18.04.12

Eishockey

Eisbären verlieren zweites Finalserien-Spiel

Die Adler Mannheim haben im Kampf gegen die deutsche Eishockey-Meisterschaft zurückgeschlagen. Die Eisbären verlieren das Duell mit 1:4.

Foto: DPA
Eishockey - Adler Mannheim - Eisbären Berlin
Duell im zweiten Playoff-Finale 2. Spieltag: Der Mannheimer James Sifers (l.) mit Eisbär Sven Felski

Geschichte will erzählt werden, und das Duell zwischen den Eisbären Berlin und den Adlern Mannheim kann doch einiges an Historischem bieten. Zu viel sogar, um auf einmal in den Stadionflyer der Kurpfälzer zu passen. Zum sechsten Mal treffen beide im Play-off der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) aufeinander, und an den ersten drei Duellen, die jeweils die Adler gewannen, konnten die Fans der Mannheimer sich per Lektüre der Broschüre vor dem zweiten Spiel der Serie noch einmal ergötzen. Mehr ging nicht, sonst wäre nicht mehr genug Platz für alle statistischen Daten gewesen. Kurzerhand behalfen sich die Adler mit dem Hinweis, dass der Rest bei der zweiten Partie in Mannheim folgen würde.

Die Sache hatte nur einen Haken: Ob es dieses Spiel überhaupt geben würde, stand da gar nicht fest. Dazu mussten die Adler die Eisbären erst einmal besiegen in der zweiten Partie. Das ist ihnen aber trefflich gelungen. Die Berliner mussten die bisher höchste Niederlage im diesjährigen Play-off hinnehmen, 1:4 (1:1, 0:1, 0:2) verlor der EHC. In der "Best of five"-Serie steht es nun 1:1, am Freitag geht es in Berlin weiter (19.30 Uhr, O2 World und Sky live), am Sonntag in Mannheim. Mit dem zweiten Teil der Play-off-Duelle zwischen beiden Teams im Stadionheft. Die gewannen übrigens die Berliner.

Eisbären-Trainer Don Jackson hatte sich für dieses zweite Spiel eine kleine Überraschung ausgedacht. In Mannheim konnte Florian Busch wieder dabei sein, nachdem er zuvor noch ausgesetzt hatte infolge eine Checks aus dem letzten Halbfinalspiel gegen Straubing. Doch Busch kehrte nicht in seine Sturmformation mit Barry Tallackson und Darin Olver zurück, sondern stand mit Julian Talbot und Travis Mulock auf dem Eis. Jackson hatte Mads Christensen in der ersten Reihe belassen, mit der er das erste Spiel (2:0) entschieden hatte. Aber bald stellte sich heraus, dass die Berliner ihren Gegner nur etwas foppen wollten. Nach lediglich zwei Wechseln waren die Reihen wieder so wie immer und Busch zurück im ersten Sturm.

Nun, wirklich beeindruckt hat das die Adler wohl nicht. Sie konzentrierten sich darauf, die Partie etwas anders anzugehen als in Berlin, sie übten Druck aus. Allerdings verpuffte der anfangs, weil die Eisbären sehr ruhig auftraten und die Adler kaum mal in eine gute Schussposition kommen ließen. Sie hielten sie weit weg vom eigenen Tor. Als dies durch eine Unachtsamkeit von Jens Baxmann erstmals nicht funktionierte, traf Christoph Ullmann prompt zum 1:0 für die Adler (12.).

Alle Tore durch eine Sturmreihe

Mit der Euphorie der Führung wollten die Mannheimer schnell nachlegen. Die Eisbären wirkten plötzlich sehr aufgeregt. Nur mit großer Mühe konnten sie einen weiteren Gegentreffer verhindern. "Da haben wir Glück gehabt", sagte Stürmer Laurin Braun. Auch, weil die Adler diese Drangphase selbst mit einem Fehlpass vor dem eigenen Tor beendeten, denn Barry Tallackson nutzte das zum Ausgleich (14.). Das beruhigte die Gäste wieder.

Es schien den Adlern auch etwas den Mut zu rauben, jedenfalls übernahmen die Berliner nach und nach das Kommando. Zeitweise spielten sie sich sogar fest im Mannheimer Drittel. Was die Eisbären zu ein wenig Leichtsinn verleitete. Auch die Verteidiger rückten sehr weit auf im Gefühl, die Führung würde nur noch eine Frage der Zeit sein. Als sich dann Fehler einschlichen, ergaben sich für Mannheim Alleingänge, die Torhüter Rob Zepp noch stoppen konnte. Als Busch bei einem Bully allerdings Ken Magowan zu viel Platz gab, zog dieser aus kurzer Distanz ab und traf zum 2:1 für die Adler (33).

Eine Weile sah es danach aus, als könnten die Berliner dies egalisieren. Im letzten Drittel verloren sie jedoch ihre Linie, die Ordnung in der Defensive geriet durcheinander, während Mannheim engagiert nach vorn spielte und versuchte, das Spiel zu entscheiden. Weil die Berliner plötzlich auch viele Strafzeiten hinnehmen mussten, fanden sie ihren Rhythmus nicht wieder und hatten den Treffern von Adam Mitchell (46., 47.) nichts mehr entgegenzusetzen. Damit war es eine einzige Sturmreihe, welche die Partie entschied. "Wir müssen besser spielen", ärgerte sich Jackson, "vor allem müssen wir die Reihe Ullmann, Magowan, Mitchell beim nächsten Mal besser im Griff haben." Wobei seinem Verteidiger Frank Hördler schwante: "Diese Reihe ist eben nicht so einfach zu stoppen. Mannheim hat heute sehr stark gespielt."

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