Real Berlin Marathon 2009
Berliner jubeln den Inline-Skatern zu
Sonntag, 20. September 2009 01:44 - Von Alexandra Kilian und Lea BierotteEinen Tag vor dem Marathon der Läufer sind 7200 Inline-Skater auf der Marathonstrecke durch Berlin gerollt. Das Rennen war zugleich ein Stimmungstest für den großen Lauf. Und die Atmosphäre war genauso hervorragend wie das Wetter - La-Ola-Wellen, Jubel und großem Applaus.
Am Sonnatg laufen sie, am Sonnabend rollten sie. Um 16.15 Uhr fiel der Startschuss zum 13. Berliner Skatermarathon. Knapp 7200 Teilnehmer wagten sich auf die 42,195 Kilometer quer durch die Hauptstadt. Das Wetter war hervorragend, die Stimmung ebenso.
Auf dem Fehrbelliner Platz in Wilmersdorf, bei Kilometer 32, stellen sich sieben Männer in blauen Trainingsjacken auf. „Eigentlich wollten wir woanders zugucken, aber unser Hotel ist hier gleich um die Ecke“, sagt Karl-Heinz Stückerjürgen. Das Team vom „Laufspaß SW Sende“ in der Nähe von Bielefeld startet am Sonntag beim Marathon.
Dann plötzlich, noch etwas entfernt, blaues Blinken, man hört Motorräder heranrasen, sieht eine schwarze Traube, die immer schneller wird. Es ist 17.09 Uhr, Polizei, Safety Car, Zeitwagen zischen vorbei, dann surrt die weiß-gelb-grüne Schlange über den Asphalt. Die Zuschauer klatschen, eine Ratsche rattert, dann ist es schon wieder vorbei – abrupt. Etwa 300 Menschen starren auf die Strecke. Da, die nächste Traube: Wieder brandet Applaus auf, verfolgt die Skater auf ihrem Weg von rechts nach links. Wie eine Welle im Fußballstadion.
Bei Kilometer 38 am Potsdamer Platz werden vor allem Touristen von der weiträumig abgesperrten Straße angezogen. „Wir wollten einfach mal so gucken“, sagt Helga Möllich, die gerade mit ihrer Freundin das Wochenende in Berlin verbringt. „Das Geräusch, wenn sie vorbeisausen, finde ich echt cool“, sagt die Kölnerin. Bis es soweit ist genieße sie einfach die gespannte Atmosphäre.
Auf den großen Leinwänden an der Zielgeraden laufen die Bilder von der Strecke. Die einrollenden Sportler werden herzlich mit La-Ola-Wellen, Jubel und großem Applaus begrüßt. Schilder werden in die Höhe gehalten, Rasseln gedreht. „Die Berliner sind ein super Publikum. Es macht viel Spaß, hier an einem Wettkampf teilzunehmen“, sagt RBB-Experte Sebastian Baumgartner, der früher selbst aktiver Marathon-Skater war.
Anett Hallier (41) jubelt ihrem Eckernförder Männerturnverein zu. „Die Stimmung ist phänomenal“, strahlt die Frau. Ihre Tochter hat einige Stunden zuvor einen zweiten Platz beim SCC Skate Kids Cup belegt. „Wenn es die Kraft hergibt, werden wir heute bestimmt noch ordentlich feiern.“
Mit einem bunten Rahmenprogramm hatten die Organisatoren vom SCC Sportler und Zuschauer am Mittag auf den Skatermarathon eingestimmt. Auf der Straße des 17. Juni wurde das Skater Village aufgeschlagen. Oldies aus den 80er-Jahren wallten durch den Tiergarten, Bratwurstgeruch hing in der Luft. Dort fand auch das Finale des Kids Cup statt, an dem etwa 130 Kinder teilnahmen. Unter den Zuschauern war Uwe Siewers. „Ich feuere jeden an“, sagte er. „Morgen renne ich bei den Läufern mit, da wollte ich schon einmal ein wenig Atmosphäre schnuppern.“
Alle Platzierungen, alle Zeiten, alle Teilnehmer des 36. Berlin-Marathons finden Sie in der Marathon-Beilage der Berliner Morgenpost. Die Beilage liegt der Zeitung am Montag, 21. September bei.





















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