Funktionärsposten
Van Almsick gibt der Sporthilfe ein nettes Gesicht
Ex-Schwimmstar Franziska van Almsick ist im neu eingerichteten Vorstandsressort Sport zur Stellvertreterin des neuen Vorsitzenden der Deutschen Sporthilfe, Werner E. Klatten, ernannt worden. Die 30-jährige van Almsick, die einst von der Sporthilfe gefördert wurde, wird ehrenamtlich mitarbeiten.
Bei den Olympischen Spielen 1992 ging Franziska van Almsicks Stern auf. Die 14-Jährige gewann in Barcelona zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen.
Mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Werner E. Klatten und seiner für das eigens installierte Vorstandsressort Sport zuständigen Stellvertreterin Franziska van Almsick will die Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) nach den Querelen der letzten Wochen und Monate wieder in ruhiges Fahrwasser steuern. Das gab die DSH am Donnerstag bekannt, acht Tage vor ihrem "Fest der Begegnung" am 31. Oktober in den Düsseldorfer Rheinterrassen.
Der 63-jährige Klatten, der das Amt offiziell am 1. Dezember als Nachfolger der am 26. September zurückgetretenen Ann Kathrin Linsenhoff übernimmt, war Chef des Fernsehsenders Sat.1, langjähriges Mitglied der Geschäftsleitung des "Spiegel"-Verlags und bis zum 31. August dieses Jahres Vorstandsvorsitzender der Münchner EM Sport Media AG, deren Aufsichtsrat er nach wie vor angehört. Als Sat.1-Geschäftsführer war der gelernte Jurist 1992 entscheidend daran beteiligt, dass der Privatsender die Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga bekam. Beim "Spiegel"-Verlag baute Klatten unter anderem die Online-Tochter Spiegel net AG mit auf.
Für das neu geschaffene Vorstandsressort Sport gewann der DSH-Aufsichtsrat Franziska van Almsick (30), die sich als jahrelang von der Sporthilfe geförderte Weltklasse-Schwimmerin nach ihrer aktiven Karriere und ihrem Einstieg als TV-Moderatorin zur Verfügung stellte. Verantwortlich für den Vorstandsbereich Finanzen und Wirtschaft bleibt Horst Müller, ehemaliges Vorstandsmitglied von Dresdner Bank und Allianz.
Unverändert bleibt auch die Vorstandsposition von Michael Ilgner. Der Wirtschaftsingenieur und ehemalige Wasserball-Nationalspieler steuert als Vorsitzender der Geschäftsführung seit März 2006 das operative Geschäft der Stiftung. Vertreter des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im fünfköpfigen Vorstand ist weiterhin der ehemalige Reck-Weltmeister Eberhard Gienger.
"Aufsichtsrat und Sporthilfe haben ihre Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit nachgewiesen", sagte Aufsichtsratschef Hans Wilhelm Gäb: "Die Stiftung geht mit einer hochkompetenten Führungsmannschaft in die Zukunft - geschlossen unterstützt durch ihre Stiftungsräte, Kuratoren, Mäzene und Sponsoren." Darüber hinaus wollte sich Gäb mit Verweis auf eine am Freitag in Frankfurt am Main einberufene Pressekonferenz mit ihm, Klatten und Ilgner nicht äußern.
Werner E. Klatten ist binnen drei Jahren die vierte Führungskraft der Sporthilfe. 2005 war Hans-Ludwig Grüschow wegen der Schmiergeldaffäre um den Ex-Sportchef des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Wilfried Mohren, zurückgetreten. Damals übernahm der ehemalige Tischtennis-Nationalspieler Gäb das Ruder und rettete die Sporthilfe, ehe er auf den Posten des Aufsichtsratschefs wechselte.
Als Vorstandsvorsitzende folgte ihm zum 1. Januar 2008 Ann Kathrin Linsenhoff, die wegen anhaltender Unstimmigkeiten mit Gäb am 26. September nach nur 270 Tagen im Amt das Handtuch warf. Ursprünglich war ihr Rückzug erst zum 31. März 2009 geplant. Die Sporthilfe hat seit ihrer Gründung durch Josef Neckermann im Mai 1967 mehr als 40.000 Athleten mit insgesamt 350 Millionen Euro unterstützt. Aktuell profitieren rund 3800 Kaderathleten in 50 Sportarten mit jährlich insgesamt zehn bis zwölf Millionen Euro davon.
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