15.01.13

Champions League

Volleys-Star Robert Kromm glaubt an Chance gegen Kasan

Die BR Volleys treffen am Mittwoch auf den Titelverteidiger Zenit Kasan aus Russland. Robert Kromm gibt sich im Gespräch optimistisch.

Von Dietmar Wenck
Foto: picture alliance / Jan Haas

Robert Kromm gilt als wertvollster Mann des Berliner Teams
Robert Kromm gilt als wertvollster Mann des Berliner Teams

Berliner Morgenpost: Herr Kromm, Ihre Mannschaft hat in der Bundesliga 14 Siege in 14 Spielen erzielt. Wenn Sie aufs Feld gehen, dann mit dem Gefühl: Wir können das gewinnen! Welches Gefühl hat man gegen Kasan?

Robert Kromm: Ungewissheit. So wie beim Vorrundenspiel gegen Novosibirsk. Keine Ahnung, wie die gegen uns spielen werden und wie schwer das wirklich wird. Aber da ist andererseits keine Angst, wir freuen uns darauf. Es wird so viel Werbung gemacht, die Halle wird wahrscheinlich voll sein.

Ein bisschen weiß man schon, was da auf Sie zukommt. Es werden immerhin sechs Olympiasieger auf dem Feld stehen, dazu der Trainer, der nicht nur Kasan vergangenes Jahr zum Champions-League-Sieg geführt hat, sondern auch Russland zum ersehnten Olympiasieg.

Na klar, die sind taktisch stark, physisch stark, haben viel Erfahrung auf hohem Niveau, natürlich sind wir da klarer Außenseiter. Aber wir werden um jeden Punkt kämpfen. Mal sehen, was dann herauskommt.

Andersherum gefragt: Was haben denn die BR Volleys, was Zenit nicht hat?

Wir haben auf jeden Fall die Halle hinter uns. Und das Überraschungsmoment auf unserer Seite. Kasan hat bisher so stark gespielt in der Champions League, noch nicht einen Satz verloren. Die werden sich schon sehr sicher sein. Und von der deutschen Liga haben die noch nicht viel gehört. Das könnte ein Vorteil sein. Außerdem ist die Ausgangslage für uns nicht kompliziert. Wir haben nichts zu verlieren, niemand erwartet von uns einen Sieg.

Schwieriger wird es erst, wenn Sie das Hinspiel gewonnen haben und es im Rückspiel ums Weiterkommen geht, oder wie?

(lacht) Ja, genau so ist es.

Hand aufs Herz: Sieht Ihre Mannschaft eine realistische Möglichkeit, das Spiel gegen Kasan zu gewinnen? Oder wollen Sie sich nur ehrenvoll schlagen?

Wir wollen schon gewinnen. Mark (Berlins Trainer Lebedew, d.Red.) hat zu uns in der Kabine gesagt, dass wir das schaffen können. Ich glaube das auch, wir haben eine Chance.

Was fehlt den BR Volleys, um einem Team wie Kasan als ebenbürtiger Kontrahent gegenübertreten zu können?

Vor allem Konstanz im Spiel. Wir haben schon super Sätze und super Spiele gemacht, aber immer wieder war auch ein Hänger dabei. Das passiert denen nicht so, das ist neben der enorm starken russischen Liga der große Unterschied. Man muss es etwa schaffen, konstant gut aufzuschlagen, immer Druck auszuüben. Solche Dinge. Und Erfahrung in Topspielen haben die uns natürlich auch voraus.

An einem guten Tag, das haben Sie in der Gruppenphase bewiesen, können die BR Volleys auch einen Top-Gegner wie Nowosibirsk schlagen. Der Verein ist jetzt Ausrichter des Final Four. Wäre es nicht ein Traum, wenn Berlin sich einmal darum bewirbt und den Zuschlag erhält?

Das wäre natürlich aus sportlicher Sicht für uns als Mannschaft super. Aber ich weiß, was da für den Klub dranhängt. Du musst alle Mannschaften einladen, ihren Aufenthalt komplett finanzieren. Das ist eine Riesenbelastung für einen Verein. Der muss sicher erst abwägen, was ihm wichtiger ist: Vielleicht einen guten Spieler mehr zu holen oder solch ein Turnier zu veranstalten. Da hängen ordentliche Summen dran. Aber natürlich träumt jeder Spieler davon, so etwas vor eigenem Publikum zu erleben. Nur will man dann auch konkurrenzfähig sein. Das heißt, wir sollten erst mal ein hohes Level halten, konstant die Vorrunde überstehen. Man will dann ja auch was reißen können, einen Erfolg anpeilen. Und nicht den freundlichen Applaus für den vierten Platz erhalten.

Sie sind seit Saisonbeginn hier in Berlin, aus Italien zurückgekehrt, schnell zum wertvollsten Mann aufgestiegen. Also bisher alles gut?

Besser hätte es nicht laufen können. Ich habe keine Verletzung, bin fit, und in der Liga haben wir kein Spiel verloren. Das Ausscheiden im Pokal war ärgerlich, aber in Haching kann man verlieren. Champions League war auch ordentlich. Ich bin sehr zufrieden.

Und Ihre Familie? Hat sie den Umzug vom sonnigen Italien in den deutschen Winter gut überstanden? Ihr vierjähriger Sohn hat ja nun sogar Schnee kennenlernen können.

Henry fühlt sich in Berlin so wohl wie wir. Der dreht sich gar nicht mehr um, wenn er in den Kindergarten geht, sagt nur noch tschüss Papi, und weg ist er. Schnee kannte er schon. Letzte Saison in Italien gab es keinen, doch das Jahr davor hab ich in Russland gespielt, in Ufa. Da hatte er Schnee genug (lacht).

Der aktuelle Spielplan der Berlin Recycling Volleys

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