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Marathon

In Berlin treten 48.740 Sportler aus 122 Nationen an

Die Hauptstadt steht am Wochenende wieder zwei Tage lang ganz im Zeichen des 42,195 Kilometer langen Laufs durch die City. In diesem Jahr war der Marathon ein paar Wochen früher ausgebucht als im Jahr zuvor. In Berlin ist kein Ende des Laufbooms in Sicht.

Am Wochende steht ganz Berlin weioder im Zeichen den schnellen Beine
Foto: AFP
Am Wochende steht ganz Berlin weioder im Zeichen den schnellen Beine

Speisenfolgen sind eigentlich nicht das Spezialgebiet des Diplom-Kaufmanns Mark Milde. Doch spricht man den 36-jährigen Renndirektor des Berlin-Marathons auf die diesjährige 36. Auflage des 42,195 Kilometer langen Laufs durch die deutsche Hauptstadt an, greift er zu einem kulinarischen Bild: „Wir sehen uns nicht als Nachspeise, sondern vielmehr als Hauptgang. Eher war die Weltmeisterschaft im August so eine Art Appetizer.“ Er glaubt nicht, dass seine Veranstaltung durch den WM-Marathon vier Wochen zuvor an Strahlkraft eingebüßt habe.

Beide Läufe sind nur schwer miteinander zu vergleichen: Der Berlin-Marathon wird nicht als mehrfach gelaufene Schleife, sondern in einem großen Rundkurs bestritten. Außerdem, und das ist wohl der größte Unterschied, ist am Wochenende natürlich viel mehr los: Schließlich treten hier Breitensportler und Top-Athleten gemeinsam an. Deshalb sind auch die Teilnehmerzahlen beeindruckender: 40.923 Läufer und Power Walker, 7612 Inline-Skater, 169 Handbiker und 36 Rollstuhlfahrer, also insgesamt 48.740 Sportler aus 122 Nationen, gehen am Wochenende auf die Strecke. Das sind 190 mehr als im Vorjahr – eine Stagnation auf sehr hohem Niveau. Erneut war der Marathon ein paar Wochen früher ausgebucht als im Jahr zuvor, und Milde sagt auch diesmal wieder: „In Berlin ist kein Ende des Laufbooms in Sicht.“

Das ist keine Überraschung: Denn die traditionell schnelle und attraktive Strecke führt an der Siegessäule, dem Bundeskanzleramt, dem Reichstag, der Gedächtniskirche, dem Roten Rathaus sowie dem Brandenburger Tor vorbei und wird von einer Million Zuschauer besucht. Bei so populären Veranstaltungen ist die Politik oft nicht weit: Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Fußball-Bundestrainer Joachim Löw geben den Startschuss ab, Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Schirmherrschaft übernommen. Damit betreibt sie ein bisschen Wiedergutmachung, denn die Organisatoren waren nicht begeistert, als die Polizei ihnen mitteilte, die Durchführung der Veranstaltung am traditionellen Termin des letzten September-Wochenendes wegen der Bundestagswahl nicht gewährleisten zu können. Der Marathon musste deshalb um eine Woche vorgezogen werden.

So wird ein kleines Jubiläum eben etwas früher gefeiert: Denn 1990 liefen die Teilnehmer vier Tage vor der Wiedervereinigung zum ersten Mal durch das Brandenburger Tor und beide Teile der Stadt, weshalb der Marathon dieses Jahr unter dem Motto „20 Jahre Mauerfall – Grenzenlos laufen“ steht. Seitdem hat er sich auch immer mehr zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt: Die nach Berlin reisenden Sportler bescheren der Stadt einen zusätzlichen Umsatz von 40 Millionen und Steuereinnahmen von acht bis zehn Millionen Euro. „Wir sind eine Veranstaltung, über die sich Berlin freuen sollte und auch wird“, sagt SCC-Geschäftsführer Rüdiger Otto. Da wird er auch die Enttäuschung verschmerzen, dass der Lauf am Sonntag „nur“ von 8.30 bis 14 Uhr im RBB übertragen, es aber erstmals keine überregionale Zusammenfassung geben wird. Dafür gab es bei der Marathon-Messe „Berlin Vital“ einen großen Fortschritt: Sie zog vom Siemensstadt in das Gebäude des ehemaligen Flughafen Tempelhofs und ist dadurch viel besser zu erreichen.

Da das für absolute Top-Zeiten so wichtige Wetter mit Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad Celsius und ohne Regen nahezu perfekt ausfallen soll, hat Milde für das Wochenende nur noch einen großen Wunsch: „Ich hoffe auf ein Fest für Berlin und dass die S-Bahn fährt. Damit alle rechtzeitig zum Start und an die Strecke kommen.“

Alle Platzierungen, all Zeiten, alle Teilnehmer des 36. Berlin-Marathons finden Sie in der Marathon-Beilage der Berliner Morgenpost. Die Beilage liegt der Zeitung am Tag nach dem Marathon bei, am Montag, 21. September.

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Erschienen am 16.09.2009

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