20.04.09

Weltmeisterschaft in der Schweiz

Warum nur drei Berliner zur Eishockey-WM fahren

Eishockey-Bundestrainer Uwe Krupp hält die Berliner Eisbären für das beste Team Deutschlands. Dennoch sind im Kader für die am Freitag beginnende Weltmeisterschaft in der Schweiz nur drei Berliner Spieler. Warum das so ist, erklärt Krupp im Gespräch mit Morgenpost Online.

Foto: DPA

So sehen Sieger aus!

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Am Dienstag reist die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft nach Bern, wo am Freitag die Weltmeisterschaft beginnt. Bundestrainer Uwe Krupp (43) hat sechs WM-Debütanten berufen, aber nur drei Spieler von Meister EHC Eisbären. Schon das Erreichen des Viertelfinales wäre ein großer Erfolg.

Morgenpost Online: Herr Krupp, fahren Sie mit dem bestmöglichen Team zur WM?

Uwe Krupp: Ja. John Tripp und Manuel Klinge sind verletzt, Florian Busch kann aufgrund der Problematik mit der Wada (World Anti-Doping Agency, Internationale Anti-Doping-Agentur, die Red. ) nicht spielen. Ich bin mit dem Kader trotzdem sehr zufrieden. Wir haben in den Testspielen Tempo und Durchschlagskraft an den Tag gelegt, wie es in den Jahren vorher nicht der Fall war. Wir gehen gut vorbereitet in die WM.

Morgenpost Online: Sie sind zufrieden – doch es gibt auch Kritik an Ihrer Personalauswahl.

Krupp: Die Erfolge der vergangenen Jahre geben uns Recht. Wir haben alle Ziele erreicht – inklusive der Teilnahme an Olympia 2010 in Vancouver, wo ich mir beim Qualifikationsturnier erlaubt habe, mit T.J. Mulock einen Zweitligaspieler mitzunehmen.

Morgenpost Online: Irritationen gab es auch, ob Sie Spieler von Meister Berlin mit zur WM nehmen würden.

Krupp: Über diese verknappte Darstellung in den Medien habe ich mich maßlos geärgert. Aus zwei Aussagen von mir wurde eine These konstruiert. Was ich gesagt habe, war: Aufgrund ihrer Befähigung wären acht Berliner ein Kandidat. Aber dass es aufgrund der Terminsituation mit dem in unsere Vorbereitung hineinragenden Play-off in der DEL (Deutsche Eishockey-Liga – d.R.) weniger sein werden, weil ihnen zwei Wochen mit unserer Mannschaft fehlen. Mit der Klasse der Spieler hat das nichts zu tun.

Morgenpost Online: Also sind die Eisbären ein verdienter Deutscher Meister?

Krupp: Absolut. Sie sind die beste Mannschaft in Deutschland.

Morgenpost Online: Wie gut ist Deutschland in der Welt?

Krupp: Ein neues Wunder von Bern wird es nicht geben. Die Top-Nationen sind für uns nach wie vor weit weg. Wir sind auf einer Höhe mit Lettland, Dänemark und Frankreich.

Morgenpost Online: Sie nennen Frankreich, den Aufsteiger und deutschen Gruppengegner?

Krupp: Ja, ganz bewusst. Wenn wir glauben, das Spiel wird zum Selbstläufer, verlieren wir und gehen in die Abstiegsrunde.

Morgenpost Online: Die weiteren Gruppengegner sind Titelverteidiger Russland und Gastgeber Schweiz. Welche Perspektiven ergibt das für das deutsche Team?

Krupp: Gegen die Russen dürfen wir im Auftaktspiel vielleicht auf den Überraschungseffekt hoffen. Aber realistisch ist das nicht. Die Schweiz ist für mich, gerade im eigenen Land, mindestens ein Kandidat für das Halbfinale. Wir wollen in die Zwischenrunde – und dann mit etwas Glück die fürs Viertelfinale nötigen Punkte holen.

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