29.09.12

Berlin-Marathon

Für Geoffrey Mutai ist in Berlin der Weltrekord möglich

Patrick Makau hält die Bestmarke. Doch der Kenianer Mutai hat das Zeug, sie in diesem Jahr zu brechen. Das Preisgeld: 120.000 Euro.

Von Sebastian Arlt
Foto: dpa

Wird er den Weltrekord brechen? Der Kenianer Geoffrey Mutai
Wird er den Weltrekord brechen? Der Kenianer Geoffrey Mutai

Auf eine Prognose will sich Geoffrey Mutai nicht einlassen. "Bei einem Weltrekord muss alles passen", sagt der Favorit für den Berlin-Marathon am Sonntag. Zumindest, so sagt der Kenianer, sei er in guter Form. Der 30-Jährige ist die Topverpflichtung der Veranstalter. "Unsere Ideallösung", wie es Renndirektor Mark Milde ausdrückt. Schließlich ist Geoffrey Mutai momentan der schnellste Marathonläufer der Welt –, auch wenn er nicht den Weltrekord hält.

Was sich widersprüchlich anhört, liegt an den Regeln. Seine Zeit von 2:03:02 Stunden, gelaufen beim Boston-Marathon im April 2011, konnte nicht anerkannt werden, weil die Strecke nicht den Vorgaben entspricht. Das Ziel in Boston liegt 139 Meter niedriger als der Startpunkt – erlaubt sind lediglich 42 Meter Gefälle – und Start und Ziel liegen nicht an einem Punkt. Regelkonform ist nur ein Rundkurs. So hält die offizielle Bestzeit Patrick Makau mit seinen 2:03:38 Stunden, die er im September 2011 in Berlin gelaufen ist. "Im selben Jahr mit den Olympischen Spielen zu sein ist schwer", sagt Renndirektor Mark Milde im Hinblick auf das Feld der Spitzenathleten. Die Konkurrenz durch die Spiele, für viele das große Ziel, war groß. Etliche Spitzensportler gingen in London an den Start, eine Teilnahme nur sieben Wochen später in Berlin war daher unmöglich. Wenn alles gut geht, das Wetter mitspielt und es wie angekündigt 16 Grad gibt, ist ein neuer Weltrekord möglich. Daran mag der beste Deutsche, Jan Fitschen, jedoch nicht denken. Der 10.000-Meter-Europameister von 2006 hat als Ziel die Verbesserung seiner persönlichen Bestzeit (2:15:40 Stunden) angekündigt. Dennoch setzt er sich selbst unter Druck: "Da muss deutlich mehr kommen."

120.000 Euro Prämie möglich

Löscht Geoffrey Mutai die Bestmarke seines Landsmannes Makau, hätte er in gut zwei Stunden 120.000 Euro verdient: 50.000 für den Weltrekord, 40.000 als Sieger und 30.000 Euro Bonus für eine Zeit unter 2:04:30 Stunden. Aus Erfahrung sind die Veranstalter klug: Sie haben sich gegen einen Weltrekord versichert. Wenn Mutai ins Ziel kommt, erhält er wie alle Teilnehmer eine Finisher-Medaille dafür. Diese Medaillen zieren in diesem Jahr das Konterfei von – Patrick Makau.

Dürften bei den Frauen die Äthiopierinnen den Sieg unter sich ausmachen, ist bei den Männern wieder einmal eine kenianische Meisterschaft mit internationaler Beteiligung zu erwarten. Mutais Hauptkonkurrenten sind Jonathan Mayo und Dennis Kimetto, der im Mai 2012 in Berlin einen Weltrekord über 25 Kilometer aufstellte. Für den 28-Jährigen ist es das Marathon-Debüt.

Fern der Heimat wurden die Kenianer aber auch mit einem unerfreulichen Thema konfrontiert. Am Donnerstag hatte Kenias Leichtathletik-Verband AK erstmals eingeräumt, dass Dopingvorwürfe gegen mehrere Ärzte geprüft werden. Sie sollen Athleten unerlaubte Mittel verabreicht haben. Zuvor hatte der Verband sich vehement gegen Vorwürfe gewehrt, die die ARD-Dopingredaktion mit dem Berliner Journalisten Hajo Seppelt an der Spitze erhoben hatte. Mutai versicherte gestern: "Ich hatte nie Kontakt zu Ärzten, die mir Dopingmittel angeboten haben. Doping schadet der Leichtathletik. Gut, dass es in Kenia jetzt mehr Kontrollen gibt."

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