Eishockey
Eisbären erwartet Härte in Mannheim
Die Eisbären gastieren im zweiten Finalspiel in Mannheim. Die Stimmung ist traditionell gereizt - der EHC will diesen Umstand aber nutzen.
Eine gewisse Form der Bewertung des ersten Finalspiels kann Don Jackson richtig ärgern. Für die meisten wirkte das Duell zwischen den Rekordmeistern der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), den Eisbären aus Berlin und den Adlern aus Mannheim, lange seltsam aggressionslos, fast schon friedfertig.
Angesichts der Brisanz verwunderte das. Doch Jackson sah das etwas anders, "da waren schon einige gefährliche Checks dabei", natürlich von den Adlern, versteht sich. Der Trainer der Berliner kann sich jedoch darauf einstellen, dass die Darbietung der Mannheimer in Berlin beim 2:0 der Eisbären wenig mit dem zu tun hat, was am Mittwoch in Mannheim in Spiel zwei der "Best of five"-Serie ablaufen wird.
Die Adler haben es mit Vorsicht probiert im ersten Anlauf, der gegenseitige Respekt war spürbar, keiner der beiden Kontrahenten wollte den Gang auf die Strafbank riskieren. Vor allem nicht das Auswärtsteam, also Mannheim, da in der DEL ja tendenziell eher so gepfiffen wird, dass der Gast es schwerer hat, sich von der Strafbank fernzuhalten.
Leicht aggressive Stimmung
Das gibt im Prinzip schon das Motto vor für die nächste Partie, jetzt müssen die Berliner besonnener agieren – und die Adler werden deutlich entschlossener auftreten.
Ihnen bleibt nichts anderes übrig, denn sie stehen unter Druck. "Wir müssen mit einem Heimsieg dafür sorgen, dass der Druck am Freitag wieder bei den Eisbären liegt", sagt Adler-Manager Teal Fowler.
Sollte das nicht gelingen, sähe es schlecht aus, in den 31 Jahren, in denen in Deutschland der Meister per Play-off ermittelt wird, hat kein Team nach einem 0:2-Rückstand noch den Titel gewonnen. Die Adler werden also vor allem eines tun: sehr aggressiv spielen.
Sie verfügen über die richtigen Typen dafür, sind technisch gut, aber eben auch robust. Die aufreizende, leicht aggressive Stimmung in der Arena wird die Mannschaft zusätzlich anstacheln.
Die Emotionen nicht überkochen zu lassen, gehört dabei zu den schwierigsten Aufgaben. "Das ist ein schmaler Grat, wer da die Nerven verliert, wird das Spiel nicht gewinnen", so Fowler.
Fäkalsprache vor laufender Kamera
Fowler selbst war schon an einigen Play-off-Schlachten gegen die Eisbären beteiligt, 2009 im Halbfinale trainierte er die Adler und verlor die Serie 1:3 gegen den EHC.
Beide Partien in Mannheim waren damals äußerst hart geführt worden und verursachten große Aufregung auf beiden Seiten. Bis hin zu einem aufgebrachten Eisbären-Verteidiger Frank Hördler, der sich vor laufender Kamera der Fäkalsprache bediente, um die Gegenspieler zu beschreiben. Partien in Mannheim sind nichts für schwache Nerven.
Viele Profis der Berliner waren damals schon dabei, kennen die Atmosphäre dort. "Das versucht man auszublenden. Außerdem kann es uns aber auch pushen, wenn wir ausgepfiffen werden", erzählt Hördler.
Trainer Don Jackson sagt: "Meine Spieler haben viel Erfahrung, sie wissen, was zu tun ist." Sie wollen ihre Schläger gut kontrollieren, um nicht bei jedem Kontakt mit der Gefahr einer möglichen dummen Strafzeit leben zu müssen.
Vier Top-Akteure fehlen
"Wir wollen versuchen, uns auf alles zu konzentrieren und es besser zu machen als bisher", so der Trainer. Vor allem bedeutet das, die Fehler zu minimieren und sich schnell davon zu erholen, falls doch welche passieren.
Das funktioniert nur über die Teamleistung. "Wir müssen kompakt stehen und als Mannschaft zusammenhalten", sagt Stürmer Sven Felski. Gerade das Letztere zählt zu den Vorzügen der Berliner, denen im ersten Spiel vier Top-Akteure fehlten.
Ob Florian Busch am Mittwoch zurückkehrt, ist noch ungewiss. "Wir gehen kein Risiko bei ihm ein", sagt Manager Peter John Lee. Busch brummt noch der Schädel vom Halbfinale. Es muss geklärt werden, ob er die zu erwartende Härte schon wieder aushält.















