3. Fussball-Liga
Union gewinnt Spitzenspiel gegen Emden 2:0
Der 1. FC Union ist auf dem Weg in die 2. Liga. Im Spitzenspiel gegen Emden schlugen die Berliner vor heimischer Kulisse die Kickers Emden mit 2:0. Kurz vor Spielende hatte Daniel Schulz für die Entscheidung gesorgt.
Von Michael Färber
Er musste nicht lange überlegen, wem er den Treffer widmen wollte. "Ich habe meinem Vater gedankt und meiner Familie", sagte Daniel Schulz. Mehr als sieben Monate nach seiner Meniskusverletzung, nach schier endlosen Wochen des Wartens, war der Kapitän des 1. FC Union zur Stelle, als er gebraucht wurde. Mit seinem ersten Saisontor besiegelte Schulz das 2:0 (1:0) des Berliner Fußball-Drittligisten gegen Kickers Emden. Hinter Herbstmeister SC Paderborn (2:0 gegen die Stuttgarter Kickers) schloss Union die Hinrunde als Tabellenzweiter vor Emden ab.
Der elfte Saisonerfolg, von den nur 5017 Zuschauern im Jahn-Sportpark (Saison-Minus-Kulisse) natürlich wieder als "Auswärtssieg" gefeiert, hatte zwei Väter. Neben Schulz – er organisierte zunächst die Dreier-Abwehrkette, ehe er von Trainer Uwe Neuhaus vor die Abwehr gezogen wurde, um die Unterzahl im Mittelfeld auszugleichen – war Karim Benyamina gefeierter Held des Tages. Sein Kopfball-Tor gegen die Deichkicker in der 29. Minute nach einer Ecke krönte "eine der besten ersten Halbzeiten, die die Mannschaft gespielt hat", sagte Dirk Zingler, Unions Präsident.
Das zweite Tor war bitter nötig
Benyamina, dessen zehntes Saisontor seine Position in den anstehenden Vertragsverhandlungen weiter verbessert hat, ergaben sich nach dem Wechsel sogar weitere gute Möglichkeiten. Sein Schlenzer aus 14 Metern nach einer Stunde war jedoch zu ungenau, sein Kopfballversuch nach herrlicher Flanke von Marco Gebhardt zu halbherzig (71.), und der Konter nach 77 Minuten verpuffte im Niemandsland.
Folglich holte Neuhaus ihn zwei Minuten später vom Feld. "Sicher wollte er möglichst viele Tore machen, um beim Vertragspoker weiter punkten zu können", kritisierte der Trainer. Um Benyamina gleich darauf zu loben: "Es spricht für ihn, dass er mir signalisiert hat, dass es nicht mehr geht." Hüzeyfe Dogan kam, ließ es sich trotz Trauerfalls in der Familie nicht nehmen, ebenfalls Pluspunkte zu sammeln; sein Vertrag läuft wie der von Benyamina am Saisonende aus. Dogan war es, der Daniel Schulz zwei Minuten vor dem Ende auf den Weg zur Entscheidung schicken sollte. Jenes zweite Tor hatten die Unioner auch bitter nötig. "Heute hatten wir das Glück", sagte Gebhardt hinterher.
Ein für Union in dieser Spielzeit typischer Auftritt
Das galt vor allem für die zweite Halbzeit. Der Kickers-Treffer von Enrico Neitzel wurde von Schiedsrichter Robert Hartmann (Ingolstadt) wegen Abseits nicht anerkannt (47.), zudem hatte Nils Pfingsten nach Unachtsamkeiten in der Union-Abwehr zweimal die Chance zum Ausgleich (74./75.). "Es war klar, dass unsere laufstarke Leistung nicht über 90 Minuten machbar ist", sagte Neuhaus.
Es war auch in Halbzeit eins kein mitreißender, eher ein für Union in dieser Spielzeit typischer Auftritt: ruhig, abwartend, kontrollierend. Trainer Neuhaus sah es so: "Die Mannschaft war von der ersten Sekunde an hellwach im Spiel." Und hatte gegen passive Emdener, die aus einer gut gestaffelten Defensive agierten, durch Torsten Mattuschka (18.), Macchambes Younga-Mouhani (23.) und Benyamina (28.) auch Chancen auf weitere Tore. Doch neben Benyamina wusste nur Schulz auch eine zu nutzen. "Ich hab's einfach versucht", sagte er, nachdem er Torwart Daniel Masuch ausgespielt und mit links vollendet hatte.
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