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Super Six in Berlin

Profiboxer Arthur Abraham siegt durch K.o.

Der Berliner Arthur Abraham ist mit einem vorzeitigen Sieg in das Turnier der sechs weltbesten Supermittelgewichtler gestartet und hat auch seinen 31. Kampf für sich entschieden. Der Profiboxer gewann in der Nacht zum Sonntag in der O2 World durch K.o. kurz vor Schluss.

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Auftaktkampf im Super-Six-Turnier: Abraham hatte sich in Berliner vorgenommen, schon in den ersten Runden voll in den Kampf zu gehen. Doch Taylor ist zu Beginn deutlich aktiver.
Foto: ddp
Auftaktkampf im Super-Six-Turnier: Abraham hatte sich in Berliner vorgenommen, schon in den ersten Runden voll in den Kampf zu gehen. Doch Taylor ist zu Beginn deutlich aktiver.

Profiboxer Arthur Abraham hat am späten Abend in seiner Wahlheimat Berlin durch K.o. in der zwölften und letzten Runde gegen den Amerikaner Jermain Taylor gewonnen und feierte so seinen 25. vorzeitigen Erfolg. Taylor war wie Abraham zuvor Weltmeister im Mittelgewicht und kassierte im 33.Kampf seine vierte Niederlage.

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Damit hat Abraham nach dem ersten von drei Vorrundenkämpfen seine Chancen gewahrt, ins Halbfinale des bisher einmaligen Turniers einzuziehen. Außerdem dabei sind der Engländer Carl Froch, der anschließend in Nottingham seinen WBC-Weltmeistertitel gegen Andre Dirrell aus den USA verteidigte, der dritte Amerikaner Andre Ward und WBA-Champion Mikkel Kessler. Der Däne war zusammen mit 14.000 Zuschauern in der O2 World beim Kampf in Berlin.

Tiefschlag von Taylor

Im anfangs ausgeglichenen Duell kam Abraham gegen den flinken Taylor zunächst nicht wie gewohnt dazu, seine Schlagstärke auszuspielen, und wurde stattdessen selbst stark beschäftigt. In Runde 6 kassierte Taylor wegen Tiefschlags eine Verwarnung, danach wurde Abraham stärker. „Ich bin kein Frühstarter, brauche immer etwas, bis ich im Kampf bin“, so Abraham.

Der gebürtige Armenier kam nun öfter mit seinen überfallartigen Angriffen zum Zug und brachte Taylor in der neunten Runde mit einer Rechten erstmals ins Wanken. Eine weitere mächtige Rechte brachte in der letzten Runde den K.o.-Sieg. Dennoch hatte Abraham so schwer für den Erfolg kämpfen müssen wie noch nie in seiner Karriere, selbst 2006 bei dem legendären Mittelgewichts-WM-Kampf von Wetzlar nicht, als er trotz doppelt gebrochenem Unterkiefer seinen Titel gegen den Kolumbianer Edison Miranda erfolgreich verteidigte.

Durch den Traumstart in das Super Six Classic öffnen sich Arthur Abraham jetzt alle Türen sperrangelweit. Mit Jermain Taylor, der einst im Mittelgewicht die Gürtel der Weltverbände IBF, WBA, WBC und WBO auf sich vereinigt hatte, ist der renommierteste Gegner bezwungen. Das ist auf jeden Fall gut für das Selbstbewusstsein.
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„Ich werde schnell reingehen in den Gegner und wieder raus. Ungefähr so wie Sven Ottke damals“, hatte sich Arthur Abraham, der als Sparringspartner des Ex-Weltmeisters aus Berlin seine Karriere begonnen hatte, vor seinem Debüt im höheren Limit festgelegt. Im Großen und Ganzen hat er sich daran gehalten. „Der Sieg im ersten Kampf vor eigenem Publikum ist Pflicht. Da führt absolut kein Weg dran vorbei“, predigte Trainer Ulli Wegner schon Wochen vor dem Duell immer und immer wieder. „Wer mit einer Niederlage startet, hat zwar noch eine Chance, aber der Druck ist dann einfach tödlich in der Vorbereitung auf Kampf zwei“, lieferte Wegner die Begründung für ein paar schlaflose Nächte. Umso froher war der 67-Jährige, dass die Umstellung auf die neue Gewichtsklasse so gut geklappt hat. „Denn“, so Wegner, „zuletzt gab es durchaus mal Auseinandersetzungen, wenn ich das Gefühl hatte, Arthur sei nicht diszipliniert genug. Ich konnte ihn dann nicht streicheln und musste ab und zu aus der Haut fahren.“

Jetzt gegen Andre Dirrell

Auch Wilfried Sauerland rieb sich vergnügt die Hände. „Es war schon mal schön, Arthur zu sehen, ohne dass er im Vorfeld groß hungern musste. Das hat ihm den Kopf frei gemacht“, sagte der Abraham-Manager angesichts der Tatsache, dass Abraham bei einem der letzten offiziellen Termine demonstrativ in ein Schinkenbrötchen biss, bevor er sich den Fragen der Pressevertreter stellte.

Arthur Abraham trifft nun im Januar 2010 in Amerika auf den Olympiasieger von 2004, Andre Dirrell aus Flint im US-Bundesstaat Michigan. Ein weiterer Sieg und der heißeste Wunsch des Berliners gewinnt an Wahrscheinlichkeit. Denn für Abraham soll das Super-Six-Turnier zum Sprungbrett werden: „Ich will in den USA große Kämpfe wie die von Oscar De La Hoya oder Floyd Mayweather jr. machen, die pro Auftritt 50 Millionen Dollar verdient haben.“

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