeit bringt. „Es könnte sein, dass das vor den Arbeitsgerichten ein Präzedenzfall wird. Der Punkt ist, ob die Sperre des Weltverbandes auf den Arbeitsplatz durchschlägt“, sagt Geschäftsführer Gernot Tripcke. Noch prüft die Liga, ob die Strafe übernommen werden muss. Im Sinne der eigenen Glaubwürdigkeit scheint das unvermeidbar. Die DEL sowie der nationale Verband mühten sich nach den Geschehnissen um Busch, eine Vorreiterrolle im Antidopingkampf einzunehmen. Die Empörung wäre groß, sollte man sich nun davon distanzieren. Das neue Bewusstsein, entstanden erst durch den Fall Florian Busch, könnte nun zu dessen Nachteil werden.

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