Berlin Marathon 2010
Beim Bambini-Lauf gibt es nur Gewinner
Die jüngsten Sportler haben am Sonnabend das Marathon-Wochenende eröffnet. Beim Bambini-Lauf auf dem Tempelhofer Feld gingen 1100 Mädchen und Jungen an den Start.
Von Johannes Wiedemann
Die Jüngsten eröffneten am Sonnabend auf dem Vorfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof mit dem Bambini-Lauf über 500 und 1000 Meter das Berliner Marathon-Wochenende.
Das Vorfeld des stillgelegten Flughafens Tempelhof gehörte am Sonnabend den Kindern. 1100 Mädchen und Jungen im Alter bis zehn Jahre traten dort beim Bambini-Lauf des 37. Berlin-Marathons an. Dabei liefen die Sieben- bis Zehnjährigen zwei Runden à 500 Meter, alle jüngeren Kinder nur eine Runde. Tausende begeisterte Eltern, Omas und Opas sowie Freunde feuerten ihre Lieblinge an. So auch Dagmar Ortner, deren Sohn Luis (8) bei seinem Durchgang als Erster durchs Ziel lief. "Das war cool, hat echt Spaß gemacht", sagte der Berliner Schüler. Aus der Puste gekommen sei er während der zwei Runden nicht. "Wir freuen uns total", meinte seine Mutter. "Denn er war schon beim Bambini-Lauf 2009 Erster." Auch Luis’ kleine Schwester Pia (6) lief ihre 500-Meter-Runde souverän durch. "Ich fand das schon etwas anstrengend", sagte sie.
Nicht nur aus der Hauptstadt und dem übrigen Bundesgebiet, sondern auch aus dem Ausland kamen einige der Teilnehmer – wie die Schwestern Magdalena (10), Veronika (8) und Kinga (3) aus dem polnischen Czestochowa. Mutter Magdalena meinte: "Mein Mann läuft beim Skater-Marathon mit, der Bambini-Lauf bot sich daher für die Mädchen an." Veronika fiel ein Mal hin und holte sich ein blutiges Knie. "Aber ich bin weitergelaufen, es hat Spaß gemacht", erzählte sie.
Das eine oder andere Kind schaffte es zwar nicht ins Ziel und verließ weinend die Strecke. Doch die Medaille an einer gelb-roten Kordel und eine Urkunde erhielt jeder der kleinen Sportler. "Bei uns sind alle Kinder Gewinner", sagte Franz Feddema, Ressortleiter des Bambini-Laufs. "Es geht nicht um Zeiten, sondern um den Spaß."
Die unter Fünfjährigen durften dabei in Begleitung eines Erwachsenen laufen. Die Mutigen verzichteten aber darauf – so wie der dreijährige Josa Rigney aus Berlin, der seinem Vater Peter nach dem Lauf stolz seine Medaille zeigte: "Guck mal, die ist aus Gold." Den Lauf fand Josa "nicht so schwer".
Die jüngste Teilnehmerin Carmen de las Heras aus Spanien wurde von Papa Rafael den ganzen Weg getragen, denn sie ist gerade mal neun Monate alt. "Sie mag es, wenn ich mit ihr renne", sagte der 38-Jährige und hängte seiner Tochter die Medaille um. "Für ihren allerersten Laufwettbewerb hat sie eine tolle Leistung gezeigt."
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