12.04.14

Fußball

BFC Dynamo in kleinen Schritten heraus aus der Versenkung

Der BFC Dynamo steht vor dem Aufstieg in Liga vier. Nur wann genau es so weit ist, steht noch nicht fest. Für das Spiel in Malchow haben sich aber schon mal 1500 Fans in Partylaune angesagt.

Von Marcel Stein
Foto: pa / Sven Simon

Auftritt im DFB-Pokal: Stuttgarts Christian Gentner wird vom Berliner Denis Novacic (r) gestoppt
Auftritt im DFB-Pokal: Stuttgarts Christian Gentner wird vom Berliner Denis Novacic (r) gestoppt

Aufstieg auf der Couch am Sonnabend? Oder erst nach dem eigenen Spiel am Sonntag? Egal, wichtig ist nur, dass es passiert. "Da haben die Fans zehn Jahre drauf gewartet", sagt Kevin Meinhardt, Manager des BFC Dynamo. Nach gefühlten Ewigkeiten in der Fünftklassigkeit wird der zehnfache Meister des DDR-Fußballs demnächst wieder in der vierten Liga aktiv sein.

Das kann am Sonnabend schon feststehen, falls Brandenburg nicht gewinnt. Am Sonntag beim eigenen Spiel in Malchow sollten alle Zweifel ausgeräumt sein.

Für die Mecklenburger wird es in jedem Fall ein denkwürdiger Tag. Sieben Busse rollen aus Berlin an, dazu ein Konvoi von Autos, etwa 1500 Fans wollen dabei sein, wenn der BFC mit einem Sieg den Meistertitel in der Oberliga Nord im Fernduell mit den nicht aufstiegsberechtigten Rostockern von Hansa II klar macht. Davon geht zumindest jeder aus, der Tabellenführer tritt in Malchow beim Letzten an.

Und die Dominanz der Berliner in dieser Saison lässt kaum Spielraum für Überraschungen. "Die Mannschaft hat eine absolute Ausnahmeleistung gezeigt. Das gibt es in keiner Liga über uns", sagt Meinhardt. In bislang 21 Spielen gab es 20 Siege und ein Unentschieden, 25 Zähler beträgt der Vorsprung auf Hansa. "Am 22. Spieltag (von insgesamt 30 – d. Red.) Meister zu werden, das hat noch keiner geschafft", so Meinhardt.

Dritte Liga als langfristiges Ziel

Der Manager ist stolz auf das Team, und ein bisschen auch auf sich. "Viele haben sich hier versucht. Wir mussten viel verändern, haben jetzt professionellere Strukturen", erzählt der 33-Jährige. Die Mannschaft wurde bereits mit Blick auf die Regionalliga zusammengestellt, ihr Niveau liegt deutlich über dem der jetzigen Konkurrenz. Nächste Saison wird das Team weitgehend zusammenbleiben. Und um den Verein herum macht oft schon das Wort vom Durchmarsch in die Dritte Liga die Runde. "Wir wollen den nächsten Schritt anpacken", sagt der Manager, "aber alles in Ruhe angehen." Er orientiert sich vorerst an Rang fünf bis acht als Ziel.

Und das in einer Liga, die viel bereit hält für die Berliner. Ehemalige Weggefährten aus der DDR-Oberliga wie Magdeburg und Jena warten. "Wir freuen uns auf Traditionsduelle und den Jahnsportpark", so Meinhardt. Dorthin zieht der Klub vom maroden Stadion im Sportforum um. Infrastrukturell ein Fortschritt, verbunden mit der Erwartung von noch mehr Publikum. "Wir wollen uns öffnen, familienfreundlicher werden", sagt der Manager, dessen Klub wegen seiner Vergangenheit mit Staatssicherheit und Problemfans noch immer polarisiert. Zwischenfälle gab es seit mehr als zwei Jahren jedoch nicht mehr.

Hinter Hertha BSC und Union, mit deren zweiten Mannschaften es in der Regionalliga zu Duellen kommen wird, bleibt der BFC in Berlin der Klub mit dem größten Potenzial. Seine Stellung als Dritte Kraft in der Stadt kann Dynamo in der neuen Saison auch sportlich untermauern. Am liebsten aber schon vorher, im Berliner Pokalfinale.

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