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28.11.09

Internationaler Wettskandal

Jetzt steht auch Basketball unter Verdacht

Nachdem der Fokus beim Wettskandal bislang auf Fußball lag, ist nun eine neue Sportart unter Verdacht geraten: Basketball. Die Basketball Bundesliga hat Akteneinsicht beantragt, doch noch gibt es keine Details. Untersucht werden jedoch Spiele von Alba, Bamberg, Bonn und Oldenburg.

© picture-alliance/ dpa/dpa
Halbfinale Basketball
Der ehemalige Basketballlprofi Ivan Pavic, der mit Alba-Spieler Steffen Hamann befreundet ist, wurde im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Wettskandal verhaftet

Der Wettskandal zieht seine Kreise. Während sich das Hauptaugenmerk bislang auf die Fußballszene gerichtet hat, rücken zwei weitere Sportarten in den Fokus. Nach Informationen des "Spiegel" ist zumindest ein Spiel der Play-off-Runde 2009 in der Basketball-Bundesliga Gegenstand von Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Bochum. Danach soll Ante S., einer der mutmaßlichen Drahtzieher, im Juni versucht haben, das Ergebnis zu beeinflussen. Zudem gäbe es eindeutige Hinweise, dass ein Doppelspiel beim Frauentennisturnier in Fes/Marokko im April manipuliert worden sein könnte.

Für Jan Pommer, Geschäftsführer der Basketball Bundesliga (BBL), ist die Situation in hohem Maße "bedrückend", aber nicht ganz neu. "Schon vor einigen Tagen haben wir bei der Staatsanwaltschaft Akteneinsicht beantragt. Denn der gesunde Menschenverstand hat uns gesagt, dass neben dem Fußball auch andere Sportarten betroffen sein könnten", sagte Pommer. "Die Akteneinsicht wurde jedoch auch uns noch nicht gewährt. Folglich fehlen uns zum Handeln jegliche Anhaltspunkte. Aber wir müssen handeln, es wird dringend. Was immer da vorgefallen ist, wir müssen das Problem mit Stumpf und Stiel ausrotten", so der BBL-Chef. Dirk Kaiser, der BBL-Mediendirektor, stimmt zu: "Wir haben uns an die Staatsanwaltschaft gewandt – auch, weil wir nicht so blauäugig sind, dass es ein reines Problem des Fußballs ist. Wir wollen die Sache forcieren."

Unklar ist für die BBL auch noch, in welcher Richtung sich Unregelmäßigkeiten abgespielt haben könnten. Jan Pommer: "Wir wissen im Moment nicht, wonach wir suchen: Geht es um Schiedsrichter? Geht es um Spieler? Welche Vereine sind beteiligt? Ich habe unseren Schiedsrichterverantwortlichen angewiesen, alle fraglichen Partien noch mal auf Video zu sichten, ob es dort Auffälligkeiten gibt."

Im Play-off der Meisterschaft Anfang Juni diesen Jahres waren noch vier Klubs vertreten. Die Halbfinalpaarungen bestritten Alba Berlin und die Telekom Baskets Bonn (2:3 Siege) sowie die EWE Baskets Oldenburg und die Brose Baskets Bamberg (3:0 Siege). Im Finale hatte sich dann Oldenburg mit 3:2 Siegen über Bonn durchgesetzt.

Angesprochen darauf, dass der einzige harte Fakt in der Angelegenheit jener sei, dass der ehemalige Basketballprofi Ivan Pavic am vergangenem Mittwoch verhaftet und in Untersuchungshaft gebracht wurde, der besonders gute Kontakte zu seinem Ex-Klub Bamberg und zu Alba Berlin hat, wo jetzt sein Freund Steffen Hamann spielt, sagte Pommer: "Wir sprechen als Liga sicher keinen Generalverdacht aus und spekulieren auch nicht über Dinge, für die es keine Belege gibt." Alba-Pressesprecher Justus Strauven wollte Mutmaßungen ausschließen. "Wir hoffen, dass es bald Konkreteres gibt. Spekulationen kommentieren wir nicht. Es wäre natürlich dramatisch, wenn die Vorwürfe stimmen würden."

Ausgesprochen betroffen reagierte Bambergs Geschäftsführer Wolfgang Heyder: "Diesen Verdacht finde ich extrem schlimm. Ich frage mich aber auch, wie ein Spieler ein Basketballspiel so beeinflussen soll. Wenn Ivan Pavic wirklich daran beteiligt wäre, würde mich das schockieren."

Quelle: BMO
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