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Fussball-Bundesliga

Hertha BSC erlebt ein Debakel

Das war bitter! Hertha unterlag den Bayern am Sonntag 1:4. Für den neuen Bayern-Trainer Klinsmann war es nach zwei unentschiedenen Spielen ein überfälliger Sieg. Die Berliner mussten glücklich sein, dass sie nur vier Treffer kassierten. Dennoch: das letzte Tor des Spiels gelang ihnen.

Die Bayern hatten gut lachen. Ihnen gelangen vier Treffer
Foto: REUTERS
Die Bayern hatten gut lachen. Ihnen gelangen vier Treffer

Er breitete die Arme aus. Jetzt, ein Salto? Nein, Miroslav Klose stoppte ab und empfing die Kollegen zum Jubel. Nach 70 Minuten der Bundesliga-Partie gegen Hertha BSC war die torlose Zeit des Angreifers des FC Bayern zu Ende. Vom Elfmeterpunkt aus durfte der so lange glücklose Spieler treffen – Luca Toni und Bastian Schweinsteiger hatten Klose den Ball großzügig überlassen. Sie konnten es sich zu diesem Zeitpunkt längst leisten, Klose dankte mit dem vierten Tor für den FC Bayern gegen völlig überforderte Berliner. Als „großes Zeichen“ der Mitspieler und „enorm wichtig für mich“ wertete Klose sein Tor. Ohne Bedeutung war dagegen Marko Pantelics Tor (84.) zum Endstand von 1:4 (0:2).

Mit demselben Ergebnis war Hertha BSC dem Rekordmeister am letzten Spieltag der vergangenen Saison unterlegen, 107 Tage später wähnten sich die Berliner Profis wesentlich besser vorbereitet. Stattdessen musste Kapitän Arne Friedrich hernach gestehen: „So ein unterlegenes Spiel habe ich selten erlebt. Wir haben sehr schlecht gespielt, es war mal wieder viel zu viel Respekt vor den Bayern da.“ Die erneute Blamage von München lässt sich nicht allein damit erklären, dass Hertha auf Josip Simunic verzichten musste, der wegen Rückenproblemen ausfiel. Für ihn war Kaka in die Abwehr gerückt, die Trainer Lucien Favre wieder zu einer Dreierkette formiert hatte.

Davor sollten der wieder genesene Lukasz Piszczek, Gojko Kacar, Cicero und Marc Stein das Mittelfeld dicht machen, aber auch Raffael und Patrick Ebert viel nach hinten arbeiten. Diese Vorgabe misslang ihnen im Kollektiv gründlich, Favre war „von unserer Leistung sehr enttäuscht“. Den Hertha-Verantwortlichen wurde vor Augen geführt, dass man sich dringend im offensiven Bereich verstärken muss. Heute endet die Transferphase. Gestern tauchte ein prominenter Name als mögliche Verstärkung auf: Andrej Woronin (29) vom FC Liverpool. Ein Transfer des Ex-Leverkuseners wäre wohl nur auf Leihbasis möglich. Gerade einmal elf Minuten währte das Vorhaben der Berliner, möglichst lange ohne Gegentor zu bleiben. Luca Toni ließ Steve von Bergen mit einer simplen Körpertäuschung arg schlecht aussehen, aber auch Torhüter Jaroslav Drobny bot Toni viel zu früh die rechte Torecke an – 0:1.

Dieser frühe Rückstand raubte den Berlinern das anfangs an den Tag gelegte Selbstvertrauen. Nun präsentierten sie sich so, wie Manager Dieter Hoeneß das Team nicht hatte erleben wollen: ängstlich und ohne Zutrauen in das eigene Können. In der 23. Minute hatte von Bergen Glück, dass sein Trikotzupfer gegen Toni folgenlos blieb. Nicht nur hier erwies sich Schiedsrichter Michael Kempter als höchst nachsichtig mit den erstmals in den neuen, schwarzen Auswärtstrikots angetretenen Berlinern: Raffael hätte sich nach 31 Minuten nicht beschweren dürfen, wenn sein Schlag auf den Rücken von Ottl einen Platzverweis nach sich gezogen hätte.

Doppelschlag nach der Pause

Vergebens versuchte Favre seine Spieler gestenreich und mit lauten Rufen zu dirigieren. Es wurde noch schlimmer: Philipp Lahm spielte Doppelpass mit Zé Roberto und schlenzte den Ball ins lange Eck – 0:2 (54.). Der völlig indisponierte von Bergen verursachte zwei Elfmeter gegen Schweinsteiger und Zé Roberto. Erst verwandelte der gefoulte Nationalspieler (56.) – und dann Klose.



Erschienen am 01.09.2008

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