Bambini-Lauf
Bei den ganz kleinen Läufern ist jeder ein Sieger
Mehr als 1000 Mädchen und Jungen eröffneten auf dem Tempelhofer Feld mit ihrem Bambini-Lauf das Marathon-Wochenende in Berlin. Hier war jeder ein Sieger.
Vor dem Rennen war Anna ziemlich aufgeregt. Schließlich ist die Konkurrenz groß. Mehr als 1000 Mädchen und Jungen im Alter von bis zu zehn Jahren waren am Sonnabend ab 11 Uhr auf dem Vorfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof am Start zum Bambini-Lauf. Natürlich immer schön der Reihe nach, die Jüngsten zuerst, die Älteren danach. Ein wenig schick hat sich die Achtjährige aus Dahlem auch gemacht. Denn Tausende begeisterte Eltern und Verwandte stehen entlang der Laufstrecke, mit Fotoapparaten, Ratschen und Fähnchen, um ihre Nachwuchshoffnungen anfeuern zu können.
Zum dritten Mal ist Anna schon mit dabei. "Ich will lieber die ganze Zeit joggen, dann habe ich mehr Puste bis ins Ziel", verrät sie ihre Taktik. Ihr Bruder Jonas ist neun Jahre alt und wird später beim Mini-Marathon laufen. "Da werde ich es nächstes Jahr versuchen", sagt Anna.
20 Minuten später hält sie stolz ihre Medaille in der Hand. "Ich bin der Renner" steht da auf der Vorderseite, und hinten drauf ist ein Hase in Laufschuhen abgebildet. "Wie beim Hasen und dem Igel!", sagt Hagen. Er hat mit seiner Freundin Mathilda ebenfalls eine Medaille gewonnen. Die beiden sind vier Jahre alt und besuchen die Kindertagesstätte Nathanael in Schöneberg. Hagen hat sich alleine auf die Bahn getraut, bei Mathilda ist ihr Vater mitgelaufen. "Ich war aber viel schneller als mein Papa", sagt sie stolz. Die sieben- bis zehnjährigen Teilnehmer laufen insgesamt zwei Runden à 500 Meter, alle jüngeren Kinder nur eine Runde. Jeder gewinnt seine ganz persönliche Goldmedaille. Denn beim Bambini-Lauf, der gewissermaßen das Marathonwochenende eröffnet, gibt es keine Verlierer. Die ganz Kleinen dürfen sogar ein kleines bisschen Unterstützung von Mama und Papa in Anspruch nehmen. So auch Lisanna aus Steglitz. Sie ist erst knapp ein Jahr alt. Papa Patrick ist beim Skatermarathon am Start, wollte sich am Morgen bei der Messe Berlin Vital nur seine Startnummer abholen. "An der Ausgabe hat man mir gesagt, dass Lisanna auch schon mitlaufen darf. Da habe ich sie ganz spontan angemeldet."
Jetzt hat Lisanna ihre erste Goldmedaille gewonnen. "Ein paar Meter ist sie selbst gelaufen, aber den größten Teil der Strecke bin ich mit ihr gelaufen", sagt ihr Vater. "Sie war sowieso viel mehr an den vielen Zuschauern interessiert, die uns zugewunken haben."
Zum Abschluss laufen die ganz Großen der Kleinen. Mit zehn Jahren ist Frida zum ersten und letzten Mal dabei. "Ich habe mit meiner Freundin im Park geübt", erzählt die Fünftklässlerin aus Tempelhof. "Wir sind noch nie mitgelaufen, deshalb musste das sein." Schließlich will sie vorne mit dabei sein. Am Ende bekommt auch Frida ihre Medaille auf dem Rollfeld überreicht. Vielleicht ist sie im nächsten Jahr beim Mini-Marathon dabei. "Ich will es auf jeden Fall versuchen", sagt sie.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- 38. Berlin-Marathon: Makaus Weg vom Bauernjungen zum Weltstar
- Berlin-Marathon: Aufgabe von Gebrselassie ist "Ende einer Ära"
- Storify: Makau gewinnt Berlin-Marathon mit Weltrekord
- Großereignis: Warum der Marathon in Berlin einzigartig ist
- Marathon: Thüringerin skatet in Berlin am schnellsten
- Verkehrsbehinderungen in Berlin: Skater und Minis eröffnen Marathon-Wochenende
-
18:51Pfingsttreffen: Sudetendeutsche wählen auffällig leise Töne
-
18:49Berliner Staatsoper: Intendant Flimm fühlt sich von Wowereit im Stich...
-
18:43"Vatileaks": Päpstlicher Kammerdiener hintergeht Benedikt XVI.
- 1. Live-Ticker Hertha BSC will über Einspruch beraten
- 2. Relegationsspiel Hertha BSC und der Abstieg ohne Gnade
- 3. Relegationsspiel Hertha BSC gibt sich offenbar geschlagen
- 4. Stromerzeugung Solaranlagen liefern so viel Strom wie fast 20 Atommeiler
- 5. Rocker-Kriminalität Hells Angels betrieben eigenen Folterkeller














