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3. Fussball-Liga

Unions Zweitliga-Traum wird langsam Realität

39 Punkte in 19 Spielen - das ist die bisherige Bilanz des 1. FC Union. Die Köpenicker stehen derzeit auf Platz zwei der Tabelle, Ziel ist jedoch die Spitzenposition. Warum den Berlinern die Rückkehr in die Zweite Liga gelingen kann.

Verpasste Herbstmeisterschaft? „Die interessiert mich nicht“, sagte Uwe Neuhaus. Der Trainer des Fußball-Drittligisten 1. FC Union blickt schon voraus: „Am Ende ganz oben zu stehen, das ist mir wichtig.“ Der 49-Jährige hat den 23. Mai 2009 im Visier. Der 38. und letzte Spieltag soll eine Saison krönen, deren Hinrunde die Berliner mehr denn je von einer Rückkehr in die Zweite Liga träumen lässt.

39 Punkte in 19 Spielen, „das ist mehr, als wir uns zu Saisonbeginn vorstellen konnten“, sagt Neuhaus. Nur zwei Niederlagen – lediglich Bayern München II, am Sonnabend zum Rückrundenauftakt letzter Gegner in diesem Jahr, kann da mithalten. Mit 15 Gegentoren haben die Berliner gemeinsam mit Kickers Emden die beste Defensive. Und nach der Düsseldorfer Niederlage bei Werder Bremen II (0:2) liegt Union sechs Punkte vor dem ersten Nicht-Aufstiegsplatz.

Unbedingter Wille

Doch es ist mehr als nur die Statistik, die belegt, dass „wir zu Recht eine der Mannschaften sind, die oben stehen“, sagt Neuhaus. Der Trainer spricht von der Leidenschaft, das Saisonziel auch erreichen zu wollen. Und er ist überrascht, „dass dieser unbedingte Wille in der Mannschaft schon jetzt so sehr ausgeprägt ist“. Union reagiert nicht, Union agiert. Das Wissen um die eigene Stärke gibt der Mannschaft Sicherheit. So wie zum Hinrundenabschluss gegen Emden. „Wir haben uns nach unserem Spiel gerichtet, das ist entscheidend“, sagte Marco Gebhardt nach dem 2:0 vom Samstag. Der 36-Jährige fasst damit die gesamte erste Halbserie treffend zusammen.

Gebhardt ist es auch, der einem sofort einfällt, wenn man nach Gründen für den Aufschwung sucht. Neben Defensiv-Allrounder Daniel Göhlert und Torwart Jan Glinker – beide standen die gesamten 1710 Hinrundenminuten auf dem Platz – hat auch Gebhardt alle 19 Spiele absolviert (1650 Minuten). Neuhaus lobt seinen Vize-Kapitän in höchsten Tönen: „Er hat in keiner Trainingseinheit gefehlt, hat damit ein solides körperliches Fundament.“ Dazu kommen Erfahrung, Übersicht im Spiel und Führungsqualitäten – Gebhardt lebt das Profitum vor wie kaum ein anderer Unioner.

Verletzungsausfälle weggesteckt

„Man darf auch nicht vergessen, dass wir viele Verletzungsausfälle hatten, die die Mannschaft immer wieder kompensiert hat“, erklärte Neuhaus. Kapitän Daniel Schulz, der mit seinem Treffer gegen Emden die sieben Monate dauernde Auszeit wegen einer Knieverletzung endgültig abgehakt hat (Neuhaus: „Das war der Lohn für seine unermüdliche Arbeit“), Patrick Kohlmann oder der inzwischen suspendierte Steven Ruprecht – vor allem in der Abwehr schienen die Sorgen nicht aufhören zu wollen. Doch abgesehen vom Auftakt-1:2 in München ging Union nur in Unterhaching, mit dem praktisch letzten Aufgebot, leer aus.

Selbst jetzt kann Neuhaus noch nicht aus dem Vollen schöpfen. Angreifer Shergo Biran fehlt seit Mitte Oktober (Muskelfaserriss, jetzt Muskelprobleme), Sturm-Kollege Dustin Heun bereits seit neun Monaten (erst Innenbandriss, dann Außenmeniskus-Einriss im linken Knie). Ähnlich wie Schulz sei Heun wie ein Zugang zu behandeln. Neuhaus: „Ich hoffe, er kann im Januar wieder voll ins Training einsteigen.“

Gleichzeitig sucht Union nach Verstärkungen für den Angriff. In der vergangenen Woche trainierte Simon Terodde (20/MSV Duisburg) zur Probe vor, nun testet Union Marco Vorbeck. Bis Donnerstag soll sich der ehemalige Bundesliga-Stürmer von Hansa Rostock (38 Einsätze/6 Tore von 2002 bis 2005) für einen Vertrag empfehlen. Der 27-Jährige steht seit 2007 beim Zweitligisten FC Augsburg unter Vertrag, absolvierte in dieser Zeit jedoch – auch verletzungsbedingt – nur neun Einsätze (ein Tor).

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