10.11.12

Fußball

Arne Friedrich schließt Rückkehr zu Hertha BSC nicht aus

Dem Ex-Fußball-Nationalspieler liegt Hertha sehr am Herzen. Vorstellbar sei vieles, sagt der 34 Jahre alte Spieler von Chicago Fire.

Von Jörn Meyn
Foto: dpa/DPA

Arne Friedrich hier bei einem Einsatz für die deutsche Nationalelf. Jetzt spielt ert bei Chicago Fire
Arne Friedrich hier bei einem Einsatz für die deutsche Nationalelf. Jetzt spielt ert bei Chicago Fire

Arne Friedrich (34) geht bei seinem Abenteuer USA in die Verlängerung. Der ehemalige Nationalspieler, acht Jahre lang bei Hertha BSC im Einsatz, hat seinen auslaufenden Vertrag bei Chicago Fire um ein weiteres Jahr für die Saison 2013 verlängert. Morgenpost Online sprach mit Arne Friedrich über die Gründe.

Morgenpost Online: Herr Friedrich, als Wahlamerikaner: Obama oder Romney?

Arne Friedrich: Obama. Das ist naheliegend, wenn man in Chicago lebt, das ist hier die Obama-Hochburg. Aber ich finde, dass Obama viel näher beim Volk ist. Romney ist nicht mein Typ. Daher denke ich, dass Obama die bessere Wahl war.

Morgenpost Online: Wie haben Sie den Wahltag erlebt?

Arne Friedrich: Ich hatte abends die Möglichkeit, auf die Wahlparty der Demokraten zu gehen und Obama live bei seiner Rede zuhören zu können. Das war imposant, der absolute Wahnsinn. Die Menschen haben gefeiert, wie bei einem Showereignis. Das ist hier anders als in Deutschland.

Morgenpost Online: Wie gefällt Ihnen Chicago?

Arne Friedrich: Mir gefällt es hier super gut. Chicago ist ein bisschen wie Berlin. Sehr international, die Menschen sind toll und es gibt viele unterschiedliche Kulturen. Für mich eine der schönsten Städter der USA.

Morgenpost Online: Mit Ihrem Klub Chicago Fire haben Sie eigentlich eine recht gute Saison in der Major League Soccer gespielt. Platz vier war die beste Platzierung seit langem. Im Play-off sind Sie aber früh gescheitert.

Arne Friedrich: Ich bin immer noch verärgert über das Aus gegen Houston. Das war unnötig, wir waren zu grün hinter den Ohren. Uns fehlt noch Erfahrung. Dennoch haben wir dieses Jahr die erfolgreichste reguläre Saison in der Geschichte des Klubs gespielt. Persönlich bin ich stolz als "Defender of the year" ausgezeichnet worden zu sein.

Morgenpost Online: Wie ist das Niveau in der MLS?

Arne Friedrich: Besser als gedacht. Natürlich kann man das nicht mit der Bundesliga vergleichen. Aber alles ist superprofessionell, das Niveau steigt von Jahr zu Jahr. Was die Fitness betrifft, hängt die MLS den Topligen mit Sicherheit nicht hinterher. Im taktischen Bereich ist man in Europa sehr viel besser geschult. Das große Problem der MLS ist die fehlende Basis. Viele Kinder, die Soccer spielen, hören damit auf, wenn sie ins College kommen.

Morgenpost Online: Haben Sie Kontakt zu Thorsten Frings, der beim FC Toronto spielt?

Arne Friedrich: Wir haben dreimal gegeneinander gespielt in dieser Saison und oft gesprochen. Ihm gefällt es sehr gut. Ich wünsche mir, dass er der MLS erhalten bleibt.

Morgenpost Online: Sie haben verlängert.

Arne Friedrich: Meine Hoffnungen haben sich hier erfüllt. Ich bin hierher gekommen, um persönlich und sportlich einen nächsten Schritt zu machen. Ich wollte in Europa nicht mehr spielen und habe in Chicago ein großes Abenteuer gesehen. Ich konnte hier vieles lernen und einfach mal eine ganz andere Welt erleben. Weil es mir so gut gefallen hat, bleibe ich ein weiteres Jahr.

Morgenpost Online: Die Saison ist für Sie nun beendet. Wie geht es jetzt weiter?

Arne Friedrich: Wir haben noch eine Woche Training in Chicago und dann geht es zurück nach Berlin. Ich möchte Zeit in Berlin verbringen, Weihnachten mit der Familie feiern. Ende Januar geht es zurück nach Chicago für mein letztes Jahr.

Morgenpost Online: Vermissen Sie Berlin?

Arne Friedrich: Total. Deswegen sage ich: Ich hänge ein Jahr dran, weil es mir hier viel Spaß gemacht hat und ich mit Chicago Fire etwas erreichen und nächste Saison einen Titel holen will. Aber danach freue ich mich wieder auf Berlin. Denn Berlin ist meine Heimat.

Morgenpost Online: Was machen Sie nach Ihrer Karriere?

Arne Friedrich: Ich habe Pläne gemacht, darüber möchte ich noch nicht sprechen.

Morgenpost Online: Ist eine Rückkehr zu Hertha denkbar?

Arne Friedrich: Hertha liegt mir sehr am Herzen, vorstellen kann man sich vieles. Wie gesagt: Ich habe Pläne. Aber heute kann ich darüber noch nicht sprechen.

Morgenpost Online: Verfolgen Sie Hertha aktuell?

Arne Friedrich: Ja, alles. Letzte Saison habe ich hier im Fernsehen viele Spiele gesehen. Jetzt lese ich viel im Internet.

Morgenpost Online: Steigt Hertha auf?

Arne Friedrich: Auf jeden Fall. Ich denke, dass Jos Luhukay ein sehr guter Trainer ist und, dass er den Unterschied ausmachen wird. Ich drücke Hertha die Daumen.

Morgenpost Online: Wie wird Ihr Name ausgesprochen?

Arne Friedrich: "Arni" oder "Arn". Und "Friiddrick".

Morgenpost Online: Klingt ein bisschen wie "free drink"?

Arne Friedrich: (lacht) Ja, stimmt. Das ist mir noch gar nicht aufgefallen.

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