04.01.09

Eishockey

Die Scorpions sind zu clever für die Eisbären

Die Scorpions aus Hannover waren eine Nummer zu clever für die Berliner Eisbären. Im Spitzenspiel der Eishockey Liga unterlagen die Berliner und liegen nun neun Punkte hinter den Scorpions auf Platz drei. Dabei hatten sie durchaus Chancen.

Von Marcel Stein

Hans Zach hatte es eilig. Don Jackson, Trainer des EHC Eisbären, legte noch seine Sicht der Dinge dar zu den 60 Spielminuten zuvor, da verabschiedete sich sein Pendant aus Hannover schon. Mit dem Zug waren die Scorpions nach Berlin gereist, und nun mussten sie schnell wieder zum Bahnhof, um die Heimfahrt rechtzeitig antreten zu können. Mit einer im Eishockey nicht unüblichen Verzögerung des Spiels durch Verlängerung und Penaltyschießen hatte Zach wohl nicht gerechnet.

Großspurig wäre eine solche Unterlassung durchaus nicht. Die aktuelle Form der Hannover Scorpions macht vorsichtige Kalkulationen anscheinend unnötig. Seit Wochen zieren sie einsam die Tabellenspitze der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Warum das so ist, durften am Sonntag auch die Eisbären erfahren. Mit 2:5 (2:1, 0:2, 0:2) unterlag der EHC im Spitzenspiel den Niedersachsen, die nun neun ihrer vergangenen zehn Partien gewonnen haben. Alle in der regulären Spielzeit.

Durch die Niederlage im direkten Duell verlieren die Eisbären langsam den Anschluss an Hannover. Neun Zähler beträgt der Rückstand inzwischen. Sogar Platz zwei büßte der EHC ein, da die punktgleichen Adler Mannheim nun ein besseres Torverhältnis haben.

Zwei Treffer ins leere Tor

Dazu haben die Eisbären einiges beigetragen. Vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften O2 World nahm Jackson zwei Minuten vor dem Ende Torhüter Rob Zepp zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Statt des erhofften Ausgleichs zum 3:3 fiel aber das 2:4 durch mit drei Treffern überragenden Verteidiger Sascha Goc. Auf die gleiche Art markierte Eric Schneider wenig später das 2:5 (60.).

Das Resultat war am Ende aber nebensächlich. "Es spiegelt das Spiel nicht wider", sagte EHC-Kapitän Steve Walker. Die momentanen Verhältnisse kamen dafür ganz gut zum Vorschein. Während sich die Berliner mühen und dabei oft aufreiben, spielen die Scorpions clever und verlieren nie die Nerven.

Das erkannte auch Don Jackson an. "Sie sind derzeit das beste Team der Liga", sagte der Eisbären-Trainer. Wobei die Berliner anfangs zeigten, dass sie nicht so weit entfernt sind von den Scorpions. Nach Treffern von Florian Busch (2.) und Andy Roach (18.) führte der EHC mit 2:1. Gegen die defensivstarken Gäste eine gute Ausgangsposition.

Mit einer starken Offensive wollte die Esibären diese noch verbessern. Hannover aber offenbarte seine ganze Routine. Ohne das Spiel machen zu müssen, drehten die Gäste die Partie. Nicht im Ansatz ließen sie sich von den Angriffen des EHC aus der Ruhe bringen. "Je mehr man sie unter Druck setzt, desto besser werden sie", musste Walker feststellen. Als die Berliner dann einen Fehler im Spielaufbau machten, schlug Hannover zu. Sascha Goc glich erst zum 2:2 aus (34.), in Überzahl traf er danach zur Führung für die Scorpions (36.).

Dienstag in Krefeld

Chancen genug, um die Partie zu gewinnen, erarbeiteten sich die Eisbären selbst nach dem Rückstand noch. "Wir hatten auch das Glück, dass immer ein Schlittschuh oder ein Schläger dazwischen waren", sagte Zach, der nach dem ersten Drittel den starken Dimitri Pätzold für Alexander Jung ins Tor gestellt hatte. Trotzdem präsentierte sich seine Mannschaft alles in allem als die reifere. Viele Angriffe prallten an der Defensive der Scorpions ab wie an einer Gummiwand. "Du spielst den Puck ins Angriffsdrittel, und er kommt gleich wieder zurück. Das ist frustrierend", sagte Walker.

Bisher ist es dem EHC in drei Saisonpartien nicht gelungen, eine Antwort auf die Spielweise der Scorpions, die am Dienstagmorgen Mannheim zum nächsten Spitzenspiel empfangen, zu finden. Eine Gelegenheit gibt es noch in der Hauptrunde für die Berliner. "Wollen wir noch auf Platz eins, müssen wir da gewinnen", sagt Walker. Zunächst aber geht es Dienstag nach Krefeld.

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