20.04.12

Titel in Gefahr

2:1 - Mannheim schockt die Eisbären

Die Eisbären haben das dritte Playoff-Finale gegen die Adler Mannheim verloren. Noch eine Niederlage - und die Berliner sind den Titel los.

Von Marcel Stein
Foto: DPA
DEL-Playoff-Finale- Eisbären Berlin - Adler Mannheim 1:2
Die Eisbären müssen um die Meisterschaft bangen

Über all die Jahre gab es einen guten Begleiter der Eisbären, er ließe sich auch als Glücksbringer bezeichnen. Seit Bernd Römer, der Gitarrist von Karat, die bei Finalspielen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) obligatorische Nationalhymne in Jimmy-Hendrix-Manier intoniert, gewannen die Berliner stets den Titel. Zehn Endrunden-Heimspiele in Folge stand Römer vor dem Anspiel auf dem Eis, immer gab es einen Sieg für die Berliner. Nun aber, zum zweiten Aufeinandertreffen der Eisbären und der Adler Mannheim in der O2 World konnte Römer nicht. Andere Verpflichtungen. Für ihn sprang Jürgen Redecker ein, an einem weißen Flügel. Die große Frage war nun: Welchen Effekt hatte er?

Viel Wille zu spüren

Er brachte kein Glück, die Berliner unterlagen den Adlern 1:2 (1:0, 0:1, 0:1). Damit kann am Sonntag im vierten Spiel der "Best of five"-Serie in Mannheim nun die Entscheidung über die Meisterschaft fallen (16.30 Uhr, Sky live). Die Adler führen 2:1, für die Eisbären heißt es, alles zu geben, um ein fünftes Spiel am Dienstag in Berlin zu erzwingen. "Zu Hause musst du mehr Tore schießen", haderte der Berliner Nationalspieler Florian Busch, "wir hatten nicht genug Zug zum Tor. Jetzt müssen wir uns zusammenreißen, sonst ist die Saison am Sonntag vorbei."

Eine weitere Frage lautete: Wie hatte sich die Mannschaft von Trainer Don Jackson von dem 1:4 in Mannheim erholt? Besonders im letzten Drittel waren die Berliner dort ziemlich von der Rolle gewesen. Der Wille, es diesmal besser zu machen, war von der ersten Sekunde an zu spüren. Allerdings waren auch die Adler nach ihrem Erfolg voller Selbstvertrauen und versuchten, das auf dem Eis zu zeigen. Das führte umgehend zu einem sehr lebhaften Spiel, womit sich die Partie von den beiden vorherigen Duellen doch deutlich unterschied. Diese Intensität übertrug sich auf die Ränge, das Publikum gab mehr als sonst, es war lauter. Es konnte auch bald jubeln, denn Richie Regehr traf im ersten Überzahlspiel der Berliner zum 1:0 für die Eisbären (11.). Ein guter Start, der ihnen half, den Gegner besser in den Griff zu bekommen. Überhaupt machten die Eisbären vieles anders als noch in Mannheim, sie spielten physischer, ihre Pässe fanden die Mitspieler und nutzten ihre läuferischen Vorteile.

Jedoch bekamen sie keine Ruhe in die Partie, dafür war Mannheim zu entschlossen. Die Adler zogen ihre Verteidigung ein Stück weiter vor, griffen die Berliner früher an. Das erschwerte es den Eisbären, die gewohnten Passwege zu finden. Das Spiel wurde insgesamt fahrig und verlor manchmal jede Taktik. Ein offener Schlagabtausch mit hohem Tempo bot sich den 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena nun. Dabei verpasste Julian Talbot am langen Pfosten stehend einen guten Pass von Busch und die Chance zum zweiten Treffer (33.).

Die Bedeutung der Partie, der Sieger ist ja nur noch einen Erfolg vom Titel entfernt, ließ sich bald am Verhalten der Spieler ablesen. Die Emotionen kochten öfter hoch, die Kontrahenten gerieten ein ums andere Mal aneinander. Wobei sich aber niemand übermäßig hervortat. Spielerisch an sich auch nicht, doch unterlief Travis Mulock in der Angriffszone ein fataler Fehler. Er verlor den Puck an Yanick Lehoux, der dann per Alleingang den Ausgleich erzielte (37.). Zwar hatte Frank Hördler umgehend eine gute Möglichkeit zur erneuten Führung, doch er verpasste ebenso wie Talbot am langen Pfosten (38.).

Viele solcher Gelegenheiten ergeben sich gegen die defensiv guten Mannheimer nicht, so dass es etwas fahrlässig erschien, was die Berliner daraus machten. Aber sie bemühten sich, im letzten Abschnitt wieder konzentriert nach vorn zu spielen. Es ging soweit gut, dass sie etwas mehr in Erscheinung traten als der Gegner. Bis Jonathan Sim eine Spieldauerstrafe wegen Hohen Stocks mit Verletzungsfolge erhielt, nachdem er Marcus Kink an der Lippe getroffen hatte. In der fünfminütigen Strafzeit traf Lehoux erneut – und die Berliner lagen 1:2 zurück (51.).

Fehler und Strafzeit entscheiden

Mit der Niederlage vor Augen suchten die Eisbären noch verbissener den Weg nach vorn, doch sie agierten oft umständlich. Statt zu schießen, fahndeten sie mehr nach einem besser postierten Kollegen, fanden den aber meist nicht. Was auch daran lag, dass die Adler sehr clever verteidigten. Ein Fehler und eine Strafzeit waren es damit, die das Spiel entschieden haben – vielleicht sogar die Meisterschaft. Zumindest haben die Adler nun einen großen Vorteil im Kampf der Rekordmeister um den sechsten Titel in der DEL. Der Mannheimer Christoph Ullmann zumindest gab sich da sehr zuversichtlich. "Um Meister zu werden, mussten wir einmal in Berlin gewinnen. Das ist uns gelungen, und ich will nicht noch mal herkommen."

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